Italienisch Lokalkritik

Dai Golosi

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Italienisches Lokal mit Feinkostgreisslerei, italienisches Frühstück, Gebäck von Felzl, TT, auch zum Mitnehmen; Monatskarte. Schanigarten für 24 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Margaretenstraße 83
1050 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/347 24 25
E-Mail:
E-Mail:
office@daigolosi.at
Website:
Website:
www.daigolosi.at
www.facebook.com/Dai-Golosi-Gastronomia-Italiana-2131108943570815/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 8–21, Sa 8–13.30 (Fei geschlossen) derzeit geschlossen
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, JCB
Küche:
Küche:
Italienisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen zum Mitnehmen, Frühstück, Gastgarten

In Schwimmen-2-Naschkatzen

Ein ehemaliger Feinkost-Fleischhauer macht’s jetzt italienisch

FLORIAN HOLZER | 6.8.2019

Am Abend, wenn die Sonne untergeht, sind die Baustellen leise. Auch in Margareten, wo man sich dachte, wenn wir schon eine U-Bahn bauen, dann erneuern wir doch gleich auch die Wasserrohre und verzieren die Straßen mit ein paar Verkehrsinseln. Und ein paar Dachbodenausbauten werden sich ja wohl auch noch irgendwo ausgehen.

Am Abend ist es jedenfalls ruhig, der Staub hat sich gelegt, da will man dann draußen sitzen, was essen und ein Glas kühlen Wein trinken. Und an Italien denken. Und dafür gibt es seit einiger Zeit an der Stelle, wo früher der mittlerweile aus der Geschäftswelt verschwundene Delikatessen-Fleischhauer Aibler war, ein Lokal, das sich Dai Golosi nennt. Was so viel wie „Zu den Naschkatzen“ heißt, nur halt auf Italienisch viel besser klingt.

Die „Golosi“ sind Yari Scremin und Maurizio Liberatori, beide viele Jahre in Österreich und im Rest der Welt als Köche und Feinkosthändler unterwegs, die da die mutige Entscheidung trafen, nicht etwa noch eine Pizzeria zu machen (was einfacher geht und eine dramatisch höhere Gewinnspanne aufweist), sondern einen italienischen Feinkostladen mit kleinem Bistro-Bereich. Die gekühlte Vitrine beherbergt ein paar schöne Schinken, Würste und eine sehr große Mortadella (je größer eine Mortadella, desto besser), in den Regalen findet man gutes Öl, Fruchtsirupe, interessanten Risotto-Reis, über Bronze gezogene Pasta und noch mehr gute Dinge. Als Küchenkonzept überlegten sich die Golosi eine Tagespasta und ein Tagesgericht, ergänzt durch ein Standardprogramm an Pasta und Salaten.

Klingt an und für sich super und kommt bei den Leuten im Grätzel auch sehr gut an. So gut, dass der Schanigarten voll ist, vor allem am Abend, wenn die Baustellen schweigen, und die Tische drinnen aber auch. Und dann geraten die Golosi ins Schwimmen, „nuotare“, wie der Italiener sagt, aber ordentlich. Aber okay, man hat so sehr viel Zeit, um an Italien zu denken.

Man könnte sich die Zeit, die man auf die Tages-Pasta alla Salsiccia wartet, auch mit zahlreichen und wirklich interessanten Weinen vertreiben, wenn sie nur kämen, oder mit italienischem Avantgarde-Bier in 0,75 Liter-Flaschen. Und dann kommen die Rigatoni mit dem Salsiccia-Sugo eh, und sie sind mit Obers gemacht, oje, und da muss man dann schon sehr an Italien denken, um bei der Sache zu bleiben (€ 9,–). Die Pasta von den Leuten am Nebentisch sah übrigens viel besser aus. Die gegrillten Calamari hätten übrigens ruhig ein bisschen gegrillter sein können, und sie einfach auf Rucola zu legen, daneben ein paar Scheiben Paradeiser und Antipasti-Melanzani, war jetzt auch nicht so irrsinnig sexy (€ 14,50), dafür schmeckte der Falanghina aus Kampanien super.

Das Lokal kann schon etwas, es liegt gut, hat feinen Wein und kalkuliert fair. Zeit braucht man halt. Und ein anderes Sugo.

Resümee:

Dank zweier Italiener versprüht der westliche Margaretenplatz plötzlich italienischen Charme und Entschleunigung.


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