Restaurants/Gaststätten Lokalkritik

Herzig

Foto: Katharina Gossow

Foto: Walter Luttenberger

Foto: Bureau-F


Lokal von Sören Herzig; mittags gibt es Hausmannskost mit täglich wechselnden Speisen, Spezialität: Carbonara; abends Fine Dining. Kindersessel, Spielsachen. WLAN. Gastraum für 40 Pers. Dachterrasse auf Anfrage für Events. Behinderten-WC.

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Adresse:
Adresse:
Schanzstraße 14
1150 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/115 03 00
E-Mail:
E-Mail:
servus@restaurant-herzig.at
Website:
Website:
www.restaurant-herzig.at
www.facebook.com/restaurant.herzig/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Fr 11.30–14 und ab 18.30, Sa ab 18.30 jetzt geöffnet (bis 24:00 Uhr)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex, Diners, JCB
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants/Gaststätten
Sonstiges:
Sonstiges:
Nichtraucherlokal, Rollstuhlgerecht, WLAN

Niedlich zu Mittag essen

Das neueste Gourmetrestaurant hat auch einen demokratisch angelegten Lunch
FLORIAN HOLZER | 23.4.2019

Angesehen hatte sich Sören Herzig das eindrucksvolle Bauwerk – ein ehemaliges Lager des Dorotheums, das Architekt Michael Rosenauer 1926 in eleganter Sachlichkeit erbaute – zwar früher schon einmal, aber da war es noch eine Baustelle und er konnte sich sein Restaurant da drin nur schwer vorstellen. Das änderte sich, als das Haus fertig renoviert, „entwickelt“ und vermietet war. Und da war dann auch der Zeitpunkt richtig.

Sören Herzig ist ein junger Koch aus Cuxhaven, der sieben Jahre bei Juan Amador – jenem Mann, der vor kurzem als Erster in Österreich drei Michelin-Sterne erhielt – kochte und ihm vor drei Jahren von Mannheim nach Wien folgte. Abgesehen von seinem hellen Gemüt und seinem klingenden Namen fiel der junge Mann vor allem auch dadurch auf, dass er es innerhalb kürzester Zeit verstand, ein grandioses Beuschl zu kochen, was für einen deutschen Gourmetkoch jetzt keinesfalls selbstverständlich ist. Im September 2017 wechselte er dann ins von libanesischen Investoren bombastisch aufgezogene Aï im Goldenen Quartier, und als das recht bald wieder schloss, gab er bekannt, dass er wohl in Österreich bleiben werde.

Das war eine gute Nachricht. Und vor zwei Wochen machte er jetzt sein erstes eigenes Lokal auf. Was schon mutig war, muss man sagen, denn erstens sind siebengängige (nominell, tatsächlich dann aber eher zwölfgängige) Gourmetmenüs um 135 Euro in Wien definitiv ein Minderheitenprogramm, und zweitens erst recht auf der Schmelz. Da das Aend in der Mollardgasse, Filippou am Schwedenplatz und natürlich Mraz & Sohn in der Wallensteinstraße aber beweisen, dass sich sogar in Wien das Diktat aufzulösen beginnt, feines Essen habe nur in Palästen stattzufinden, traute sich der Sören dann doch drüber. Dabei besonders erfreulich: Er kocht nicht nur abends seine Seezungensandwiches mit Krebsenfülle, seine Lammrücken mit sous-vide gegartem Rharbarber und sein Hefe-Eis mit Birnenzucker, sondern er macht auch mittags auf. Und da gibt’s dann Pasta oder Gulasch oder Schweinsbraten mit Suppe um zehn Euro.

Gedacht primär als Angebot für die Angestellten der Firmen im Haus, sagt Herzig, und Personalessen müsse ohnehin jeden Tag gekocht werden, da könne man ruhig ein bisschen mehr machen. Aber halt auch echt eine Chance für alle, die eine halbe Stunde Zeit für ein fantastisches Mittagessen haben. Die Rindsuppe ist in dieser Güte in Wien nämlich nicht öfter als 20 Mal zu bekommen, das Ochsenbackerlgulasch ist grandios, die Butterspätzle dazu die besten, an die ich mich erinnern kann. Mittwochs gibt’s Pasta und am Donnerstag Schweinsbraten nach dem Rezept der Schwiegeroma aus Spitz. Die habe ihn schon verkostet und für gut befunden, sagt Herzigs Partnerin Saskia Leberzipf. Und man muss auch nicht Champagner oder Bordeaux trinken, es gibt auch Astra Rotlicht.

Resümee:

Neues Gourmetrestaurant mit Loft-Atmosphäre auf der Schmelz, in dem man mittags essen kann wie im Beisl. Nur besser.


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