Szene Lokalkritik

Usus im Schauspielhaus

© SebastianKreuzer

Foto: SebastianKreuzer

© Yvonne Kaufmann

Foto: Yvonne Kaufmann

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Theaterbuffet – wird von der Genossenschaft Usus rund um Patrick Müller (Küche) und Sebastian Malz (Bar) betrieben; Suppe, Salat, Fisch, Fleisch und Gemüse; in welcher Form das Gericht zum Gast kommt, ist nicht festgelegt. 16-19 Aperozeit mit Tapas und Prosecco.

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Adresse:
Adresse:
Porzellangasse 13
1090 Wien
E-Mail:
E-Mail:
schauspielhaus@usus.wien
Website:
Website:
www.usus.wien
www.facebook.com/ususimschauspielhaus/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Sa 16–24 öffnet um 16:00 Uhr
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
nur Barzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Szene
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen im Museum/Theater

Vorhang auf!

Das Schauspielhaus hat ein neues Theaterbuffet, das mehr ist als ein solches

FLORIAN HOLZER | 30.4.2019

Das 1978 von Hans Gratzer begründete Schauspielhaus gilt als eine der Konstanten in Wiens moderner Theaterszene, und weil modernes Theater ja immer auch schon offen für andere Formen der sinnlichen Wahrnehmung war, gab’s hier seit Anfang an ein Lokal: Die Kantine gehört zwar nicht unmittelbar zum Schauspielhaus, man könnte das Verhältnis aber als symbiotisch bezeichnen.

Und dann gab’s da im Nebenhaus auch noch eine Bar, die im Gegensatz zur Kantine alles andere als beständig lief. Und die ist seit Ostern die neue Bühne für Patrick Müller. Der diesmal allerdings nicht alleine beziehungsweise gemeinsam mit Anna Schwab agiert, sondern als Teil eines kreativen Kollektivs, das sich während der vergangenen zwei Jahre in der zwischengenutzten Krieau formierte und aus Künstlern, Handwerkern und bald vielleicht auch Landwirten besteht, die in naher Zukunft das Thema Kooperation neu definieren wollen. Augenblicklich agiert dieses Kollektiv namens Usus an drei verschiedenen Schauplätzen, einer davon das Lokal im Schauspielhaus-Nachbarhaus.

Und wie nach dem wunderbar anarchistischen Spontan-Restaurant punks und den Imbiss-Projekten während der vergangenen zwei Sommer in der Krieau nicht anders zu erwarten war: Ein gewöhnliches Theater-Café ist natürlich auch dieses Lokal von Patrick Müller nicht. Denn dazu hat es einfach ein bisschen zu seltsame Öffnungszeiten, was daran liegt, dass dieses „Theaterbuffet“ fallweise auch Teil der Schauspielhaus-Inszenierungen ist und daher regulär nur vor oder nach den Vorstellungen bespielt werden kann. Und auch da kann eine Generalprobe dazwischenkommen. Eine Ungewissheit, die man allerdings unbedingt in Kauf nehmen sollte, weil der Müller halt auch hier so großartige Sachen kocht. Und zwar fünf verschiedene Gerichte, eins zum Thema Spargel, eins zum Thema Kohlrabi, ein Spinatgericht, einmal Forelle, einmal Lamm. Was genau das ist, unterliegt Müllers Einfällen und der aktuellen Verfügbarkeit, so wird etwa das Lamm im Ganzen gekauft und dann von Kopf bis Fuß verarbeitet, bei der Forelle kann’s auch vorkommen, dass „wennst ein Pech hast, nur den Kopf bekommst“, beim Kohlrabi will sich Müller vom Blatt bis zur Knolle durcharbeiten, „dass er mir irgendwann zum Hals raushängt, kann ich trotzdem nicht ausschließen“, lacht er. Davon war vorige Woche jedenfalls nichts zu bemerken, der gedünstete Kohlrabi auf Selleriepüree schmeckte absolut fantastisch, großartiger Gemüse-Gang (€ 6,40), der weiße Spargel mit pfannengebratenem Spinat samt Wurzel und Saubohnen ebenfalls (€ 6,40), die frischen orientalischen Lammbratwürste mit Linsengemüse detto (€ 8,50). Ah ja, und nachdem der Apero hier eine große Rolle spielen soll, gibt’s natürlich auch Negronis, und zwar mit selbstgemachtem Wermut. Das ist alles wieder einmal sehr super.

Resümee:

Ein Theaterbuffet, das einem künstlerischen und wohl auch avantgardistischen Anspruch durchaus gerecht wird.


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