Imbisse Lokalkritik

Fischerie

Foto: Heribert Corn


Feinkostgeschäft mit Schwerpunkt auf Süßwasserfische aus dem Weißensee und dem Attersee. Z.b.: Reinanke, Saibling, Lachsforelle aber auch Aal oder Karausche. Täglich wechselnden Gerichte; Kaffee von Fürth. Delikatessen.

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Adresse:
Adresse:
Praterstraße 49
1020 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/847 02 40
E-Mail:
E-Mail:
regina@fischerie.at
Website:
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www.fischerie.at
www.facebook.com/fischeriewien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Fr 10–19, Sa 9–15 derzeit geschlossen
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Imbisse

Druckfisch

Ein bisschen Shop, ein bisschen Bistro, ein bisschen Kunst, viel Fisch

FLORIAN HOLZER | 25.6.2019

Mike Gross hat früher im IT-Bereich und im Personalmanagement gearbeitet, ist in der Brigittenau aufgewachsen und isst gerne Fisch. Regina Welk stammt aus Stuttgart, hat 30 Jahre in der Charente im Südwesten Frankreichs gelebt, dort Puppentheater gespielt und isst auch gerne Fisch. Seit geraumer Zeit wohnen die beiden in der Leopoldstadt; jetzt haben sie beschlossen, noch einmal etwas komplett anderes zu machen, etwas, das die Kulturen verbindet.

Und da kamen sie irgendwann einmal auf das Thema Fisch. Und weil die beiden modern denkende Menschen sind, war Meeresfisch bald einmal aus dem Rennen, weil die Bestände überfischt sind und Österreich ein Binnenland ist. Also Süßwasserfisch, das Konzept eines kleinen Bistros mit Fischtagesgerichten, Snacks, Frühstück und einem Shop mit ein paar netten Weinen, Ölen, Schnäpsen und Delikatessen war bald fertig, fehlte noch die Location. Und die hatte Florian Kaps, Chef von Supersense: die ehemalige Buchdruckerei Roul in der Afrikanergasse, die als Nebenstelle der analogen Supersense-Fotoentwicklung und -Tonaufnahme diente. Früher, erzählt Mike Gross, seien in dieser Druckerei Banderolen für den tschechischen Zigarettenhandel gedruckt worden, den nächtlichen Lärm der schweren Stanzen hätte man noch zwei Häuser weiter gehört. Die Anrainer seien dementsprechend froh gewesen, dass da jetzt ein bekanntlich weniger lautstarkes Fischgeschäft reinkomme. Allerdings: Es brauchte ein Geruchsgutachten, das von einer gerichtlichen Geruchsgutachterin erstellt wurde und den Höhepunkt der siebenmonatigen Betriebsanlagengenehmigung darstellte.

Jetzt ist jedenfalls alles fertig und Mike Gross und Regina Welke lassen sich Fische vom Attersee und Weißensee schicken. Leicht Verkäufliches wie Reinanken, Saibling, Lachsforelle, Seltenes wie Seeforelle und Aal, Ungewöhnliches wie Karausche und Brachse und demnächst vielleicht sogar Aalrutte.

Das Programm wechselt wöchentlich, vorige Woche etwa war „Pazifisches à la Yui“ das Motto, es gab über Sake gedämpften Saibling, Forellen-Poké und eine sehr erfreuliche Hokkaido-Fischsuppe mit Frühlingszwiebeln, Gemüse, Miso und in der Suppe gar gezogenen Fischwürferln (€ 5,–/9,–). Auch nicht schlecht das Angebot namens „Fisch aufs Brot“, bei dem drei saftige Scheiben Brotocnik-Sauerteigbrot mit Räucherforellen-Rillette, mit Forellen-Rahm-Aufstrich und mit gebeiztem Seesaibling belegt werden, vor allem Letzterer extrem gut (€ 6,50). Als Tagesgericht waren maghrebinische Fischlaberln mit Gemüsecouscous zu haben, gute Idee, leider etwas zu mild, aber was soll man machen, die Reinanke aus dem Ofen gab’s erst am nächsten Tag (€ 14,–). Es gibt ein paar tolle Biere, ein paar interessante Weine, Crémant aus der Charente und Kaffee von Charles Fürth. Da sag ich doch: Fisch ahoi!

Resümee:

Die Leopoldstadt hat wieder ein Fischgeschäft. In dem es exzellente Ware aus den besten heimischen Gewässern gibt, zum Mitnehmen oder Gleichessen.

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