Restaurants, Gaststätten Lokalkritik

Fischerie

© Fischerie

Foto: Fischerie

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Café-Restaurant mit Schwerpunkt auf Süßwasserfisch aus lokalen Gewässern, z.B. Stör, Hecht, Garnelen aber auch Aitel oder Brachse. Wöchentlich wechselnde Gerichte wie z.B. Bouillabaisse, Steak vom Stör, Garnelen in Pineau; Mi–Fr 11–14 MM (€ 14,– Fischgericht, € 12,– vegetarisch); Pâtisserie; Vinothek. Kinderbereich, -sessel und Wickeltisch. Regelmäßige Kunstausstellungen und Konzerte; Lokal außerhalb der Öffnungszeiten für Events inkl. Catering für max. 40 Pers. zu mieten. Schanigarten für 30 Pers. Hunde nur im Restaurantbereich.

Adresse:
Adresse:
Praterstraße 49
1020 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/847 02 40
E-Mail:
E-Mail:
office@fischerie.at
Website:
Website:
www.fischerie.at
facebook.com/fischeriewien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di 17–22, Mi–Sa 11–14 und 17–22 (Fei geschlossen) derzeit geschlossen
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€€ (Hauptspeisen € 15-25)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen mit Kindern, Gastgarten, Mittagsmenü

Druckfisch

Ein bisschen Shop, ein bisschen Bistro, ein bisschen Kunst, viel Fisch

FLORIAN HOLZER | 25.6.2019

Mike Gross hat früher im IT-Bereich und im Personalmanagement gearbeitet, ist in der Brigittenau aufgewachsen und isst gerne Fisch. Regina Welk stammt aus Stuttgart, hat 30 Jahre in der Charente im Südwesten Frankreichs gelebt, dort Puppentheater gespielt und isst auch gerne Fisch. Seit geraumer Zeit wohnen die beiden in der Leopoldstadt; jetzt haben sie beschlossen, noch einmal etwas komplett anderes zu machen, etwas, das die Kulturen verbindet.

Und da kamen sie irgendwann einmal auf das Thema Fisch. Und weil die beiden modern denkende Menschen sind, war Meeresfisch bald einmal aus dem Rennen, weil die Bestände überfischt sind und Österreich ein Binnenland ist. Also Süßwasserfisch, das Konzept eines kleinen Bistros mit Fischtagesgerichten, Snacks, Frühstück und einem Shop mit ein paar netten Weinen, Ölen, Schnäpsen und Delikatessen war bald fertig, fehlte noch die Location. Und die hatte Florian Kaps, Chef von Supersense: die ehemalige Buchdruckerei Roul in der Afrikanergasse, die als Nebenstelle der analogen Supersense-Fotoentwicklung und -Tonaufnahme diente. Früher, erzählt Mike Gross, seien in dieser Druckerei Banderolen für den tschechischen Zigarettenhandel gedruckt worden, den nächtlichen Lärm der schweren Stanzen hätte man noch zwei Häuser weiter gehört. Die Anrainer seien dementsprechend froh gewesen, dass da jetzt ein bekanntlich weniger lautstarkes Fischgeschäft reinkomme. Allerdings: Es brauchte ein Geruchsgutachten, das von einer gerichtlichen Geruchsgutachterin erstellt wurde und den Höhepunkt der siebenmonatigen Betriebsanlagengenehmigung darstellte.

Jetzt ist jedenfalls alles fertig und Mike Gross und Regina Welke lassen sich Fische vom Attersee und Weißensee schicken. Leicht Verkäufliches wie Reinanken, Saibling, Lachsforelle, Seltenes wie Seeforelle und Aal, Ungewöhnliches wie Karausche und Brachse und demnächst vielleicht sogar Aalrutte.

Das Programm wechselt wöchentlich, vorige Woche etwa war „Pazifisches à la Yui“ das Motto, es gab über Sake gedämpften Saibling, Forellen-Poké und eine sehr erfreuliche Hokkaido-Fischsuppe mit Frühlingszwiebeln, Gemüse, Miso und in der Suppe gar gezogenen Fischwürferln (€ 5,–/9,–). Auch nicht schlecht das Angebot namens „Fisch aufs Brot“, bei dem drei saftige Scheiben Brotocnik-Sauerteigbrot mit Räucherforellen-Rillette, mit Forellen-Rahm-Aufstrich und mit gebeiztem Seesaibling belegt werden, vor allem Letzterer extrem gut (€ 6,50). Als Tagesgericht waren maghrebinische Fischlaberln mit Gemüsecouscous zu haben, gute Idee, leider etwas zu mild, aber was soll man machen, die Reinanke aus dem Ofen gab’s erst am nächsten Tag (€ 14,–). Es gibt ein paar tolle Biere, ein paar interessante Weine, Crémant aus der Charente und Kaffee von Charles Fürth. Da sag ich doch: Fisch ahoi!

Resümee:

Die Leopoldstadt hat wieder ein Fischgeschäft. In dem es exzellente Ware aus den besten heimischen Gewässern gibt, zum Mitnehmen oder Gleichessen.



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