Bars Lokalkritik

Kikko Bā

Foto: Katharina Gossow


Wein- und Tapas-Bar. Internationale kleine Gericht zum Teilen mit japanischem Einfluss. Schanigarten für 22 Pers. Keine Reservierung möglich.

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Adresse:
Adresse:
Schleifmühlgasse 8
1040 Wien
Website:
Website:
www.kikko.at/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Sa 17–24, Küche 17–22.30
jetzt geöffnet (schließt um 24:00 Uhr)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Sonstiges:
Sonstiges:
Gastgarten

Auf ein Achterl Sake

Die Mochis machen schon wieder ein Lokal. Eine Tapas-Bar. Sie ist sehr super

FLORIAN HOLZER | 9.7.2019

Kann sich noch wer an das Lokal Haizaki-san no omise erinnern? Ein ehemaliger Döner-Grill in der Schleifmühlgasse, in dem vor 20 Jahren der ehrenwerte Koch Herr Haizaki auf einmal Izakaya-Küche zubereitete, gebratene Gyoza mit Schweinefleischfüllung, gegrillten Oktopus, mit Chili und Ingwer eingelegte Gurken. Das war völlig neu damals, und den Leuten taugte es irrsinnig. Bis zur Margaretenstraße runter stellten sie sich an.

Gleich neben dem Lokal, das heute Nagoya heißt, gab es eine kleine Putzerei. Die wurde 2006 zu einem südfranzösischen Designer-Bistro namens Côte Sud, das mehrmals seine Besitzer wechselte und schließlich eher zufällig bei Edi und Nicole Dimant, Tobi Müller und Sandra Jedliczka landete, den Machern des Mochi in der Praterstraße. Nur als Pop-up bis Jahresende, hieß es anfangs, eine Sake-Bar mit französisch-japanisch inspirierten Kleinigkeiten. Seit Dienstag voriger Woche ist jetzt geöffnet und die Leute stehen schon wieder runter bis zur Margaretenstraße.

Nein, das liegt nicht an einer mystischen Fackel, die da weitergetragen wird. Es liegt schlicht und ergreifend daran, dass die Kombination von japanisch-südamerikanisch-spanisch-französisch-fusionierten Kleinigkeiten mit ein paar sehr lässigen Weinen, drei Sakes und der sehr entspannten Atmosphäre eines cool gestylten Imbisslokals in der Schleifmühlgasse das beste Konzept ist, dass man sich nur vorstellen kann.

Klingt zu euphorisch? Mag sein, nur schaffen es die Mochi-Leute eben auch bei Vollbetrieb, freundlich zu sein, gut zu kochen und rasch zu servieren. Das war immer schon ein Teil ihres Erfolgs. Und sie ziehen ein begeisterungsfähiges Publikum an, das eventuell auch im Stehen essen oder mit einem Glas Wein in der Hand auf einen freien Sitzplatz warten kann, was der Sache eine dezente Partystimmung verpasst. Und sie kochen halt so irrsinnig gut, in diesem konkreten Fall die beiden jungen Köche Simon Kotvojs und Nico Talasz, beide zuvor schon in diversen tollen Restaurants, gemeinsam vor allem aber im Zwischennutzungsprojekt Rien zugange.

Frisch gebackenes chinesisches Bing-Germteiglaberl mit Sesam-Chiliöl-Humus, zum Beispiel, bistudeppert (€ 5,50), oder nur ganz kurz in der Limette gar gezogene Ceviche von der Goldbrasse mit Koriander, Zwiebel und bunten Tomaten, ein Traum (€ 8,50), oder mit Lammfaschiertem gefüllte Gyoza in Yuzu-Dashi mit schwarzem Sesam und marinierten Gurken – Oida (€ 8,–). Der irrwitzigste Gang, ebenso gut wie schwer zu essen, ist eine Riesengarnele in knusprigem Kataifi/Engelshaar-Teig mit Honig und marinierten Chilis, süß, salzig, sehr gut (€ 6,50), fast schon konservativ der butterweiche Pulpo-Arm mit Mojo Rojo, aber halt auch zum Eingraben gut (€ 9,80). Ein paar Sachen waren schon aus, egal, die ess ich morgen, ich geh mich jetzt anstellen.

Resümee:

Das richtige Essen zur richtigen Zeit mit den richtigen Getränken von
den richtigen Leuten am richtigen Platz.


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