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Moby Dick – Bar & Eatery

© Moby Dick - Mila Zytka

Foto: Moby Dick - Mila Zytka

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Cocktailbar mit Low-Waste-Prinzip, Cocktail-Eigenkreationen; kleine Speisekarte mit fünf Gerichten, für die auch jeweils ein passender Cocktail kreiert wird. Fr, Sa Brunch. Schanigarten für 25 bis 30 Pers.

Adresse:
Adresse:
Neustiftgasse 26
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
0676/442 25 53
E-Mail:
E-Mail:
hello@mobydickvienna.at
Website:
Website:
www.mobydickvienna.at
facebook.com/MobyDickVienna/
instagram.com/mobydickvienna/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Do 18–1, Fr, Sa 18–3 (Fei geschlossen) öffnet um 18:00 Uhr
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Sonstiges:
Sonstiges:
Brunch, Gastgarten, WLAN

Im Inneren des weißen Wals

Schon wieder eine neue Cocktailbar. Die aber anders ist

FLORIAN HOLZER | 20.8.2019

Seit 1956 habe es das Augustin-Beisl gegeben, erzählt Sammy Walfisch. Und obwohl er eine Zeit lang ums Eck gewohnt habe, sei er nie drin gewesen, erinnert sich der voriges Jahr vom Magazin Falstaff zum „Bartender des Jahres“ gekürte Wiener. Kein Wunder, die Neustiftgasse war bis vor ein paar Jahren kein besonders angenehmer Ort, erst seit ein paar Jahren entwickelte sich da rund um den Augustin-Platz ein Fleckchen urbaner Lebensfreude.

Vor vier Jahren eröffnete Sammy Walfisch gemeinsam mit seinem Bruder Fabian Kalal das Botanical Garden im ehemaligen Stein’s Diner, eine der ersten Bars in Wien, bei denen es sehr explizit um selbst angesetzte Sirupe und Infusionen ging. Was aufwendig ist, „uns aber einen irrsinnigen Spaß macht“, angesichts der Mühe aber eine Expansion nahelegte. Und so machte Walfisch das Augustin-Beisl zu Moby Dick, der Cocktailbar.

Der Name biete sich bei seinem Nachnamen irgendwie an, so Walfisch, schaffe außerdem ausstattungsmäßig einige Möglichkeiten: ein Flaschenregal im Bullaugen-Design, Schuppen-Fliesen und generell ein bisschen das Jonas-mäßige Gefühl wie im Inneren eines Walbauchs.

Die Cocktailklassiker stehen nicht auf der Karte, sind aber verfügbar, eigentlich geht’s hier aber um Eigenkreationen, bei denen den selbst erzeugten Aromazutaten, dem selbst gemachten Tonic und dem selbst gebrauten Ginger-Beer eine Bühne geboten werden soll.

Moby Dick hat aber noch zwei Aspekte, die speziell sind: Erstens strebt man hier nach dem Zero-Waste-Prinzip, es wird also alles verwertet, man sammelt auch Zestenabschnitte oder Reste aus der Infusionsherstellung (Mohnmaische zum Beispiel), um sie zu verarbeiten, lässt sich Spirituosen in Containern liefern und füllt immer wieder in (gereinigte) Präsentationsflaschen nach. Super, dem Sinn für Nachhaltigkeit ist man in der Cocktailszene noch nicht oft begegnet.

Der zweite Aspekt ist aber wirklich heiß, denn: Es gibt hier nämlich auch eine Küche, und in der steht Max Hauf, der junge Deutsche, der bis vor einiger Zeit gemeinsam mit Henri Diagne so grandios im The Birdyard kochte.

Das macht er hier wieder, eine kleine Karte mit fünf Gerichten, für die auch jeweils ein passender Cocktail (geprägt von einer monatlich wechselnden Spirituose, augenblicklich der niederländische Vodka Ketel One) kreiert wird. Etwa Pastrami-Shortrib von der alten Kuh, Lachsforellentatar mit Erbsen und hausgemachtem Miso oder confierte Artischockenherzen mit einer Sauce aus Schweizer Bergkäse und Schalotten, wahnsinnig gut (€ 7,–).

Auf einer Tageskarte stehen dann noch Extras wie Wiener Schnecken mit Knoblauchbutter oder ein Beef-Tatar-Sandwich in Form des japanischen In-Sandwiches Katsu Sando, auch sehr gut (€ 10,50). Endlich ein Grund, um in eine Bar zu gehen.

Resümee:

Eine neue Bar an einem alten Ort, die auf Müll verzichtet, nicht aber auf kreative Cocktails und grandioses Essen, das mehr als Bar-Food ist.