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Öfferl

© Öfferl

Foto: Öfferl

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

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Foto: Heribert Corn


Bäckerei und Bistro. Brot und Kleingebäck, Frühstück bis 12, belegte Brote wie z.B. mit Butter, frisch gehacktem Schnittlauch und weichem Ei oder mit geschmortem Ochsenfleisch mit weißen Bohnen. Hausgerösteter Kaffee, die Bohnen gibt es auch abgepackt zum Verkauf. Selbstgemachter Cold Brew Coffee und Iced Coffee Variationen. Gastgarten für 12 Pers.

Adresse:
Adresse:
Wollzeile 31
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
02522/883 37
E-Mail:
E-Mail:
wollzeile@oefferl.bio
Website:
Website:
www.oefferl.bio
facebook.com/oefferl.bio/
shop.oefferl.bio
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 8–19, So, Fei 8–16, Bistro: Mo–Sa 8–18, So, Fei 8–15; Küche: Mi–So, Fei 8–15
jetzt geöffnet (bis 19:00 Uhr)
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Konditoreien, Bäckereien
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Frühstück, Gastgarten

Schau mal, wer da bäckt

Der aktuelle Jungstar unter Österreichs Bäckern hat jetzt auch ein Lokal

FLORIAN HOLZER | 17.9.2019

Die Frage stellte sich natürlich, ob das tatsächlich noch einmal funktioniert. Ob der Brot-Hype nach mehr als zehn Jahren immer noch lebendig genug ist, um die Leute dazu zu bringen, sich für einen Laib Brot anzustellen. Offenbar schon, denn vor dem neuen Geschäft des jungen Bäckereibetriebs Öfferl bildeten sich vergangene Woche wieder die Schlangen.

Die Story ist auch wirklich attraktiv: Georg Öfferl war Mitte 20, als er die am Boden liegende Bäckerei seiner Tante in einem Weinviertler Nest namens Gaubitsch vor vier Jahren völlig umkrempelte. Backmischungen raus, Mehle alter Getreidesorten, die in einer Demeter-Mühle gemahlen werden, rein; Sauerteig, 48-stündige Teigführung, lange Haltbarkeit, viel Geschmack, modernes Marketing. „Madame Crousto“ war bald das Lieblingsbrot der Szene, mit dem „Cruffin“ – einer Kreuzung aus Croissant und Muffin, wahrscheinlich in Melbourne erfunden, mittlerweile weltweit der Liebling der Foodblogger – bescherte er Österreich ein neues Frühstückshighlight. Die Designerbäckerei im Weinviertel ist gerade am Fertigwerden, mittlerweile wird dort auch eigener Direkt-Trade-Kaffee geröstet, Lehrlinge werden ausgebildet, gebacken wird untertags, nicht in der Nacht, wegen der Lebensqualität warad’s. Wär’s ein Film, würde man es nicht glauben, purer Kitsch und völlig unrealistisch.

Im Fall von Georg Öfferl aber Realität. Und jetzt haben Georg Öfferl und sein Cousin Lukas auch noch ein Geschäft in der Innenstadt. Grau in Grau, Marmor, Beton, Stahl, Chrom, hinter der Budel türmen sich die mehlbestaubten Brote, Warendruck, alter Trick, guter Trick; in einem Steinplattenofen (nicht wie die Dampfbäckerei zu Hause, sagt Georg Öfferl, aber wenn man die Rezeptur anpasst, geht’s schon) kann man Brot und Kleingebäck quasi beim Gebackenwerden zusehen, und bei der Herstellung sowieso: Ein junger, blonder, tätowierter Hipsterbäcker knetet mitten im Geschäft den Teig, füllt die mehlbestaubten Körbe. Klar ist da viel Show, aber da kaum jemand mehr weiß, wie handwerkliches Brot hergestellt wird, ist ein bisserl Show gar nicht schlecht.

Und ein Lokal gibt’s auch, in dem man bis zwölf Uhr frühstücken kann, was hier, mitten im Brotduft, schon recht lustig ist, muss man sagen. Es gibt aufwendigere Frühstückskarten, aber dafür stammt hier jede Zutat von Zulieferern des Öfferl-Vertrauens, Honig, Marmelade, Käse, Joghurt, Eier, alles bio, jede davon kann man im Shop auch kaufen. Und dann gibt’s – auch irgendwie logisch – belegte Brote. Vom Brot mit Butter, frisch gehacktem Schnittlauch und weichem Ei (€ 6,50) bis hin zum Brot mit geschmortem Ochsenfleisch mit weißen Bohnen oder Schweinsbraten, Schinken, Kraut und Bergkäse (€ 14,80). Für ein belegtes Brot scheint der Preis zwar gewagt, das Ochsenfleischbrot war aber ein echtes Essen, sehr gut außerdem.

Resümee:

Eine Designerbäckerei, die offensichtlich so ziemlich alles richtig macht und sogar ein kleines Lokal hat. Mit Broten.



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