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Habibi & Hawara Siebenstern

© Habibi & Hawara / Nuri

Foto: Habibi & Hawara / Nuri

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Orientalisch-österreichisches Lokal, das von Geflüchteten gemeinsam mit österreichischen Kolleg*innen betrieben wird. Österreichisch-orientalische Fusionsküche; Mittagsbuffet 11–14.30 (€ 14,90 Buffetpauschale), abends 17–22 Set-Menü-Family-Dinner bestehend aus fixem, saisonal abhängigem, mehrgängigem Menü (€ 24,90, Kinder bis 10 Jahre essen gratis, Kinder bis 14 Jahre zahlen die Hälfte); viele regionale Zutaten (z.B. Bio-Fleisch von Labonca, Bio-Gemüse von Adamah); kindergerechte Speisen, Kindersessel. Alle Speisen auch zum Mitnehmen in Mehrweg-Gefäßen (mit Pfand). Extrastüberl für ca. 15 Pers.

Adresse:
Adresse:
Siebensterngasse 46
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
01/236 32 25
E-Mail:
E-Mail:
office@habibi.at
Website:
Website:
habibi.at
facebook.com/habibi.at
facebook.com/HabibiSiebenstern
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 11–24, Küche bis 22
jetzt geöffnet (bis 24:00 Uhr)
Aufgrund der aktuellen COVID-Richtlinien gilt derzeit für die Gastronomie die 2G-Regel sowie eine allgemeine Sperrstunde um 22 Uhr. Bitte beachten Sie, dass die aktuellen Öffnungszeiten ggf. abweichen können.
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, JCB
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Küche:
Küche:
Orientalisch, Österreichisch
Sonstiges:
Sonstiges:
All you can eat, Bioprodukte, Essen am Sonntag, Essen mit Kindern, Essen zum Mitnehmen, Gastgarten, Klimaanlage, WLAN, Zustelldienst
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Die gute Freunderlwirtschaft

Das österreichisch-migrantische Lokal-Konzept Habibi & Hawara wird zur Kette

FLORIAN HOLZER | 4.5.2021

Gerade wird viel über die Zukunft nachgedacht. Wegen Corona, wegen Klima, wegen Angst, wegen wenig Ablenkung und viel Zeit. Darüber etwa, ob Industrie und Transport einfach so weitermachen dürfen, wenn sie sich CO-Zertifikate kaufen oder einen Bienenstock aufs Dach setzen.

Das größte Hindernis für nachhaltig wirtschaftende Betriebe ist meist die grundlegende Skepsis, dass die Ideen aufgehen und Pläne funktionieren. Insofern ist das Projekt Habibi & Hawara wahnsinnig wichtig – denn es entspricht moralischen Standards und ist erfolgreich.

Die Idee für Habibi & Hawara war entstanden, als Unternehmer und Biolandwirt Martin Rohla und Mitstreiter syrische Flüchtlinge auf Rohlas Landgut eingeladen hatten, um einmal sorglos sein zu können und miteinander zu essen. Als man sich wieder vom Tisch erhob, stand das Konzept: ein österreichisch-migrantisches Lokal, in dem Österreicher und Menschen mit Fluchthintergrund gemeinsam arbeiten.

Das erste Lokal, das vor fünf Jahren in der Wipplinger Straße aufmachte, wurde rasch größer. Im November 2019 eröffnete das zweite Lokal, geleitet bereits von Leuten, die 2016 ins Habibi-Konzept eingeschult worden waren.

In den vergangenen sechs Monaten kamen drei weitere Lokale im dritten, siebten und 22. Bezirk dazu. Das sei es aber vorerst einmal, verrät Geschäftsführer Josef Pieringer, in Zukunft soll es noch kleine Take-away-Outlets nach einem Franchiseprinzip geben.

Das Habibi-&-Hawara-Konzept beschränkt sich nicht nur auf soziale Aspekte: Gekauft wird bei lokalen Produzenten, Fleisch etwa beim arabischen Fleischer am Hannovermarkt oder beim nachhaltigen Tierzuchtbetrieb Labonca; die Verpackung für geliefertes Essen ist wiederverwertbar und mit Pfand belegt, geliefert wird von einem jungen Wiener Lieferservice, das auch hier seine Steuern zahlt.

Dabei stellt sich die Kunststoffbox für die gemischte Vorspeisenplatte als ziemlich ungeeignet heraus, Hummus, Tahina und Muttabal vermischen sich, dass die (hervorragenden) Falafel auch was abbekommen, ist kein Problem, beim arabischen Salat oder dem Karfiol-Kichererbsen-Salat passt’s weniger (€ 9,90). Beim Shakshuka mit Garnelen bräuchte es für so eine große Portion so intensiver Paprika-Zwiebel-Tomaten-Creme wohl mehr als ein Ei, das eigentlich pochiert statt durchgegart sein sollte (€ 12,90). Shawarma mit Pastrami war leider aus, das mit Huhn machte aber auch ziemlich glücklich (€ 12,90).

Ist Essen bei Habibi & Hawara billig? Nein, wie sollte das auch gehen. Würde „Zwei Minuten zwei Millionen“-Jurymitglied Martin Rohla dem Konzept in der Fernsehshow den Zuschlag geben? Wahrscheinlich schon.

Resümee:

Das austro-orientalische Restaurantkonzept mit Integrationsfaktor macht gutes Essen und die Welt ein bisschen besser.