Imbisse Asiatisch Vietnamesisch Lokalkritik

Pho Ever

© Katharina Gossow

Foto: Katharina Gossow

© Pho Ever

Foto: Pho Ever

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Japanische, thailändische und vietnamesische Küche, z.B. Banh Mi (vietnamesisches Sandwich), Baozi (flaumige Germteigkrapfen aus China), vietnamesische Sommerrollen, Pho oder Reisnudelsalat Bun Chay. Alle Speisen auch zum Mitnehmen.

Adresse:
Adresse:
Mariahilfer Straße 31
1060 Wien
Telefon:
Telefon:
0660/106 01 60
E-Mail:
E-Mail:
office@phoever.at
Website:
Website:
phoever.at
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
täglich 11–23 jetzt geöffnet (bis 23:00 Uhr)
Parken:
Parken:
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Lokaltyp:
Lokaltyp:
Imbisse
Küche:
Küche:
Asiatisch, Vietnamesisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen zum Mitnehmen

Merry Chinesemas

Das Streetfood-Lokal Pho ever probiert es auf der Mahü mit Fortgeschrittenem

FLORIAN HOLZER | 15.12.2020

Man sollte Imbisslokale in Kinocentern nicht generell missachten.

Also man sollte überhaupt nichts generell missachten, wenn man es aber mit Imbisslokalen in Kinocentern tut, entgeht einem bedauerlicherweise, dass im ersten Stock des so genannten Donau-Plexx ein panasiatisch-vietnamesischer Imbissladen mit dem lustigen Namen Pho ever existiert.

Und dass die gar nicht so schlechte Suppen machten, also damals, als es noch Kino und Gastronomie gab.

Im September eröffnete dieser Kino-Imbiss ein zweites Lokal, diesmal im unteren Viertel der Mariahilfer Straße. Und hier versucht Fangchang „Jordan“ Zhou, das bessere/anspruchsvollere Ende des Asia-Imbiss-Spektrums zu bespielen.

Also nicht mit den üblichen Glutamat-Bratnudeln, sondern mit Sachen, mit denen man auch die chinesische Community Wiens irgendwie abholen kann.

Banh Mi zum Beispiel, das wundervolle Sandwich-Ergebnis einer schmerzvollen französischen Kolonialzeit in Vietnam; Baozi, die flaumigen Germteigkrapfen mit Fleischfülle aus China; vietnamesische Sommerrollen, den lauwarm servierten Reisnudelsalat Bún Chay mit diversen Toppings, darunter auch die wunderbaren Betelnussblätter La Lot mit Fleischfülle oder die vietnamesische Nationalsuppe Pho, die es hier sogar in zwei luxuriösen Versionen mit Flusskrebs (€ 18,80) oder Lobster (€ 29,90) gibt.

Und schließlich etwas, was man als Brazilian Experimental Sushi „Nikkei“ bezeichnet.

Zur Info: Die Nikkei-Küche ist augenblicklich eine der tollsten Küchen der Welt, hat allerdings weder etwas mit Brasilien noch mit Sushi zu tun, sondern ist eine peruanisch-japanisch-europäische Fusionsküche.

Wir erkennen: Insgesamt vielleicht ein bisschen viel auf einmal und somit gegen die eherne Grundregel von gutem Streetfood: „Nicht viel auf einmal.“ Weshalb man diese Nikkei-Sushis auslassen kann, die Version mit Roastbeefhülle, Mango-Gurken-Fülle und klebrig-süßer Sauce etwa ist ein klassischer Fehlschlag (€ 13,90).

Big Baozi war dagegen saftig und gut, füllungsmäßig gibt es aber Luft nach oben (€ 3,90), und besonders traurig ist, dass das Banh-Mi-Sandwich mit labbrigem Baguette gemacht wird, da erinnern wir uns sehnsüchtig ans Old Quarter in der Westbahnstraße, wo dafür extraknuspriges Brot mit Reismehlanteil verwendet wurde …

Sagen wir so: Das könnte noch viel besser werden. Aber immerhin: Das Lokal ist bunt, aus den Lautsprechern kommt laute, fremde Popmusik, die Angestellten hinter der Budel streiten in einer Sprache, die man nicht versteht, und ein kleiner Plastikchristbaum blinkt in allen Farben.

Wenn einem Wien gerade sehr auf die Nerven geht, ist das kein schlechter Platz, um sich einen Snack zu holen.

Resümee:

Ein interessanter Versuch, asiatischem Streetfood eine luxuriöse Komponente zu verleihen. F


Pho ever, 6., Mariahilfer Str. 31,
Whatsapp 0660/10 60 168, tägl. 11–20 Uhr, www.phoever.at



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