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Dampha Kitchen

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Spanisch-gambische Fusionsküche von Khalifa Dampha, z.B. Jollof Rice mit Rindfleisch, Kichererbsen, Melanzani, Zwiebeln und frittierten Kochbananen oder Tacos mit Kokosmilch-Hühner-Salat.

Adresse:
Adresse:
Linke Wienzeile 42
1060 Wien
Website:
Website:
facebook.com/dampha_kitchen-103063251465572/
instagram.com/dampha_kitchen
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
aktuelle Öffnungszeiten siehe Instagram
aktuelle Öffnungszeiten siehe Instagram
Wegen der aktuellen COVID-Richtlinien dürfen Gastronomiebetriebe derzeit nur Essen zum Mitnehmen und Lieferservice anbieten. Bitte beachten Sie, dass die Liefer- und Abholzeiten von den angegebenen Öffnungszeiten abweichen können.
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Küche:
Küche:
Afrikanisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag

Der Jollof-Influencer

Ein Gericht, um das in Afrika gestritten wird, ist Khalifa Damphas Spezialität

FLORIAN HOLZER | 30.3.2021

Pop-ups sind eine lustige Abwechslung, weil sie Gastronomen die Möglichkeit geben, einigermaßen gefahrlos neue Dinge auszuprobieren. In Zeiten der latenten Aufmerksamkeitsdefizite sind Pop-ups aber natürlich auch eine gute Strategie, denn sie sind immer neu, immer fresh, immer von der Panik der Hipster begleitet, dass sie eventuell etwas versäumen oder nicht von Anfang an dabei gewesen sein könnten, was letztlich zu Warteschlangen führt. Insgesamt sind Pop-ups also sehr, sehr Instagram.

Und mit Instagram kennt sich Khalifa Dampha aus. Der in Spanien geborene Sohn gambischer Eltern ist Dressman und war Mitglied eines Dandy-Influencer-Projekts, in einem Ranking der wichtigsten Influencer Österreichs belegte er irgendwann einmal den Rang 433. Da geht es aber eben immer um Mode, augenblicklich plant der junge Mann allerdings, ein Lokal aufzumachen. Weshalb er seit dem Vorjahr kulinarische Pop-ups veranstaltet, sich tageweise in die Küchen befreundeter Lokale einmietet, ein paar Rezepte ausprobiert und auf ihre Akzeptanz beim Wiener Publikum abtestet. Was sicher keine schlechte Idee ist, denn Khalifa kocht durchaus exotisch, nämlich spanisch-gambische Fusion mit noch ein paar Einflüssen von Weltküche.

Wie schmeckt gambisch? Ich fragte eine Bekannte, die gerne wochenlang durch westafrikanische Staaten reist. Sie erzählte davon, dass Essen dort durchaus noch die Aufgabe der Sättigung besitzt, nicht des Entertainments wie bei uns, dass vor allem Eintopfgerichte zubereitet werden, in die so ziemlich alles hineinkommt, was gerade da ist, und dass ohne Maggi in ganz Westafrika sowieso gar nichts läuft. Was auch Khalifa Dampha bestätigt, er verwende die Suppenwürze allerdings nicht. Was er allerdings macht, ist Jollof Rice, eine Art Paella mit Rindfleisch, Kichererbsen, Melanzani, Zwiebeln und frittierten Kochbananen, das gut durchmischt wirklich super schmeckt (€ 12,–). Um dieses Reisgericht rankt sich seit Jahren der sogenannte Jollof War, bei dem sich vor allem Ghana und Nigeria dar­um streiten, wer den besten Eintopf macht. Der Konflikt erhitzt nicht nur die Food-Communitys, da sind auch Politiker, Künstler und Unternehmer involviert. Weniger toll gelangen die gambischen Veggie-Empanadas, ziemlich teigig (€ 4,–), die Tacos mit Kokosmilch-Hühner-Salat waren nicht schlecht, überlebten den Transport aber kaum (€ 6,–).

Ah ja, und apropos Instagram: Bestellt werden kann nur über Insta-Mail, Telefon gibt’s keines, und die Speisekarte versteckt sich ganz gut hinter vielen schönen Fotos auf Khalifas Instagram-Profil. Sagen wir so: Wenn es neben Selbstverwirklichung auch ein bisschen Dienstleistung sein soll, gäbe es da noch ein wenig Verbesserungspotenzial.

Resümee:

Ein westafrikanisches Nationalgericht, zu dem man allerdings nur kommt, wenn man sich mit Instagram auskennt.