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Fain

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Asiatische Café-Bar und Patisserie von den Betreibern des erfolgreichen Designer-Hot-Pot-Lokals Mama Liu & Sons. Verschiedene Cakes, Tartes und Pralinées mit exotischem Akzent, z.B. Ube-Torte (eine Art violette Buttercreme-Torte mit zarten Tonkabohnen-Anklängen, € 5,90); Matcha, Tees, Cocktails.

Adresse:
Adresse:
Gumpendorfer Straße 27
1060 Wien
E-Mail:
E-Mail:
hello@mamaliuandsons.at
Website:
Website:
fain.wien
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–So 11–22 derzeit geschlossen
Parken:
Parken:
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Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars, Cafés, Espressos
Küche:
Küche:
Asiatisch

Die Kalorien-Starter

Die Mama-Liu-Macher zeigen, dass Asien auch eine süße Seite

FLORIAN HOLZER | 1.6.2021

Ein riesiger Kontinent, tausende unterschiedliche Küchen, eine interessanter als die andere, was die Asiaten aber – man verzeihe den Allgemeinplatz – echt nicht so drauf haben, das sind Mehlspeisen. Reisteigknöderln mit Rote-Bohnen-Füllung, das ist es im Wesentlichen, und wenn man die nicht gekostet hat, macht’s auch nichts.

In den vergangenen Jahren hat sich aber extrem viel getan: junge Köchinnen und Köche aus China, Japan und Südkorea besuchten europäische, und da vor allem französische, Patisserie-Schulen, kehrten in ihre Heimat zurück und machten aus dem unendlichen Reichtum an Früchten und Gewürzen, die einem asiatische Märkte bieten, neue Mehlspeisen.

Die lernten Feng und Yong Liu, die jungen Betreiber des erfolgreichen Designer-Hot-Pot-Lokals Mama Liu & Sons sowie der großartigen Bar The Birdyard auf ihren Reisen kennen. Und weil sie eigentlich eh schon immer eine Tee-Bar haben wollten, erzählt Yong Liu, entwickelten sie das Konzept eines Hybrids aus Cocktail-Bar, Tee-Lokal und Asia-Patisserie namens „Fain“, in dem es Süßes mit europäischer Anmutung, aber aus asiatischen Zutaten geben solle. Das Problem dabei, „Patisserie ist echt nicht meine starke Seite“, gesteht Yong Liu, „und die Zeit, um ein halbes Jahr irgendwo hinzufahren und das Metier zu erlernen, hab ich einfach nicht“.

Da traf es sich gut, dass Alex Ro­yer, Küchenchef des (derzeit geschlossenen) Birdyard, eigentlich eh Patissier ist, und es traf sich noch einmal gut, dass die ehemalige Fleischhauerei Hartl gleich neben dem Mama Liu, die seit 20 Jahren Getränkelager eines Dönerlokal-Bertreibers war, frei wurde, sodass die Lius eine elegante Café-Bar daraus machen konnten. Herzstück ist natürlich die Vitrine, in der bis zu 20 verschiedene Cakes, Tartes, Bomben und Pralinées mit exotischem Akzent warten, mit Matcha, mit der violetten Yams-Wurzel Ube, mit Mango, mit Klebreis und mit der chinesischen Pappelpflaume Chin Yangmei. Was in Wien halt gerade zu bekommen ist, „und was außerdem gerade gut ist, denn auch Nashi-Birnen haben ihre Saison“.

Ube ist eine Zutat, die im Fain aufgrund ihrer Farbe einen ziemlich starken Auftritt hat, sei es als Ube-Torte, eine Art violette Buttercreme-Torte mit zarten Tonkabohnen-Anklängen (€ 5,90), sei es als Ube Latte mit Sojamilch (€ 4,90), und demnächst soll es auch noch violettes Ube-Softeis geben.

Matcha ist die zweite Säule des Fain, etwa als nicht sehr süßer, hellgrüner Matcha-Cheesecake (€ 5,90), ebenfalls als Latte, und auch der Grüntee wird demnächst zu Eis. Fast noch interessanter als Matcha ist aber der geröstete Hojicha in seiner Sojamilch-Latte-Version, röstig, dunkel, leicht adstringierend. Der Kaffee stammt übrigens aus Südchina, ist bio, und, nein, Bubble Tea gibt es hier nicht.

Resümee:

Es muss nicht immer Topfen, Marille und Valrhona sein – hier werden asiatische Früchte, Wurzeln und Tees zu Mehlspeisen.