Restaurants, Gaststätten Lokalkritik

Das Mezzanin

© Katharina Gossow

Foto: Katharina Gossow


Restaurant und Bar im Flagship-Store von Interspar. Mo–Sa 7.30–11 Frühstück, So ab 9 Brunch. Catering, Partyservice.

Adresse:
Adresse:
Schottengasse 6–8
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
01/53 23 87 18 50
E-Mail:
E-Mail:
restaurant@dasmezzanin.at
Website:
Website:
www.dasmezzanin.at
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 7.30–22, So 9–18, im Juli/August Mo–Sa 7.30–20, So 9–15
jetzt geöffnet (schließt um 22:00 Uhr)
Parken:
Parken:
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Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€€ (Hauptspeisen € 15-25)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Sonstiges:
Sonstiges:
Brunch, Essen am Sonntag, Essen vor 8, Frühstück

In ganz großer Atmosphäre

Braves Essen im Konsumtempel des neuen Edel-Spar, der einst Geldpalast war

FLORIAN HOLZER | 8.6.2021

Alle hatten schon so einen Flagship-Store, nur Spar nicht. Meinl hatte einen am Graben, Merkur hatte dann einen am Hohen Markt, der kürzlich in Billa Corso umbenannt wurde. Jetzt hat also auch der Spar einen Flagship-Store und muss nicht mehr traurig sein. Und gleich was für einen, nämlich die ehemalige Zentrale der Creditanstalt-Bankverein, einen dieser monumentalen Bank-Paläste aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Und Spar bemüht sich sehr, seine in Cellophan verpackten Handelswaren dort in der ehemaligen Kassenhalle stolz zu präsentieren, es gibt frischen Fisch, frisches Fleisch, eine kleine Vinothek und sogar ein Regal mit unverpackter Ware. Sagen wir so: Ein Harrods, ein KaDeWe, eine Galerie Lafayette, ein Mitsukoshi, ein Dean & Deluca ist der neue Spar in der CA leider nicht, aber man hätte diese imposante Location sicher auch schlechter nutzen können.

Der neue Edel-Spar hat auch ein Restaurant, was insofern interessant ist, weil Meinl nach seiner Wiedereröffnung im Herbst auf Gastronomie ja völlig verzichten wird und auch das anfänglich vielfältige Gastro-Angebot im Merkur/Billa-Flaggschiff drastisch reduziert wurde. Dass man beim Supermarkt nicht so einfach aus der Sortimentsstruktur ausbrechen kann, ist schon irgendwie klar; beim Restaurant – gewissermaßen die Visitenkarte dieses Flagship-Stores – aber wäre diese Einengung nicht gegeben, hier könnte man mit einem tollen Konzept über sich hinauswachsen. Will man aber offenbar nicht.

Das große Restaurant mit dem wenig originellen Namen Das Mezzanin erinnert mit seinem Parkettboden, den dekorativ-großflächigen Kunstwerken an den Wänden, den bieder-grauen Sitzlandschaften und den Unmengen von Zimmerpalmen an ein Kurhotel. Die Küche ist offen, auf der Karte stehen Sachen, vor denen niemand Angst haben muss, die jeder schon einmal gegessen hat.

Einen sogenannten Saiblingsstrudel zum Beispiel, für den ein Streifen Fischfilet in Backteig gehüllt und frittiert wird. Eh lustig, meine Portion war leider völlig durchgegart, der Teig lasch (€ 9,–). Die Wiesenkräuter-Schaumsuppe bestand aus viel Obers und wenigen Wiesenkräutern, drin drei Ravioli mit undefinierbarer Austernpilz-Fülle (€ 6,50). Beim Paprikahendl blitzte dann so etwas wie Kreativität durch, was im Falle eines Paprikahendls allerdings selten eine gute Idee ist: ausgelöste Hühnerkeule unterm Grill schwarz verkohlt, hübsch auf Tarhonya gesetzt und mit Paprikasauce garniert (€ 17,–). Der Kaffee stammt von der Spar-eigenen Rösterei Regio in Marchtrenk, das ist wirklich hart, die Weine zum Glück nicht aus der Spar-Kellerei in Fels.

Man muss sagen: Spar macht’s hier dem René Benko mit seinem in drei Jahren eröffnenden KaDeWe an der Mahü ganz schön leicht.

Resümee:

Ein Edel-Supermarkt im Bank-Palast mit einem Restaurant, das niemandem wehtut, aber halt auch nicht wirklich begeistert.



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