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V8cht Restaurant–Bar

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

© V8cht Restaurant–Bar

Foto: V8cht Restaurant–Bar

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Restaurant über dem Classic-Depot-Wien mit gehobener mediterraner Küche. Tägl. wechselndes 2gg MM (auch vegetarisch), abends à la carte, z.B. flambiertes Beiried mit mediterraner Sauce und Patatas bravas oder schwarze Tagliatelle mit Frutto di Mare. Take-away. Klimaanlage. Public Lounge im Classic Depot Wien für bis zu 12 Pers. (zu mieten), Restaurant für 100, Dachterrasse für 60 Pers. Behinderten-WC. Parkplätze in der hauseigenen Tiefgarage.

Adresse:
Adresse:
Stachegasse 18 (Top 5 in Objekt 4)
1120 Wien
Telefon:
Telefon:
01/295 22 48
E-Mail:
E-Mail:
office@v8cht.at
Website:
Website:
www.v8cht.at
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 10–1, Sa 17–2, Küche 11.30–14.30 und 18–22.30
öffnet um 17:00 Uhr
Aufgrund der aktuellen COVID-Richtlinien gilt derzeit für die Gastronomie die 2G-Regel sowie eine allgemeine Sperrstunde um 22 Uhr. Bitte beachten Sie, dass die aktuellen Öffnungszeiten ggf. abweichen können.
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€€ (Hauptspeisen € 15-25)
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen mit Aussicht, Klimaanlage, Mittagsmenü, Rollstuhlgerecht, Terrasse, WLAN

Über Oldtimern

Die Fritzelacke-Fabrik wurde zur Auto-Aufbahrungshalle. Mit Restaurant

FLORIAN HOLZER | 10.8.2021

Schön sind sie schon, die alten Karren. Tausendmal schöner als die anthrazitgrauen Klone, die sich zu tausenden auf Wiens Straßen stauen. Sogar Opels sahen in den 1970er-Jahren noch toll aus, hatten eine gewisse Grandezza.

Davon kann man sich überzeugen, wenn man das Gelände der ehemaligen Fritzelacke-Fabrik im Meidlinger Grenzgebiet zwischen Hetzendorf und Altmannsdorf betritt, in dem sich seit 1999 – da wurde die Produktion nach 120 Jahren stillgelegt – einige Unternehmen angesiedelt haben. Darunter eben auch das sogenannte Classic Depot Wien, eine Halle, in der reiche Männer 100 Oldtimer und Youngtimer abstellen und fachgerecht streicheln lassen können, Stichwort „betreute Garagierung“.

So weit, so schräg, das Obergeschoß der Nobelgarage bekam aber nicht nur moderne Loft-Büros, ­sondern auch ein Restaurant namens V8cht. Und das ist doch ein wenig erstaunlich. Nicht der Name, meine Güte, wie Auto-Lokale halt heißen. Aber ein Restaurant in den dritten Stock eines Gebäudes, das sich auf einem ehemaligen Betriebsgelände im Wiener Outback befindet, zu setzen, das man von der Straße aus nicht sieht, auch nicht, wenn man direkt davor steht, ist schon gewagt. Denn von den 100 Leuten, die hier ihre Fetische verwahren, kann ein Lokal nur leben, wenn die mindestens dreimal in der Woche einkehren würden.

Aber okay, hübsch ist das V8cht zweifellos: riesengroß, dezent in Schwarz, Grau und Massivholz gehalten, die Bar ist prächtig bestückt, „Getränke verkaufen, das kann ich wirklich“, sagt Geschäftsführer Jan Christoph Pollak, der unter anderem das Panigl in der Josefstadt führte und dann lange im Management des Passage-Clubs tätig war. Eines der schönen Autos kann mit Aufzug ins Lokal gebracht werden, augenblicklich ist das ein alter Bentley, effektiver Bringer aber ist wohl die umlaufende Terrasse, von der aus man – nun ja – nach Hetzendorf und Atzgersdorf blickt.

Die Küchenlinie ist mediterran ausgerichtet, wobei der aus Saragossa stammende Küchenchef spanische Akzente setzt. Die Salmorejo Cordobés, eine pikante, cremige Paradeissuppe, die mit einer Schreibe knusprig gebratenem Serrano und mit hart gekochtem Ei serviert wird, war wirklich gut (€ 5,90). Der „Räucherlachskuchen“ – ein Stück einer Toastbrot-Majonnaise-Räucherlachs-Torte – erinnerte eher an den schönen Opel aus dem Erdgeschoß: 70er-Jahre und teuer (€ 13,90).

Steak gibt es auch, das ist in einem Auto-Lokal unvermeidbar. Dass man für ein tadellos gebratenes Rumpsteak Fleisch aus Argentinien importieren muss, wirkt heute irgendwie absurd und für seinen Preis (€ 30,–) hatte das Gericht zu wenig zu bieten.

Schade, dass man nicht den Mut hatte, eine Speisekarte mit Roadkill zu machen. Das wäre zumindest originell gewesen.

Resümee:

Im obersten Stockwerk einer Oldtimer-Garage bekommt man mehr oder weniger spanisches Essen mit Blick auf die Schnellbahn.