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Monte Ofelio Bar Schottenbastei

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

© Oliver Jiszda Photography

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© Monte Ofelio Bar

Foto: Monte Ofelio Bar


Zweites Lokal der Brüder Luca und Dario Formisano. Italienische Aperitivo Bar mit einer passablen Auswahl an Weinen, dazu gibt es Panini, Tramezzini und südländisches Lebensgefühl. Vormittags Cornetti mit unterschiedlichen Füllungen (Crema Pasticcera, Crema Pistacchio etc.), zur Weihnachtszeit auch Panettone; italienischer Kaffee, Naturweine und Cocktails (z.B. Negroni Sbagliato); alle Speisen und Getränke auch zum Mitnehmen. Klimaanlage. Schanigarten für ca. 18 Pers.

Adresse:
Adresse:
Schottenbastei 2
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
0676/331 24 74
E-Mail:
E-Mail:
schottenbastei@monteofelio.com
Website:
Website:
www.monteofelio.com
facebook.com/MONTE-OFELIO-BAR-Schottenbastei-106862701673707
instagram.com/monteofeliobar
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 7.30–22 derzeit geschlossen
Aufgrund der aktuellen COVID-Richtlinien gilt derzeit für die Gastronomie die 2G-Regel sowie eine allgemeine Sperrstunde um 22 Uhr. Bitte beachten Sie, dass die aktuellen Öffnungszeiten ggf. abweichen können.
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Küche:
Küche:
Italienisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen vor 8, Essen zum Mitnehmen, Gastgarten

Granitissima!

Der italienischste Ort von Wien hat jetzt einen Innenstadt-Ableger

FLORIAN HOLZER | 3.8.2021

Italiener zu sehen ist in Wien jetzt nicht so wahnsinnig schwierig. Aber nirgendwo ist die Italiener-Dichte größer als in der Delikatessenbar von Dario und Luca Formisano in der Oberen Augartenstraße. Im Monte Ofelio sind seit seiner Eröffnung vor fünf Jahren die Italiener nicht nur zu Gast, sondern quasi zuhause. Angebot und Qualität sind italienisch, Personal und Gäste sind italienisch, Stimmung und Umgangssprache sind italienisch. Im Monte Ofelio wird man selbst ein bisschen italienisch.

Und weil der kleine Laden mit den guten Alimentari, Cocktails und Espressi vom ersten Tag an brummte, überlegten sich die Brüder schon seit langem ein zweites Lokal. Von einem Restaurant im Karmeliterviertel war die Rede, vor zwei Jahren hatten sie dann einmal kurz die Filmbar bei der Albertina. Es fand sich aber irgendwie nie das Richtige.

Jetzt vielleicht schon, denn sie übernahmen kürzlich Maria Fuchs’ wunderbares Cin Cin, mit dem die Pizza-Mari’-Chefin 2016 die echteste Aperitivo-Bar der Stadt machte: Der Architekt Hermann Czech sorgte in dem winzigen Raum für dichte Atmosphäre, Fuchs richtete daneben sogar eine Bäckerei ein, viel Ambition auf engstem Raum – ging sich voriges Jahr nicht mehr aus.

Die Formisanos änderten gleich einmal gar nichts, weil schöner kann man dieses Lokal nicht mehr machen. Aber sie brachten ihr Team mit, charmante Süditaliener, die sich auskennen mit dem, was sie da tun.

Zum Beispiel aus bitteren italienischen Likören herrlich erfrischende Sommergetränke zu mixen wie den Cynar Spritz (€ 7,80). Und nirgendwo findet man derzeit bessere Tramezzini: wenige Zutaten, dafür aber die besten, etwa Salami vom Piemonteser Kleinproduzenten, Artischockencreme, Paradeiser, fertig. Herrlich (€ 4,80). Zum Stadtgespräch wird die kleine Bar aber wahrscheinlich wegen des irrwitzig guten Gebäcks werden, das in der Bäckerei nebenan selbst und frisch hergestellt wird, etwa die krachend knusprige Coda d’Aragosta, ein legendäres Blätterteig-Weckerl aus Neapel, das hier mit Pistaziencreme gefüllt wird. Oida!

Aber da geht noch was drüber: Die Monte Ofelios verzichten nämlich zum Glück auch nicht auf Granita, das Rühr-Sorbet aus dem Automaten, ohne die ein italienischer Sommer eben kein italienischer Sommer ist. Zwei verschiedene werden gemacht, eine aus Zitronensaft, eh klar, und eine aus zwei verschiedenen sizilianischen Mandelsorten. Über die man sich dann einen – erstklassigen – Espresso leeren lassen kann. Bistdudeppert, glaube nicht, jemals besseren Eiskaffee gehabt zu haben (€ 5,40).

Und wem das noch nicht zur Ekstase reicht, der kann sich auch noch einen italienischen Büffelmilch-Bailey’s drübergeben lassen, da sollte dann aber ein Arzt anwesend sein.

Resümee:

Monte Ofelio bekam eine Schwester, die anders aussieht, bisschen was anderes und Espresso mit Mandel-Granita bietet.