Restaurant/Gaststätte Vegetarisch, vegan Lokalkritik

Harvest

© S. Sobek

© Harvest

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Hübsches, luftiges und helles Veggie-Café, dessen Küche sich auf etwas höherem Niveau bewegt, als man es in Wien gewöhnt ist; Mittagsbuffet von 12-15; das Gemüse kommt von regionalen Händlern. Getränkekühlschrank mit einer großen Auswahl an regionalen und internationalen Bieren und Weinen. Vegane Kochkurse.

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Adresse:
Adresse:
Karmeliterplatz 1
1020 Wien
Telefon:
Telefon:
0676/492 77 90
E-Mail:
E-Mail:
harvestbistrot@yahoo.com
Website:
Website:
www.harvest-bistrot.at
www.facebook.com/HarvestVegetarianBistrot
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mi–So, Fei 10–24, Sa, So, Fei 10–16 All-Vegan-Brunch (Reservierung empfohlen)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Gaststätten, Restaurants, Beisln
Küche:
Küche:
Vegetarisch, vegan
Sonstiges:
Sonstiges:
Brunch, Essen am Sonntag, Essen zum Mitnehmen, Kochkurse

Ernte 23

Ein Wiener Traditionsbeisl ohne Zwischendecke und mit vegetarischer Küche
FLORIAN HOLZER | 8.1.2013

Marcus Westenberger, Mitbegründer und früherer Programmchef im Ost-Klub, war dann irgendwann einmal in Indien und bekam dort mit, dass vegetarische Küche nicht nur gut, sondern auch völlig normal und alltäglich sein kann. Eine Erfahrung, die sich einem in Wien ja nicht so wirklich aufdrängt, selbst wenn die Eltern Vegetarier sind, so wie bei Westenberger der Fall, und sogar Gastronomen, dem Publikum zuliebe aber halt auf Fleischgerichte auf der Karte nicht verzichten können.

Und weil er gegenüber wohnt, hatte er dieses Beisl am Karmeliterplatz immer ein bisschen im Auge, den ehemaligen Eder, Traditionsgasthaus seit 1956 und in den vergangenen Jahrzehnten mit unterschiedlichsten Bezeichnungen dem stilistischen und kulinarischen Untergang geweiht. Plötzlich stand da was von Verkauf, und Westenberger ergriff die Chance zur Ost-Klub-mäßigen Entschleunigung und machte ein Veggie-Lokal.

Der Weg dorthin war kein leichter, erzählt er, weil’s halt schon extrem dreckig und verkommen war und die Fritter ihre geruchliche und haptische Patina hinterlassen hatten. Also alles raus, vor allem die Zwischendecke aus den 1970ern, ein paar weiß gestrichene Anrichten fürs Amsterdam-Feeling, dezente Musik und bunte Bilder von Oliver Feistmantl, und aus dem Grindbeisl entstand ein gar nicht ungemütliches, luftiges und helles Veggie-Café mit dem schönen Namen Harvest.

Stilistisch will sich Westenberger nicht einengen, asiatisch, mediterran, österreichisch, beim Gemüse schon, das bezieht er bei Adamah oder bei Mario Berber am Naschmarkt. Fein, einziges Problem vielleicht: Es wird nicht frisch gekocht, und das schließt Gemüseküche auf wirklich hohem Niveau halt eher aus. Im Harvest sind vielmehr Eintopfgerichte das Thema, die in Rechauds warm gehalten werden. Was etwa bei einem angenehm gewürzten Lauch-Stangensellerie-Brokkoli-Eintopf kein Problem war und auch bei so einer Art Gemüsereis zumindest nicht sehr an der Performance kratzte.

Ein vegetarisches Gröstl machte dafür schon einen etwas trockenen Eindruck, abgesehen davon, dass Tofuwurst ohnehin eine abzulehnende Verbeugung vor der Fleischküche ist. Der Gurkensalat mit Feta war unaufregend und gut mariniert, die Lauchsuppe am Ende des Tages schon ein wenig unfrisch.

Das Dessert, eine Art Schokohaufen (Crumble sagt man da jetzt, oder?) mit Nuss und Birne, war jedenfalls sehr viel besser, als es aussah.

Boniert wird nach Einheitspreis und Tellergröße, ein Schälchen was auch immer kommt auf 3,30, ein kleiner Teller auf 4,40, ein großer auf 6,60 Euro. Warum in dem Getränkekühlschrank eine nicht uninteressante Auswahl von Wodkas kühlt, ist ein bisschen unklar, da dürfte es sich noch um ein Relikt des Ost-Klubs handeln.

Resümee:

Vegetarische Küche auf etwas höherem Niveau, als man es in Wien gewöhnt ist, preiswert und im hübschen Lokal serviert.


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