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Meinklang Hofladen

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Kombination aus Bäckerei, Shop, Fleischhauerei und Lokal. Verarbeitet werden biodynamisch produzierte Produkte zu außergewöhnlichen Hofladen-Gerichten (im Frühling z.B. lauwarmen Erdäpfelsalat aus drei verschiedenen Erdäpfelsorten mit Grammelschmalz, Vogelmiere, Wildkerbel, frischem Bärlauch und fermentierten Bärlauchknospen). Frühstück bis 12, 11–15 Mittagsangebote. Weinbar mit kleiner Speisekarte. Weinkeller mit Platz für bis zu 20 Pers. (für Feiern, Weinverkostungen etc. geeignet). Schanigarten für 20 Pers.

Adresse:
Adresse:
Margaretenstraße 58 (Ecke Franzensgasse)
1050 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/384 94 70
E-Mail:
E-Mail:
hofladen@meinklang.at
Website:
Website:
meinklang.at
instagram.com/meinklang_hofladen
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Fr 9–19, Sa 9–18 derzeit geschlossen
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bistros
Sonstiges:
Sonstiges:
Frühstück, Gastgarten

Eier aus Beton

Österreichs größter Demeter-Bauernhof eröffnete in Wien ein Hofladen-Lokal

FLORIAN HOLZER | 29.3.2022

Biodynamischer Wein hatte bis vor ein paar Jahren keinen besonders guten Ruf: Mondphasen-Orientierung, Weingarten-Homöopathie mit „dynamisierten“ Tees, das Vergraben von Kuhhörnern und anderer esoterischer Schmafu führten nicht gerade dazu, dass diese Weine ernst genommen wurden. Abgesehen davon, dass die wenigsten davon trinkbar waren.

Das hat sich dank Werner und Angela Michlits geändert. Die beiden holten das Thema vor knapp 20 Jahren aus dem obskuren Jute-Eck, modernisierten sowohl Kellertechnik als auch Marketing ihres wirklich großen Weinguts Meinklang, sorgten mit Weinen wie dem „Graupert“ aus absichtlich verwilderten Weingärten und dem „konkret“, ein in riesigen Beton-Eiern ausgebauter Rotwein der Sorte St. Laurent, auch in der Weinszene für Beachtung.

Wirklich erstaunlich wird’s aber, wenn man sich die größeren Zusammenhänge ansieht: Die 2500 Hektar Landwirtschaft im burgenländischen Seewinkel besteht aus Weinbau, Viehzucht und Getreideanbau, biodynamisch und Demeter-zertifiziert alle drei, fokussiert auf alte Sorten und Rassen und natürlich der Rudolf-Steiner’schen Lehre folgend, dass all das in einem Kreislauf des gegenseitigen Nutzens abzulaufen habe.

Und das ist – aller Esoterik zum Trotz – dann schon recht überzeugend. Nicht zuletzt wegen der kreativen Vermarktung: Auf Basis der Demeter-Urgetreide von Meinklang wurde 2007 in Salzburg die Brauerei Gusswerk gegründet, und voriges Jahr beschlossen die Michlits, den etwas anderen Hofladen zu starten: Zwei Boku-Studenten bauten dafür extra alte Gemüsesorten an, ein irischer Bäcker begann, mit den Meinklang-Mehlen Sauerteigbrote zu backen, voriges Jahr zuerst als Pop-up in der Schleifmühlgasse, seit ein paar Wochen in einem wirklich großen Lokal in der Margaretenstraße, das aus Bäckerei, Shop, Fleischhauerei und auch einem Lokal besteht. Wow.

In dem bereitet Tobias Wachsenegger, ein junger Koch-Autodidakt, aus den hofeigenen Produkten definitiv außergewöhnliche Hofladen-Gerichte zu. Lauwarmer Erdäpfelsalat aus drei verschiedenen Erdäpfelsorten mit Grammelschmalz, Vogelmiere, Wildkerbel, frischem Bärlauch und fermentierten Bärlauchknospen, Oida (€ 10,–)! Rote Rüben werden gedämpft, auf Topfen gesetzt und mit frischem, senfig-scharfem Pflücksalat bedeckt (€ 10,–). Und das Karree vom Fettschwein Mangalitza brät Wachsenegger saftig rosa und gibt einen Salat aus Brot-Croutons, Ei, weißen Radieschen und Wildkräutern sowie eine Salsa verde aus den Stängeln von Wildkerbel, Bärlauch und Radieschenblättern dazu. Allein die zwei Beilagen zum Fleisch enthalten mehr Vitamine als zwölf ­Superfood-Smoothies (€ 15,–).

Resümee:

Lebensmittelkauf und gut essen direkt beim Bio-Erzeuger. Wieder eine Ausrede weniger, irgendeinen Mist im Supermarkt einzukaufen.



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