Cafés, Espressos Empfohlen Lokalkritik

Landtmann's Jausen Station

Ehemalige, komplett renovierte, Meierei im Kronprinzengarten; Frühstück (€ 4,– bis € 29,–); saisonale Wiener und österreichische Küche, regionale Produkte (HS € 7,90 bis € 11,20), Brettljause (€ 4,– bis € 12,70), hausgemachte Mehlspeisen aus eigener Konditorei (ca. € 4,90), Sundowner. Riesige Hightech-Sonnenschirme und buntes Designergartenmobiliar. 4 Kindersessel, Wickeltisch, Spielplatz; drinnen 50 Sitzplätze, Gastgarten für 250 Pers., Liegestühle. Hunde im gesamten Schlosspark verboten.

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Adresse:
Adresse:
Schloß Schönbrunn (Schloßpark/Kronprinzengarten)
1130 Wien
Telefon:
Telefon:
01/241 00-380
E-Mail:
E-Mail:
jausenstation@cafe-wien.at
Website:
Website:
www.landtmann-jausenstation.at
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
15. März bis 19. November Mo–Fr 10–23.30, Sa, So, Fei 9–22.30, warme Küche bis 17.30
derzeit geschlossen
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Cafés, Espressos
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen im Grünen, Essen mit Kindern, Frühstück, Gastgarten, Hunde nicht erlaubt, Nichtraucherlokal, Rollstuhlgerecht

Die gelandtmannte Meierei

Der Kronprinzenpavillon in Schönbrunn wurde Teil des Kaffeehaus-Imperiums
FLORIAN HOLZER | 12.8.2013

Das ist jetzt ein bisschen ambivalent. Denn einerseits kann man natürlich nichts dagegen haben, dass die Meierei im Kronprinzengarten, dieser malerische, so wunderbar versteckte, damit auch kaum frequentierte und über die Jahrzehnte als Schönbrunn-Geheimtipp funktionierende Cafépavillon, jetzt ganz neu und frisch und proper ist.

Andererseits war es hier eben genau deshalb immer so super, weil hier gar nichts neu und frisch und proper war, sondern im Gegenteil altmodisch, verschlafen und 1950er-Jahre-gestrig. Und weil man hier von dem Millionen-Besucher-Theater ein paar hundert Meter weiter so überhaupt gar nichts mitbekommen hat, sondern da einfach nur relativ unbehelligt sitzen konnte, Toast oder Würsteln aß, deren Teller auf dem Silbertablett serviert wurde, schlechten Kaffee trank und auf diese seltsamen begrünten Becken schaute und sich fragte, ob da vielleicht mal Wasser drin war.

Die besinnliche Aura des Kronprinzengartens hat sich natürlich auch mit Meierei neu nicht verändert. Die Berichterstattung allerdings schon, alle Lifestylegazetten und -beilagen sind ganz aufgeregt, weil schließlich Landtmann übernommen hat, weil hier schließlich Kaiser Franz Joseph als Kind gespielt hat (das kommt immer gut!) und weil das jetzt halt nicht mehr 1950er-Jahre-altmodisch ist, sondern gründlich runderneuert wurde, alles weiß gestrichen, neue Thermofenster, Kräutersträußchen auf die weißen Tische, riesige Hightech-Sonnenschirme und buntes Designergartenmobiliar auf den Kies, 200 Sitzplätze draußen, 60 drinnen, Power, Power, Power. Und Frühstück natürlich, ganz viel Frühstück.

Mir gehen die properen, weißen Sonnenschirmfrühstückslokale mit ihren Kräutersträußchen jetzt aber schön langsam ein bisserl auf den Nerv. Und ich finde, nicht nur Bugaboo-Mütter und Runtastische-Lifeaktivitäts-Jogging-Facebooker haben ein Recht auf gastronomische Versorgung in Schönbrunn, sondern auch retro-affine Misanthropen wie ich. Aber bitte.

Also Salat mit gebratenem Ziegenkäse, eh klar, eine eindrucksvolle Glasschüssel mit gut einem halben Kilo diverser grüner, gelber und roter Blättchen, Babyspinat, Rucola, Mini-Lollo-rosso und dergleichen, vier Stücken Bratkäse und – Überraschung – einer guten Handvoll Himbeeren.

Himbeeren im Salat, na okay, dafür ein banales Dressing, das die Tiefen des Salattroges auch kaum erreichte, dennoch: Das war definitiv kein schlechter Salat (€ 9,70).

Brettljause gibt’s auch, zwei Scheiben Schnittkäse, ein bisschen Geselchtes, das halt nach nichts schmeckte, ein bisschen Rohschinken, der zumindest nach Rauch schmeckte, Pfefferoni, Gurkerl, Butter, Brot. Also da wäre noch ziemlich Luft nach oben, von mir aus sogar mit Himbeeren (€ 11,–). Der Kaffee wurde ein bisschen besser, immerhin.

Resümee:

Der letzte Lokal-Geheimtipp in Schönbrunn wurde aufgehübscht, durchgestylt und vollgehippt. Was man gut finden kann.

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