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Lolo & Lola

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

© Wynn Florante

Foto: Wynn Florante

© Wynn Florante

Foto: Wynn Florante


Modern interpretierte philippinische Küche mit internationalen (v.a. spanischen) Einflüssen; auch vegane Gerichte; österreichische Weine, hausgemachte Limonaden, spannende Spritzgetränke. Kindersessel. Lokal für 23 Pers. (für geschlossene Gesellschaften geeignet), Schanigarten in der Fußgängerzone Spittelberggasse für 35 Pers.

Adresse:
Adresse:
Burggasse 19
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
01/361 03 33
E-Mail:
E-Mail:
restaurant@lolo-lola.at
Website:
Website:
lolo-lola.at
facebook.com/loloundlola
instagram.com/lolo_und_lola
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Fr 17–22, Sa, So 12–22 jetzt geöffnet (schließt um 22:00 Uhr)
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Küche:
Küche:
Asiatisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen zum Mitnehmen, Gastgarten, Klimaanlage

Das Filipino-Schnitzel

Österreichs zweites philippinisches Lokal setzt auf Integration

FLORIAN HOLZER | 12.4.2022

An die 30.000 Menschen mit philippinischem Migrationshintergrund leben in Österreich. Damit sind Filipinos die viertgrößte ethnische Gruppe aus Asien des Landes, die meisten von ihnen leben in Wien.

Filipinos gelten als katholisch und konservativ, ab den 1970ern wurden sie von der Stadt Wien aktiv nach Österreich geholt, um in der Pflege zu arbeiten. Von ihrer Kultur weiß man in Österreich wenig, von ihrer Esskultur so gut wie gar nichts. Was auch daran liegt, dass die Familie in der philippinischen Gesellschaft eine extrem starke Rolle spielt und sich die Filipino-Küche hauptsächlich in deren Rahmen abspielt.

Earl Valencia kam mit elf Jahren nach Österreich und nachdem er eine Koch/Kellner-Lehre in Pörtschach gemacht hatte, war ihm klar, dass ein eigenes Lokal mit philippinischer Küche einmal das Ziel sein müsse. Zuerst einmal war er aber noch von 2010 bis zum vergangenen Jahr beim als Profi-Schmiede bekannten Motto am Fluss, dann bot sich die Gelegenheit, am Spittelberg ein kleines, ehemals indisches Lokal zu übernehmen.

So klein, dass er zu optischen Tricks greifen musste und die Wände seines Lolo & Lola – auf Deutsch Oma & Opa – nicht nur hübsch verflieste, sondern auch gleich verspiegelte, was das enge Mini-Lokal im Erdgeschoß eines Biedermeierhäuschens gleich ein bisschen offener erscheinen lässt.

Auch hinsichtlich der Küche machte sich Earl Valencia Gedanken, verwendet heimische Zutaten, reduziert den für Europäer sonst nur schwer erträglichen Zuckergehalt der Gerichte, verzichtete (leider) auf die aromatisch doch recht dominante fermentierte Garnelenpaste und auf landestypische Spezialitäten wie das angebrütete Entenei sowieso. Und er versuchte, die philippinische Küche, „die doch sehr fleischlastig ist, Schwein fehlt da eigentlich nie“, in Richtung vegan zu trimmen – nicht zuletzt wegen 1070 und Spittelberg und so.

Umso überraschter war Earl dann, dass es gerade die Fleischgerichte waren, die in den ersten Tagen besonders stark nachgefragt wurden. Adobo zum Beispiel, im Original in Essig, Sojasauce und Gewürzen geschmortes Fleisch, das im Lolo & Lola durch nur leicht mariniertes Karree ersetzt wird, dem die Küche eine extraknusprige Panier aus Panko-Bröseln angedeihen lässt (€ 15,–). Und „Sizzling Sisig“, Bauchfleisch mit Hühnerleber und Ei im heißen Reindl, ist immer als Erstes ausverkauft. Kilawin, eine philippinische Ceviche-Verwandte, besteht hier aus rohem Zander und Mango-Chutney. Vom Zander schmeckt man zwar nichts, ist aber trotzdem gut (€ 10,50). Und besonders erfreulich: Es gibt sogar philippinisches San-Miguel-Bier.

Resümee:

Der Versuch, den Wienern und Wienerinnen die philippinische Küche schmackhaft zu machen, gelingt durchaus gut. Ein bisschen mehr Herausforderung könnten wir aber durchaus ertragen.



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