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Der Grieche

© Christopher Mavrič

Foto: Christopher Mavrič


Ältestes griechisches Restaurant in Wien, 2021 von Vasileios Salamanopoulos neu übernommen und wieder geöffnet. Zeitgenössische griechische Küche, bis 17 Mittagskarte "Der Grieche Marina" mit typischen Gerichten der hellenischen Tavernenküche, ab 18 "Hellenic Fine Dining"; griechisches Bier, offene und Flaschenweine aus Griechenland. Alle Speisen auch zum Mitnehmen. Schanigarten.

Adresse:
Adresse:
Barnabitengasse 5
1060 Wien
Telefon:
Telefon:
01/890 69 40
E-Mail:
E-Mail:
reservierung@dergrieche.wien
Website:
Website:
www.dergrieche.wien
facebook.com/dergrieche.wien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 11–24, Küche 11–17 und 18–23
derzeit geschlossen
Parken:
Parken:
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Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€€ (Hauptspeisen € 15-25)
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Küche:
Küche:
Griechisch

Eulen nach Wien tragen

Wiens ältestes griechisches Lokal hat wieder offen. Und es ist besser denn je

FLORIAN HOLZER | 27.7.2021

Vor 55 Jahren bastelten in Griechenland gerade die Royalisten und der CIA an der Vorbereitung des Obristenputsches, als der junge Panos Tsatsaris nach Wien kam, um Medizin zu studieren.

Und dann stattdessen das erste griechische Lokal Wiens namens Der Grieche in der Barnabitengasse aufmachte, mit griechischer Küche und vielen griechischen Ex-Pats als Gästen.

Das blieb auch nach dem Tod von Herrn Tsatsaris im Jahr 2003 so und auch noch, nachdem die Familie Tsatsaris den Griechen 2011 an eine andere Familie übergab, die das mittlerweile riesige Lokal bis 2018 führte.

Der Grieche war prägend für das ganze Grätzel. Gegenüber machte Tsatsaris’ Sohn irgendwann eine griechische Cocktailbar auf, in den Häusern rundherum leben bis heute viele Griechen, und 2017 eröffnete in der Gasse auch noch der wunderbare griechische Feinkostladen Rosmarin. Die Barnabitengasse wurde zu Wiens Little Saloniki.

Und war damit auch für Vasileios Salamanopoulos von Bedeutung. Salamanopoulos hatte in den vergangenen Jahren mit seiner Familie ein beachtliches Lokalimperium im Weinviertel aufgebaut und träumte immer davon, in Wien ein so richtig gutes griechisches Restaurant aufzumachen, um endlich mit dem miesen Image der griechischen Küche aufzuräumen.

Also übernahm er nun den Griechen, „nicht, um Geld zu verdienen“, wie er sagt, „sondern für die Seele“. Okay, die Renovierung hätte etwas dezenter ausfallen können, aber egal, dafür holte er sich Gikas Xenakis als Berater, einen der renommiertesten Vertreter der neuen griechischen Küche, der mit Küchenchef Thomas Papas eine wirklich tolle Karte entwickelte.

Abends gibt’s „Hellenic Fine Dining“, also griechische Küche in Gourmetversion, und wer jetzt lacht, soll es bitte einfach probieren. Es ist super.

Mittags – also bis 16 Uhr – wiederum wird etwas einfacher gekocht, also Tavernenküche, aber halt auf edel. Das etwas leichtere und feinere Tzatziki, ein wunderbarer Melitzanosalata aus grob gehackten Melanzani, Petersilie und Sesampaste mit Sauerteigbrot (€ 6,40) oder Tomatokeftedes, die leichten Paradeiserpuffer aus Santorin mit Joghurt-Basilikum-Minz-Sauce und grünem Salat (€ 7,50).

Abends gibt es Choriatiki, den Bauernsalat mit Roggenbrot-Croutons und Meeresfenchel, großartig. Und auch wenn das Zitronenhühnchen mit Chorta (einem herrlichen und je nach Saison wechselnden Wildblattgemüse) zur Wahl stand, konnte ich einem Moussaka aus Kalbsbäckchen einfach nicht widerstehen (€ 14,80). Und gut war’s, man muss sich halt nachher eine Stunde hinlegen.

Es gibt griechisches Bier, und sogar die Karte mit den offenen Weinen ist super, die mit den Flaschen sowieso. Gut, dass es den Griechen wieder gibt.

Resümee:

Der legendäre Grieche bietet jetzt abends griechische Gourmetküche und mittags edel gekochte Tavernenkost. Beides super.


Der Grieche 6., Barnabiteng. 5, Tel. 01/890 69 40, Mo–Sa 11–24 Uhr, www.dergrieche.wien