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Stanko + Tito

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Das ehemalige Spittelberg wurde 2022 von Max Stiegl übernommen. Neu interpretierte Hausmannskost aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, z.B. Poncgar (besteht aus Käferbohnen und Zwetschkenröster, € 6,– ), gefüllte Calamari (€ 15,–) oder „Riba bez Mesa“ (Branzino-Karkasse in Backteig frittiert, € 15,–); mittags gibt es Balkan-Streetfood zum Mitnehmen.

Adresse:
Adresse:
Spittelberggasse 12
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
01/587 76 28
Website:
Website:
www.stankoplustito.wien
instagram.com/stankoplustito
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mi–Sa ab 11.30, Abendessen 17.30–22.30
derzeit geschlossen
Parken:
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Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Küche:
Küche:
Balkan
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen zum Mitnehmen

Der Balkan-Express

Eine Nobel-Brasserie aus dem Haselsteiner-Imperium wird zum Edel-Jugo

FLORIAN HOLZER | 11.10.2022

Max Stiegl ist ein Sonntagskind: 1980 (an einem Sonntag) im damals noch jugoslawischen Koper als Željko Rašković geboren, kam er als Kind nach Österreich, lernte Kochen und hatte bei seiner ersten Stelle als Küchenchef im Ruster Inamera das Glück, der weltweit jüngste Koch zu sein, der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Ein paar Jahre kochte er in Wien, legte da eine tolle Innereien-Küche vor, und wurde 2007 vom Wiener Anwalt und Weinsammler Hans Bichler engagiert, dessen frisch renoviertes Gut Purbach zu leiten. Hier wurde Stiegl aufgrund seiner gewitzten Übersetzung von pannonischer Hausmannskost in die Gourmet-Welt rasch zum Begriff, sorgte mit Gerichten von Kuh-Euter und Schweinsblase für Aufsehen, vor allem mit seinem inszenierten Sau-Tanzen.

Vor zwei Jahren starb Hans Bichler und vermachte Max Stiegl das Restaurant. Anlässlich der Lockdowns reagierte Stiegl blitzartig und organisierte einen landesweiten Versand von eingerextem pannonischem Essen, der Zuspruch war enorm. Voriges Jahr engagierte ihn die Haselsteiner-Unternehmensgruppe, das Restaurant im Knappenhof an der Rax neu zu positionieren, machte er, heuer im Mai wurde bekannt, dass das auch im Haselsteiner-Lokal am Spittelberg passieren werde.

Max Stiegl hat das Glück des Tüchtigen und des Mutigen. Weshalb er aus der Edel-Brasserie mit Richness-Faktor 10 etwas machte, womit man jetzt wirklich nicht gerechnet hätte: Stanko + Tito, ein vergleichsweise günstiges Lokal mit Hausmannskost aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, aber halt Stiegl-mäßig neu interpretiert. Er wolle weg von der schwermütigen Schweinefleisch-Grillerei der serbischen Küche, sondern da auch eine kroatisch-slowenisch-makedonisch-albanische Vielfalt und Leichtigkeit reinbringen. Starke Ansage.

Die Dosen mit dem Karlovačko sind in den früheren Champagner-Kühlern kaltgestellt, aus den Lautsprechern tönt Balkan-Pop und in der Küche steht der großartige Tomaž Fink, ebenfalls Slowene, und so geht’s dann dahin: mit gebratenem Paprika, Grammeln, Bauern-Kajmak und hausgemachtem Maisbrot (€ 3,–), einem sagenhaften Gericht namens Poncgar, das aus Käferbohnen und Zwetschkenröster besteht (€ 6,–), mit herrlichen, mit Djuveč prall gefüllten Calamari (€ 15,–) oder „Riba bez Mesa“, Fisch ohne Fleisch: Branzino-Karkasse in Backteig frittiert, knusprig, und erstaunlich, wie viel da noch dran ist (€ 15,–). Mittags gibt’s Balkan-Streetfood im Lepinja-Fladenbrot, also extrem knusprige Rind-Lammfleisch-Ćevapčići oder sagenhaft gute Sarma. Oder Spanferkel, im Pizza-Ofen geröstet (je € 9,50). Oida, sjajno.

Resümee:

Die witzigste und originellste Transformation eines Nobellokals seit langem – Sarma & Ćevapčići statt Taubenbrust.



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