Restaurant/Gaststätte Lokalkritik

Völlerei

© Heribert Corn

© José Boceta

© José Boceta


Das ehemalige Café Berger am Yppenplatz wurde neu übernommen, dezent renoviert und wird jetzt mit großartiger neuen österreichischen Küche bekocht (HS € 9,– bis € 35,–). Eines der wenigen Lokale, in dem man Frastanzer Bier offen bekommt. Kindersessel. WLAN. Gastgarten für 40 Pers.

Anzeige

Adresse:
Adresse:
Brunnengasse 69 (Eingang Yppenplatz)
1160 Wien
Telefon:
Telefon:
01/942 65 37
E-Mail:
E-Mail:
voellereiwien@gmail.com
Website:
Website:
https://www.facebook.com/VoellereiWien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Sa ab 17
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Gaststätten, Restaurants, Beisln
Sonstiges:
Sonstiges:
Gastgarten, Nichtraucherlokal, WLAN

Engelmaiers Nachfolger

Schon wieder Yppe, schon wieder ganz anders, schon wieder sehr gut
FLORIAN HOLZER | 28.3.2017

Vergangene Woche wurde hier von einem alten Beisl in der Leopoldstadt erzählt, wo aus dem zwischenzeitlich vorarlbergerisch genutzten Xi das nette KaFee von Sinnen gemacht wurde. Diese Woche schlagen die Vorarlberger zurück: Diana Fritz und Lukas Lang – sie ehemalige Eventmanagerin, er Betreiber des Craft-Beer-Lokals Brauhund in der Märzstraße – kommen aus Feldkirch, erfuhren, dass das Café Engelmaier am Yppenplatz frei werde, legten ihr Konzept eines klassisch gehaltenen Gasthauses mit etwas modern angehauchter Wiener Küche vor und waren auf einmal Engelmaiers Nachfolger.

Das Engelmaier: Am doch recht heterogen gastronomisierten Yppenplatz war das Engelmaier, über dem seit jeher riesengroß „Café Berger“ stand (und immer noch steht), einer der letzten Traditionalisten. Mit viel altem Holz, patinageschwärzter Oberfläche, Kanonenofen, Resopaltischen und einem Holzboden, so ausgetreten, dass man ihn als faltig bezeichnen darf. Fritz und Lang ließen das alles so, beziehungsweise malten neu aus, gaben der Lamperie eine etwas dunklere Farbe und setzten den fast schon absurd hohen Raum mit neuem Licht dramatisch in Szene. Ah ja, und die Schank bekam eine neue Hülle aus Kacheln vom alten Kachelofen seiner Großmutter, erzählt Lukas Lang. Inmitten dieser sakral wirkenden Beisl-Basilika bekam die Schank nun ein bisschen was Altarhaftes. Passt.

Aber die Vorarlberger achteten nicht nur darauf, dass ihr Lokal gut aussieht, sie organisierten auch, dass aus dem Zapfhahn das herrliche Frastanzer Bier strömt (schräg: Frastanzer gab’s in Wien bisher nur einmal, und zwar dereinst im Kiosk in der Schleifmühlgasse – für dessen kulinarisches Konzept Raetus Wetter zuständig war, der 2009 sein Lokal ebenfalls am Yppenplatz eröffnete ...). Und fürs Essen sorgt Philipp Hauer, der das vorher schon im Roten Bären machte, und zwar mit einer kleinen, definitiv etwas anderen Karte: „Schweinswedl“ zum Beispiel, also das (wenige) Fleisch vom Schweineschwanz ausgelöst, zu einem kleinen Brikett geformt und – ein bisschen sehr dick – paniert, super (€ 6,50)!

Aus Brunnenkresse wurde eine Suppe gemacht, die erfreulicherweise nicht vom Obers erschlagen wurde, wie bei solchen Suppen sonst immer der Fall, schön grün, schön scharf, und der kleine Käsestrudel drin passte auch ganz gut (€ 6,–). Und wenn man Kalbszunge bestellt, kommen da zwei butterweich geschmorte, fingerdicke Scheiben mit Fisolen und Erdäpfeln, zugedeckt in einem tiefen Teller – zugedeckt deshalb, weil Philipp Hauer frischen Rauch einfüllte. Schöner Gag, der Nebentisch fragt mit Garantie, was man da hat (€ 11,–).

Großartiges Beisl also, schmeckt super, schaut super aus, Preise sind okay und am Sonntag gibt’s sogar Sonntagsbraten aus dem Rohr. Wenn nur nicht dieser Name wäre: Die Völlerei ...

Resümee: Wieder ein Wiener Beisl, next Generation – mit sehr viel G’spür für Atmosphäre, mit tollem Essen und Bier, mit blödem Namen.


Anzeige

Diese Lokale könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige