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Heuer am Karlsplatz

© heuer

Foto: heuer

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Junges Szene-Lokal im ehemaligen Kunsthallencafé. Küchenchef ist Sebastian Wandl. Casual Fine Dining à la carte sowie kleine Karte. Es werden hauptsächlich regionale und biologische Produkte verwendet; Kaffeerösterei, selbstgemachte Limonaden mit Essig, Weine, Kreativ-Cocktails vom Meistermixer im eigenen Cocktailbar-Bereich. DJs. Kindersessel, Wickeltisch. Tageszeitungen. Für Veranstaltungen mietbar (event@heuer-amkarlsplatz.com). Terrasse für 200, Schanigarten für 60 Pers.

Adresse:
Adresse:
Treitlstraße 2 (Karlsplatz)
1040 Wien
Telefon:
Telefon:
01/890 05 90
E-Mail:
E-Mail:
reservierung@heuer-amkarlsplatz.com
Website:
Website:
www.heuer-amkarlsplatz.com
facebook.com/heueramkarlsplatz
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 16–1, Bar Mi–Sa 16–1, Küche 17–22
derzeit geschlossen
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€€ (Hauptspeisen € 15-25)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Szene
Sonstiges:
Sonstiges:
Gastgarten, Terrasse

Es gibt auch gute Hypes

Das Kunsthallencafé am Karlsplatz ist neuer, als man dachte

FLORIAN HOLZER | 31.3.2014

Auch schon wieder 21 Jahre her. Zugig, gläsern, provisorisch, aber irrsinnig souverän stand der Glasquader da am Karlsplatz, regte anfänglich tatsächlich noch irgendwelche gestrigen Stadtpolitiker auf und lockte ein fröhliches, unbeschwertes Terrassenpublikum, das 1993 ja noch nicht viele Orte in Wien hatte, wo es sich mitten in der Stadt fröhlich und unbeschwert sein ließ. 2002 kam die Kunsthalle dann ins Museumsquartier, das Café blieb stehen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Man wurde fad. Vor zehn Jahren übernahm dann Bernd Schlacher den Glaspavillon, zog sich vorigen Herbst zurück und der Rest war ein gut gehütetes Geheimnis.

Das jetzt umso fulminanter gelüftet wurde, ganz viel Presse, ganz viele Namen, ganz viel Berichterstattung, ganz große Aufregung. Kurz: Der Ex-IT-Unternehmer Andreas Wiesmüller (Lomographische Gesellschaft, Magazin Biber) pachtete; dann gibt es einen „Creative Director“ in Form des Betonküche-Machers Javier Mancilla, den Restaurantleiter Simon Steiner, zuvor Volksgarten Pavillon, und den Küchenlinien-Berater Rainer Stranzinger, aktuell im Vorchdorfer Tanglberg gerade mit drei Hauben bedacht.

So. Der eine Name, der im neuen Kunsthallencafé, das übrigens in „Heuer“ umbenannt wurde, wirklich zählt, lautet aber Peter Fallnbügl. Das ist der Koch, und der ist ein wirklich guter Mann.

Fallnbügl hat in diversen tollen Restaurants in aller Welt gekocht. „Der Knopf ist mir aber erst im Volksgarten Pavillon aufgegangen“, sagt er, wo er mit dem BBQ-Smoker ganz unglaublich tolles Essen fabriziert hat. Einen Räucherofen hat er im Heuer jetzt auch, ebenso einen waschmaschinengroßen Tandoori-Lehmofen, den er sich aus London kommen ließ.

Vor allem aber kocht er seit Oktober ein. Eine ganze Wand des neu gestalteten Kunsthallen-Lokals gehört den Einmachgläsern, Sol-Ei, Graumohnsenf, Rhabarber in Essig, Senfgurke, Vanillezucker, Zitronen in Essig, Schlehen in allen denkbaren Formen ... Und das kommt dann auch alles in der Karte vor, der Rhabarber zuerst als „Shrub“, also Essiggetränk, frisch, gut (€ 2,10), dann als sauer-salziges Fruchtgemüse zum Wildkräutersalat mit Süßkartoffelcreme und gebratenem Chicoree (€ 7,50), „da bleibt absolut nichts davon übrig!“

Von dem, was einem Fallnbügel zum Frühstück serviert, wohl auch nicht, allerdings, weil es so wahnsinnig gut ist: konfierte Entenkeule auf Waffel mit Spiegelei und Ahornsirup. Artsy fartsy?

Wer sich nicht traut, kann ja auch Frühstücksei (€ 1,20) nehmen. Dann kommt der kleine Saibling – im Zeitungspapier – frisch und heiß aus dem Räucherofen, und der ist so was von irrsinnig gut und saftig und zart und rauchig, Wahnsinn, Apfel-Radi-Salat auf Schwarzbrot dazu
(€ 15,50). Da hat sich einmal wer wirklich was Neues überlegt. Sollte man sich anschauen.

Resümee:

Natürlich kann man nach wie vor auf der Terrasse sitzen, Prosecco oder Bier trinken. Da hat man das Beste dann aber halt versäumt.



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