Restaurant/Gaststätte Lokalkritik

Dingelstedt3

© Heribert Corn

© Dingelstedt3

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Klassische Wiener Küche und Gerichte mit modernem Twist, z.B. Kalbsbeuschel, Brezenknödel, gebackene Blutwurst im Wan Tan Teig. Mo–Fr 11–15 tägl. wechselndes 2gg/3gg MM. Kinderportionen, Spielsachen, Wickeltisch. WLAN. Schanigarten für 50 Pers. Behinderten-WC.

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Adresse:
Adresse:
Dingelstedtgasse 3 (Maria vom Siege)
1150 Wien
Telefon:
Telefon:
01/890 87 32
E-Mail:
E-Mail:
restaurant@dingelstedt3.at
Website:
Website:
www.dingelstedt3.at
https://www.facebook.com/Dingelstedt3/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 11–24, warme Küche 11–22.30
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Sodexo-Schecks, Bankomat, VISA, MasterCard
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Gaststätten, Restaurants, Beisln
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen mit Kindern, Mittagsmenü, Nichtraucherlokal, Schanigarten, WLAN

Dann lieber doch nicht Fusion

Ehemaliges Gasthaus Maria vom Siege, die Zweite. Diesmal neo-wienerisch
FLORIAN HOLZER | 18.9.2018

Dass das ON Sud nur vier Monate hielt, hat viele Gründe. Etwa dass die Hürde der chinesisch-mediterranen Fusionsküche vielleicht doch ein wenig zu hoch war, nicht zuletzt fürs Publikum. Oder dass sich Küchenchef George Tsergoulas einfach ein bisschen zu viel vorgenommen hatte und man aus der holprigen Anfangsphase nie so wirklich rauskam. Und sicher auch, dass Besitzer Simon Xie Hong die feindliche Übernahme seines ON market zu schaffen machte. Schade jedenfalls.

Aber das vor einem Jahr großzügig und aufwendig umgebaute ehemalige Gasthaus Maria vom Siege blieb zum Glück nicht allzu lange unbestellt. Denn als er die hochmoderne Küche des ehemaligen ON Sud sah, konnte er einfach nicht widerstehen, gesteht Edi Peregi, weshalb er dem Drängen seines guten Freundes Jakob Jensen und seines Küchenchefs Andreas
Döcler nachgab.

Umgebaut musste nicht viel werden, das Lokal war ja quasi neu, viel eher ging es darum, eine Küchenlinie zu erarbeiten. Nachdem Edi Peregi, Sohn des Fischhändlers vom Schwendermarkt, immer schon ein Sushi-Lokal haben wollte, war die Idee, es noch einmal mit Fusionsküche zu probieren, diesmal halt austro-asiatisch. Jedenfalls seien alle drei dann sehr froh gewesen, erzählt Jakob Jensen, als sie sich doch dazu entschlossen, auf die Fusionssache zu verzichten und stattdessen klassisch Wienerisch zu kochen, aber halt mit ausgewählten Zutaten, ein bisschen kreativ verspielt und optisch – nun ja – ein wenig an asiatische Küchen angelehnt …

Das zeigt sich etwa bei der Vorspeisen-Variation „Dingelstedt’s 3erlei“, wo man sowohl österreichische als auch asiatische Rindfleisch-Appetizer thematisiert, etwa in Form einer wirklich guten, sehr intensiven Rindfleischsulz, eines großartigen, kräftig gewürzten Beef tartare mit reichlich Basilikum und eines Rindfleischsalats, der ein bisschen Sesamöl und Limette abbekam, auch ziemlich super (€ 13,90). Beim Grammelomelette hält sich der Asia-Einfluss in Grenzen, auf getoastetem Schwarzbrot serviert, mit Frühlingszwiebeln und Schnittlauchöl aufgefrischt, herrlich (€ 5,90), und die irrwitzig starke Rindsuppe mit Milzschnitte und Markscheiben erinnerte zwar rein optisch ein bisschen an Ramen, das lag aber wohl in erster Linie am irdenen Topf, in dem sie serviert wurde (€ 5,80).

Apropos, das Geschirr ist zwar wunderschön, aber nicht jedes Gericht ist in Näpfen ideal aufgehoben, den köstlichen gebackenen Karpfen könnte man sich zum Beispiel auch in einem Gefäß vorstellen, in dem er nicht in der (zu süßen) Marinade des Erdäpfel-Endivien-Salates schwimmt, und bei dem man mit Messer und Gabel praktisch ansetzen kann (€ 14,20). Aber das sind Kleinigkeiten, das Dingelstedt 3 ist super und man kann zuversichtlich sein, dass es das bedauerliche Schicksal des ON Sud nicht teilen wird.

Resümee:

Ein neues Lokal im aufgelassenen ON Sud, das zwar genau so aussieht, allerdings keine Fusionsküche machen will. Und doch ein bisschen macht.


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