Bars Lokalkritik

Krawall

Foto: Heribert Corn


Weinbar mit Tapas, z.B. Bison-Rohschinken mit Olivenöl und gerösteten Haselnüssen, Bison-Leberkäse, oder Kartoffelbrot mit Stockfisch-Creme und Tagliasca Oliven. Auch Tagesgerichte. Umfangreiche Weinkarte mit edlen Tropfen.

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Adresse:
Adresse:
Naschmarkt Stand 975/C8
1060 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/207 22 52
E-Mail:
E-Mail:
bar@krawall.at
Website:
Website:
www.krawall.at
www.facebook.com/Barkrawall/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 11–22, So 8–22 jetzt geöffnet (bis 22:00 Uhr)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Diners, JCB
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars

Nur keine Wellen!

Ein Unternehmer und ein Winzer machen das beste Naschmarkt-Standl seit langem

FLORIAN HOLZER | 27.11.2018

Eine persönliche Anmerkung: Diese Beislkritik ist die erste in meinem 31. Jahr beim Falter. Das heißt, ich hab mindestens 1500 Lokale beschrieben, dabei wahrscheinlich an die 750 Kilo Essen verdrückt und überschlagsmäßig an die 60.000 Euro dafür bezahlt. Oida!

Und das 1501. Lokal ist ein lässiges. Nicht zuletzt, weil es sich am Naschmarkt befindet, jenem Naschmarkt, von dem die, die schon lange nicht mehr dort waren, behaupten, dass es dort nichts gäbe. Und auch deswegen ist es lässig, weil Uwe Schiefer involviert ist, Quereinsteiger-Winzer, der vor 17 Jahren beschloss, den österreichischen Rotwein neu zu erfinden, und bei dem ich 2004/2005 erfahren durfte, wie es sich anfühlt, einen Rotweingarten zu bewirtschaften.

Aber von Anfang an: Uwe Schiefer beliefert seit vielen Jahren auch eine Weinbar an der Rechten Wienzeile, und als ihm dessen Besitzer erzählte, dass er sein Lokal am Naschmarkt loswerden wolle, zögerte der Winzer nicht lange. Und kontaktierte den Münchner Unternehmensberater Hans Kilger, der in den vergangenen drei Jahren zwei Weingüter in der Steiermark und im Burgenland übernommen, fünf Lokale erworben und in Siebenbürgen auch noch eine Bisonzucht gestartet hat. Der Rest ging dann relativ schnell, ein bisschen wurde umgebaut, vor allem aber Markus Leitgeb, der in Rudersdorf eines der besten Gasthäuser des Burgenlands bekocht hatte, nach Wien geholt.

Der Name „Krawall“ bezieht sich übrigens auf die sagenumwobene Marktschreierin Krawall-Minerl und Ziel ist, so Schiefer, da am Naschmarkt einen Platz zu installieren, wo man ohne große Umschweife ein schönes Glas Wein trinken und ein paar gute, unkomplizierte Happen verzehren könne. Bei denen Bison aus der rumänischen Zucht naturgemäß im Vordergrund steht.

Und dann sitzt man da und bekommt ein paar Scheibchen vom luftgetrockneten Bison-Rohschinken mit Olivenöl und gerösteten Haselnüssen aus dem Piemont und denkt sich nur, bist du deppert, ist das gut (€ 5,90/8,90). Oder Bison-Leberkäse, etwas grober als der Standard-Leberkäse, erinnert ein bisschen an Pferd (€ 2,90 als Semmel), und das passende Glas Wein gibt’s auch (an die 15 verschiedene sind offen); oder ein Carpaccio vom Bison, das Markus Leitgeb mit getrüffelter Artischocken-Creme gefüllt hat, wow, gut, und erst der Sauvignon Blanc Kranachberg dazu (€ 9,80); oder ein Kartoffelbrot mit Stockfisch-Creme und Tagliasca-Oliven, bekommt man in Venedig auch nicht besser (€ 7,90). Und dann gibt’s ein warmes Tagesgericht auch noch, und wenn das zum Beispiel ein Hirschgulasch mit sehr viel Paprika und ein bisschen Polenta ist (€ 8,90), dann ist es ein guter Tag.

Ah ja, der Kaffee ist auch super. Konkret ist das Einzige, was hier nicht super ist, die automatische Schiebetüre, die aufgeht, wenn man sich nur etwas zurücklehnt.

Resümee:

Das Beste, was am Naschmarkt seit langem passierte, und zugleich eigentlich so simpel – großartige Weine und großartige Tapas.


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