Bars Lokalkritik

Roberto

© Andrea Peller

Foto: Andrea Peller

© Andrea Peller

Foto: Andrea Peller

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


American Bar von Roberto Pavlovic-Hariwijadi (langjähriger Barkeeper der Loos-Bar). Schwarzer Samt ist Hauptthema, eindrucksvoll auch die Architekten-Lampe aus Ketten mit 88.000 Perlen. 120 Cocktails; 16–18 Aperitivo, 14–20 verbilligter Champagner; kleine Snacks (Köstlichkeiten von Pöhl am Naschmarkt), z.B. Trüffelsalami, feiner Käse, Oliven. Schanigarten.

Anzeige

Adresse:
Adresse:
Bauernmarkt 11–13
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
0676/942 90 01
E-Mail:
E-Mail:
mail@robertosbar.com
Website:
Website:
www.robertosbar.com
www.facebook.com/robertoamericanbar
www.facebook.com/robertoamericanbar
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
täglich 14–4 jetzt geöffnet (bis 4:00 Uhr)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Diners
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Sonstiges:
Sonstiges:
Gastgarten, Musik, Raucherlokal, Rollstuhlgerecht

Man braucht auch einen Drink

Wien hat einen prominenten Barkeeper, den Roberto. Der hat jetzt eine Bar

FLORIAN HOLZER | 10.2.2014

Geht man häufiger in ein und dieselbe Bar (was unter Barbesuchern durchaus zum immanenten Verhalten zählt), kennt man seinen Barkeeper zumeist mit Vornamen. Der Mann hinter der Theke gilt schließlich als so etwas wie eine Vertrauensperson, was zwar ein Klischee sondergleichen ist, aber doch eine gewisse Relevanz aufweist, da ja kaum ein anderes Mitglied der gastronomischen Servicebrigade dem Gast so nahe ist, permanent mit Alkohol trinkenden Kunden konfrontiert ist wie der Barkeeper.

Roberto Pavlovic, aka Roberto, kennen auch Leute, die nicht häufiger in ein und dieselbe Bar gehen, wahrscheinlich auch solche, die gar nie in Bars gehen. Denn Roberto ist eine Szenefigur, was jetzt schlimmer klingt, als es ist, aber als langjähriger Barkeeper der Loos-Bar genießt man in Wien halt eine gewisse Prominenz. Das ist einfach so. 15 Jahre war er in der Loos, hat dort klassischerweise als Abwäscher angefangen, zwischendurch die Gastronomie des Little Buddha geleitet, allerdings nur kurz, nach ein paar Monaten kehrte er als Bar-Chef in die Loos-Bar zurück.

In Wien eine neue American Bar zu eröffnen, noch dazu an einer keineswegs schlechten, aber alles andere als perfekten Location, zeugt jedenfalls von Mut. Zumindest für Leute, die nicht Roberto sind. Seine Bar war dem Vernehmen nach vom ersten Abend an rammelvoll, Produkte wie Ginger-Beer, von denen man mit acht Trays (das sind 192 Flaschen) normalerweise eine Zeitlang auskommt, waren nach drei Tagen aus, erzählt er, während sich Hilfs-Barkeeper Sebastian am Nebentisch gerade dafür entschuldigen muss, dass ein gewünschter Cocktail nicht gemacht werden könne, weil eine weitere Zutat ausgegangen sei. Kein Wunder, das kleine Lokal ist wirklich sehr gut gefüllt.

Das auch recht hübsch geworden ist. Schwarzer Samt ist das Hauptthema, zwei Tische rechts, zwei Tische links können mit schweren Samtvorhängen vom Trubel abgeschirmt werden. Das ist schon irgendwie kokett.

Eindrucksvoll auch die Architekten-Lampe aus Ketten mit 80.000 Perlen, die quasi den gesamten Plafond einnimmt, die Bar selbst fast ein wenig sehr schlicht, eine bombastische goldene Espressomaschine irritiert das Auge schon etwas.

Egal, dafür gibt’s hinten eine Eismaschine von Hoshizaki, – der Ferrari unter den Eismaschinen, erklärt Roberto –, die extrem exakte, extrem langsam schmelzende Würfel erzeugt. Entertainment ist das Thema, immer wieder schmeißt die Bar kleine Zwischenrunden etwa mit Mini-Erdbeersorbet-Daiquiris, sehr nett, von 16 bis 18 Uhr gibt’s Aperitivo, da kommen dann immer wieder unaufgefordert kleine Snacks, Oliven, Serrano, Parmesan an die Theke, auch sehr freundlich, herzlichen Dank! Nur an der Musik muss Roberto echt noch arbeiten: Michael Jacksons „Thriller“ geht gar nicht!

Resümee:

Eine neue American Bar und augenblicklich gerade der It-Place der Stadt. Wie immer lohnt es sich hinzugehen, bevor die anderen kommen.

Anzeige

Diese Lokale könnten Sie auch interessieren


Anzeige

Anzeige