Italienisch Lokalkritik

Fischerhaus

Restaurant mit authentischer neapolitanischer Küche. Gekocht wird mit einem Holzofen. Küchenchef ist Generoso Palladino. Das Lokal kann exklusiv für Veranstaltungen gemietet werden.

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Adresse:
Adresse:
Höhenstraße (Rohrerwiese 223)
1190 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/488 81 54
E-Mail:
E-Mail:
info@fischerhaus.co.at
Website:
Website:
www.fischerhaus.co.at
www.facebook.com/fischerhauswien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Fr–So, Fei 12–24 jetzt geöffnet (bis 24:00 Uhr)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Diners
Küche:
Küche:
Italienisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen im Grünen, Rollstuhlgerecht, Terrasse

Heißer Ofen

Das neue Fischerhaus ist das definitiv andere Lokal an der Höhenstraße

FLORIAN HOLZER | 2.9.2013

Die Legende besagt, dass es früher, in den 1950er- und 1960er-Jahren, Limousinenservice von der Oper ins Fischerhaus gegeben habe. Und dass dort der Champagner einigermaßen geflossen sei und die Preise mit der Höhenlage nicht mehr in Bezug zu bringen gewesen wären. Was aber eh wurscht war, weil zahlte eh Firma, Konzern, Partei, Regierung. Es soll auch Zimmer gegeben haben, in denen man sich stundenweise ausruhen konnte.

Das ist lange her, dazwischen war das Fischerhaus ein Höhenstraßenlokal wie viele andere, also bieder und öd, und irgendwann machte es dann zu und wurde unglaublich lange umgebaut. Also eigentlich wird sogar immer noch umgebaut, aber Marcus Langhammer hat’s dann irgendwann einmal gereicht.

Schließlich ist das, nach Jahren als Cateringleiter im Motto und als Kulinarikzuständiger in der Rochus-Gruppe (die mittlerweile übrigens nur mehr aus dem Freiraum besteht), jetzt sein erstes eigenes Lokal. Der lange Winter hat die Bauarbeiten ebenso verzögert wie das eh ganz normale Baustellenchaos, weshalb er beschloss, vor ein paar Monaten einfach mal soft aufzumachen, auch wenn man beim Essen dann noch Handwerkern zuschauen konnte, die auf Kabel starrten.

Weil das Wichtigste nämlich eh schon längst funktionierte und auch nie einen Elektriker brauchen wird: ein doch ziemlich großer, etwa 30 Jahre alter Holzherd mitten im Lokal, der das zentrale Element des – dramatisch schick gewordenen – Lokals darstellt: „Ich wollte wieder selber kochen, und zwar wirklich“, sagt Langhammer und holt somit nicht nur das Schweinsbratl und die gebratenen Enten aus dem alten Ofen, sondern auch die im Ganzen gebratene Hochrippe, den wirklich großen Fisch und vor allem jeden Tag mindestens zwei Wecken eines sagenhaft guten, saftigen Weißbrotes mit knuspriger Rinde (bekommt man zum Gedeck; unbedingt aufessen, nicht übrig lassen).

Die Karte ist entsprechend winzig, das Prinzip ist: „Es gibt, was es gibt, und zwar so lange, als was da ist.“ Falls die großen Stücke aufgegessen oder unpassend sind, gibt’s immer noch ein paar zweite Kategorien, ein Zanderfilet mit Schilcherkraut etwa oder eine Tagliata vom Kalb, saftig und gut, im Ofen rauchig finalisiert, mit Eierschwammerl-Paradeiser-Erdäpfel-Ragout (€ 25,–).

Auch die „kleinen“ Sachen sind die Reise an den Hermannskogel wert, Melanzanicreme mit Hummus, alles selbst gemacht, fallweise auf der Terrasse selbst geräucherter Fisch, köstlich cremige, dezente kalte Gurkensuppe mit Sauerrahm, fast eine Gurkenmousse (€ 4,–).

Die Hochrippe ist aber trotzdem das Beste, so schmeckt Rindfleisch nur, wenn es im ganzen Stück gebraten wird. Arg gut, aber halt schon recht teuer (€ 35,–). Das Bier ist übrigens Hadmar bio; woher der Kaffee ist, hab ich vergessen, ist aber der beste Espresso an der Höhenstraße.

Resümee:

Ein neues Lokal an historischem Ort, das aussieht wie eine Szenehütte, in Wirklichkeit aber ein grandios puristisches Konzept verfolgt.

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