Eissalons Bars Lokalkritik

Eissalon

Foto: Eissalon

Foto: Eissalon

Foto: Eissalon


Eissalon und Bar; Barsnacks und kleine Speisen wie z.B. Toast, auch Bio- und Fairtrade-Produkte; Café, Eiskaffee; Cocktails, Bier, Wein; Off Space für Kunst & Kultur - laufende Veranstaltungen (Ausstellungen, Lesungen, Diskussionen); Rauchsalon (Hinterzimmer des Eissalon, außer Mai-Sept Nichtraucher bis 23), Schanigarten für 30 Pers.

Anzeige

Adresse:
Adresse:
Gumpendorfer Straße 47 (Ecke Joanelligasse)
1060 Wien
Telefon:
Telefon:
0699/17 09 19 30
E-Mail:
E-Mail:
info@eissalon.co.at
Website:
Website:
www.eissalon.co.at
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Oktober bis April täglich 16–2, Mai bis September 13–2
derzeit geschlossen
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars, Eissalons
Sonstiges:
Sonstiges:
Bioprodukte, Essen am Sonntag, Fair-Trade-Produkte, Gastgarten, Live-Programm, Raucherbereich

Undercover-Veganista

Das Joanelli, wo Biertrinker auch zum guten Wein griffen, ist jetzt vegan
FLORIAN HOLZER | 9.12.2013

Das Anfang 2006 eröffnete Joanelli war ein interessantes Experiment: Ein fast 100 Jahre alter Eissalon in einer Gegend, die man bestenfalls als mittelgut bezeichnen konnte, wurde mit ein bisschen gestalterischem Geschick zur Wein-, Bier- und Musikbar, Schwelle und Preise so niedrig, dass die Hütte trotz der schlechtesten Luft der Stadt und dem lahmsten Service der Welt immer rappelvoll war. Was wiederum die unerträgliche Luft und den inexistenten Service erträglich machte, schließlich hatte man das Gefühl, „man war dabei“.

Nun gab Thomas Krösbacher das Joanelli ab und zwar an Wilfried Pink, auch schon Langzeit-Gastronom. Unter anderem war er 2001 Mitbegründer des Naschmarkt Deli. Pink hatte sich während der vergangenen Jahre recht intensiv mit dem Thema Veganismus auseinandergesetzt und will diese Lebensweise – völliger Verzicht auf tierische Produkte – jetzt auch auf das Joanelli umlegen, was einigermaßen machbar erscheint, „weil in einer Bar ist das Essen definitiv nebensächlich“, sagt er, „und bei uns gibt’s so gut wie nichts zu essen“.

Stimmt, an dem Tag gab es gerade „vegane Sandwiches“, die aber eher so eine Art veganer Schinken-Käse-Toast waren und die von der jungen Frau im Service dem Nebentisch als „total lecker“ angepriesen wurden – um Zustimmung für diese Behauptung zu bekommen, wandte sie sich übrigens in meine Richtung, der ganze Tisch sah her und wartete, dass ich etwas zu dem veganen Schinken-Käse-Toast sagte. Ich war aber gerade heiser.

Über den Toast muss man nicht viel sagen, getoastetes Ölz-Toastbrot mit veganer, heiß schmelzender Analogkäsemasse und dunkelroten Bröckerln drinnen, die eine ähnliche Konsistenz wie Schinken hatten und nach Geschmacksverstärker schmeckten. So etwas wird in Taiwan großindustriell hergestellt. Auf der Toastpackung fanden Wilfried Pink und ich dann noch den Hinweis, dass Milchpulver enthalten sei. Egal, muss man ja nicht essen, weder als Veganer noch als Konventioneller. Snacks anzubieten, die wirklich gut und wirklich vegan sind, wäre jedenfalls keine schlechte Idee, wenn schon.

Noch ein bisschen ärgerlicher ist es allerdings, dass natürlich auch bei den Weinen geschludert wird: nicht nur, dass es keine Weinkarte gibt und die junge Frau, die von Wein aber keine Ahnung hat, das Angebot aufzählen muss, es ist auch gerade ein einziges Weingut vegan zertifiziert. Alle anderen könnten mit Gelatine oder Eiklar geschönt worden sein, das ist durchaus üblich, beim angebotenen Rioja sogar ziemlich sicher.

So was ist ärgerlich. Kann man nur hoffen, dass das mit den Gerichten, die es demnächst auch untertags wieder geben soll, sowie beim veganen Frühstück irgendwie konsequenter ist. Und wenn nicht, bleibt immer noch der New-York-Kaffee aus Pistoia, der ist großartig.

Resümee:

Das Joanelli blieb nach der Neuübernahme mehr oder weniger, was es war, bietet jetzt allerdings vegane Snacks an. Zumindest ein bisschen vegan.

Anzeige


Anzeige

Anzeige