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Brasserie & Bar Neue Hoheit

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Brasserie und Rooftop-Bar im 7. Stock. Cocktails (ca. € 20,–). Terrasse mit Blick über die Innenstadt.

Adresse:
Adresse:
Tuchlauben 4 (im Hotel Rosewood Vienna)
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
01/799 98 88
E-Mail:
E-Mail:
vienna.neuehoheit@rosewoodhotels.com
Website:
Website:
rosewoodhotels.com/en/vienna/dining/neue-hoheit-bar
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
täglich 12–14.30 und 18–22.30 (Küche), Bar: 18–2
jetzt geöffnet (schließt um 22:30 Uhr)
Parken:
Parken:
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Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€€€ (Hauptspeisen über € 25)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars, Restaurants, Gaststätten
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen mit Aussicht, Luxus, Terrasse

Von oben herab

Wieder ein neues Luxushotel, mit einer Bar, die ungewöhnliche Ausblicke ermöglicht

FLORIAN HOLZER | 23.8.2022

Im Jahr 1979 dachte sich die Milliardenerbin Caroline Rose Hunt, dass es eine neue Luxushotel-Kette bräuchte, und fing in Dallas an zu planen. Ein paar Häuser kamen im Laufe der Jahre noch dazu, 2011 erwarb dann der Hongkonger Milliardär Henry Cheng die Kette und ging gleich einmal groß einkaufen: The Carlyle in New York, Chancery Court in London, Hôtel de Crillon in Paris, gerade wurde auch das Schloss Fuschl im Salzkammergut gekauft.

Die ehemalige Zentrale der Erste Bank am Graben erwarb er schon vor ein paar Jahren, seit Anfang August ist das Luxushotel fertig. Und es hat auch ein Restaurant im Dachgeschoß, mit eigenem Eingang, tollem Ausblick, guter Küche, reichlich Brimborium und ziemlich blödem Namen, nämlich Neue Hoheit.

Die Preisspanne des Restaurants liegt jenseits dessen, was ich hier guten Gewissens empfehlen mag, allerdings gibt’s auch eine Bar, in der sich der Duft des Reichtums ebenfalls atmen lässt, aber halt um sehr viel weniger Geld.

Okay, als niederschwellig kann man auch die Bar nicht wirklich bezeichnen: Beim Eingang wirst du abgecheckt, bevor du in den Aufzug darfst, ein Funkspruch „eine Person, Bar“ geht nach oben. Dort erwarten dich dann drei ernste Menschen in schwarzen Anzügen, die dich auch nur in Begleitung die schmale Treppe zur Bar raufgehen lassen … Bitte, entspannt euch!

Wem bis dahin nicht die Lust vergangen ist, kommt nun allerdings auf seine Kosten: Denn erstens ist die Bar lässig, klein, dezent, klassisch, geschmackvoll, aus Holz, Leder und Marmor, so wie Hotelbars aussehen müssen. Und sie hat eine Terrasse: auch klein, nur vier Pulte und vier Tischchen, aber mit Blick in die Bognergasse, über den Kohlmarkt, rüber zum Hochhaus, an der Peterskuppel vorbei zum Stephansdom, in die Dachterrassen-Apartments des Goldenen Quartiers, die man von unten gar nicht sieht.

Hinter der Bar steht Daniel, der zuvor im Hotel Fontenay an der Hamburger Außenalster mixte. Er arbeitet ruhig und konzentriert, verzichtet angenehmerweise auf Pirouetten und Attitüden. Seine Empfehlung für diesen heißen, schwülen Tag ist der Old Cuban: dunkler Rum mit Angostura, Limette und Zuckersirup auf Eis, abgeseiht und mit Champagner aufgegossen. Liegt hier gewissermaßen auf der Hand – und ist ziemlich gut. Die Pecannüsse mit Teriyaki-Kruste übrigens auch. Den Dirty Martini rührt er vorsichtig auf Eis, der Wermut-Anteil ist hoch, jener der Olivenlake auch, sehr gut. Wieder Nüsschen.

Die Drinks sind nicht billig, mit 20 Euro pro Stück muss man rechnen. Bekommt dafür aber einen tollen Cocktail und das sehr verführerische Gefühl von Luxus.

Resümee:

Eine kleine Hotelbar, der es zwar völlig an Entspanntheit fehlt, aber nicht an Atmosphäre, guten Cocktails und tollem Ausblick.



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