Bars Lokalkritik

Alma - Gastrotheque

© Heribert Corn

© Alma - Gastrotheque

© Alma - Gastrotheque


Weinbar/Bistro mit alpin, maritimer Küche z.B. Tartines. Weinkarte. Kindersessel, Spielsachen, Wickeltisch. WLAN. Schanigarten für 30 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Große Neugasse 31
1040 Wien
E-Mail:
E-Mail:
alma@alma-gastrotheque.at
Website:
Website:
www.alma-gastrotheque.at
https://www.facebook.com/almagastrotheque/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Sa 16–24
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Sonstiges:
Sonstiges:
Nichtraucherlokal, Schanigarten, WLAN

Jetzt Selbstverwirklichung

Zwei Quereinsteiger machen ein Lokal, wie es ihnen gefällt. Und uns
FLORIAN HOLZER | 10.4.2018

Nichts gegen die eh unendlich fleißigen, gut ausgebildeten und dann auch noch gastfreundlichen Gastronominnen und Gastronomen. Aber was bitte wäre Wiens Lokalszene ohne die Quereinsteiger? Ohne Ex-Banker und Neo-Ritter-Cafetiere wie Martina Postl, ohne Ex-Betriebsberater wie den „Pramerl & the Wolf“-Macher Wolfgang Zankl,
ohne Ex-Werber und -Weinhändler wie die Goldfisch-Macher Petra Goetz-
Frisch und Sebastian Slavicek, ohne Start-upper wie Florian Kaps mit seinem Supersense, ohne Ex-Lehrer wie die Isländerin Harpa Hilty Henrysdóttir, die dann in Wien das Home Café machte, ohne Ex-Eventmanager wie Diana Fritz, die zur Völlerei-Wirtin wurde, oder Ex-Kunstmanagerin Stefanie Herkner, die zur Herknerin wurde. Um nur einige zu nennen. Lokalkritiker hätten einfach keine Geschichten mehr zu erzählen.

Wie jene von Christina Nasr, die zwar nach der Matura ein Kolleg am Modul machte, dann aber beim Empfang des Hotel Marriott arbeitete, schließlich im Vertrieb der Vereinigten Bühnen landete und irgendwann aufwachte und sich dachte: „Jetzt“. Was sich insofern gut traf, als ihr bester Freund Andreas Schwarz seine Halbwertszeit als Business-Manager und Controller auch schon überschritten sah und sie vor etwa einem Jahr also mit ihrem Projekt „Lokal“ anfingen. Und lange über das Konzept nachdachten, lange gute Produzenten suchten, lange einen Namen überlegten und Anfang des Jahres dann sogar genau die richtige Location dafür fanden, nämlich das gerade aufgelassene (und zuvor von einer Ex-Heilpädagogin geführte) Erna B. in der Großen Neugasse.

Der Nama Alma ist übrigens keine Huldigung an Paulus Mankers Theatererfolg, sondern ein Akronym aus „alpin“ und „maritim“, das ihre Küche am besten umschreibe, meint Christina Nasr. Konkret geht es darum, in dem hübschen Lokal bei einem guten Glas Wein oder einem Frastanzer Bier sitzen zu können und dazu ein paar kleinere oder größere Sachen zu naschen, die aus besten Zutaten bestehen und liebevoll zubereitet sind. Klingt nach einem einfachen, guten Konzept. Und so gehen die gewürzten und gerösteten Nüsse dann auch extrem gut zum Bier, die mürben, selbst marinierten Oliven sind super (je € 3,90) und ein Salat namens „Beiwagerl“ besteht aus Radicchio mit Karotten und gelben Rüben, sehr gut (€ 3,50). Hauptgeschichte aber sind die auf einem Brett mit Backpapier servierten Öfferl-Brote mit sehr aufwendigem, sehr gutem Belag. Etwa mit Thum-Pastrami und Fenchel, mit Räucherfisch und roten Rüben oder – „Huhn auf Urlaub“ – mit mariniertem Hühnerfleisch, selbst gemachtem Labneh, Pistazien, Stangensellerie und noch ein bisschen Salat. Die Brotscheibe löst sich da natürlich auf, ist aber egal, schmeckt sehr gut (€ 11,90).

Gastro-Profis hätten es wahrscheinlich aufwendiger angelegt. Zum Glück gibt’s Quereinsteiger.

Resümee:

Ein paar gute Weine, ein paar gute Happen, ein paar schöne Brote – gute Lokal-Konzepte können in Wirklichkeit so einfach sein.


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