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Shanghai

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Alt-eingesessener Chinese (besteht sei den 60er Jahren) mit neuer Karte und top Weinen. Fusionsküche zwischen traditioneller Shanghai-Küche und westlicher China-Küche (Küchenchef: Meister Cao); tolle Weinkarte (u.a. mit bemerkenswerten Weinen aus China). 2 Kindersessel. Klimaanlage; Extrazimmer für 15 Pers.

Adresse:
Adresse:
Jasomirgottstraße 6
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
01/533 74 19
E-Mail:
E-Mail:
info@shanghairestaurant.at
Website:
Website:
www.shanghairestaurant.at
facebook.com/shanghaiwien
instagram.com/shanghai.vienna/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 11.30–14.30 und 17.30–22.30 öffnet um 17:30 Uhr
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Küche:
Küche:
Chinesisch

Früher war alles bunter

Das zweitälteste Chinarestaurant Wiens kocht in altem Outfit neue Küche

FLORIAN HOLZER | 16.11.2021

Die Jasomirgottstraße war ein Laufsteg der gastronomischen Eitelkeiten: Die Cantinetta Antinori ist seit 1995 der eleganteste Edel-Italiener Wiens. Wein & Co machte 2001 hier seinen mehrstöckigen Flagshipstore auf. Die Roberto-Bar eröffnete ihre erste Filiale, zwei rumänische Online-Millionäre ihr Bling-Bling-Restaurant Tuya.

Vor all diesen Lokalen gab es hier aber das Shanghai Restaurant, nämlich seit Anfang der 60er-Jahre. Nicht besonders groß, über die Jahrzehnte hinweg tadellose Küche ohne Diskont-Attitüden, ohne Anbiederungen an Moden, vor allem aber wahnsinnig bunt und prachtvoll. Drachen, Löwen, Lotosblüten, Kraniche, Paradiesvögel, Blumen, noch mehr Drachen: Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Und auch, wenn die hier Anfang der 60er-Jahre wirklich dick aufgetragen haben – kitschig ist das eigentlich nicht.

Von der Pracht bekam man allerdings nur wenig mit, denn die Fenster wurden irgendwann einmal verschalt. Nach dem Tod ihres Mannes führte Frau Qiu Liping das Lokal mehr oder weniger allein und beschloss vor zwei Jahren, es an Tim Urban, Junior-Chef des Sichuan Restaurants, abzugeben.

Der veranlasste gleich einmal drei Dinge: Erstens wurde Meister Cao aus Shanghai nach Österreich geholt, um die Küche zu leiten. Gemeinsam mit ihm entwickelte man eine Art Fusionsküche zwischen traditioneller Shanghai-Küche und westlicher China-Küche. Sehr interessant!

Zweitens wurde – gemeinsam mit Weinhändler und Sommelier Robert Stark – eine tolle Weinkarte erstellt, die auch bemerkenswerte Weine aus China listet.

Und drittens sollte das Lokal auch optisch modern werden, wovon man aber zum Glück wieder abkam (woran ich dem Vernehmen nach nicht ganz unschuldig war). Und jetzt gibt’s etwa Frühlingsrolle, in die zum Weißkraut statt faschiertem Schweinefleisch ein bisschen Bio-Blunze reinkommt – großartig (€ 6,–).

Hauptspeisen gibt’s alle als kleine Portion, aber auch im Großformat zum Teilen: Die Kremstaler Kalbsleber aus dem Wok mit Zwiebeln ist fantastisch (€ 14,/23,–). Die Interpretation des US-amerikanischen Chinarestaurant-Klassikers „Orange Beef“ aus XO Beef (alte Milchkuh aus Österreich) und perfekten Sojasprossen macht auch viel Spaß (€ 15,/25,–).

Mapo Tofu ebenfalls aus XO Beef und mit eingelegten Chilis aus der Wiener Gärtnerei Bach einfach nur gut (€ 11,/16,–). Und am besten Dong Po Rou, auch bekannt als Maos Lieblingsgericht, Bauchfleisch, zubereitet nach der „Hong Shao“-Methode (also zuerst gekocht, dann gebraten, dann geschmort), als Kontrast dazu nur leicht gewoktes und gewürztes Gemüse – köstlich (€ 11,/19,–). Unbedingt hingehen.

Resümee:

Ein bisschen so wie beim Chinesen früher, nur viel schöner und viel besser. Und mit besseren Getränken.