Restaurant/Gaststätte Lokalkritik

Restaurant Depot

© Heribert Corn


Lokal im Hofmobiliendepot. Wiener und internationale Küche (Di–Do 2gg MM € 8,90/3gg AM € 28,–/HS € 8,– bis € 14,–). 10–14 Frühstück (€ 8,50 bis € 12,–). Craft Biere, Schremser und Zwickl. Kindersessel, Wickeltisch. WLAN. Schöner, grüner Innenhofgarten für 50 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Andreasgasse 7 (Hofmobiliendepot)
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
01/522 22 46
E-Mail:
E-Mail:
info@restaurantdepot.at
Website:
Website:
www.restaurantdepot.at
https://www.facebook.com/Caf%C3%A9-Restaurant-Depot-1372384899460011/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Sa 10–23, So 10–18
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex, Diners, JCB
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Gaststätten, Restaurants, Beisln
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen zum Mitnehmen, Frühstück, Gastgarten, Mittagsmenü, Nichtraucherlokal, Rollstuhlgerecht, WLAN

Novak geht zu den Möbeln

Das Hofmobiliendepot hat endlich wieder ein Lokal: Es kocht der Nachbar
FLORIAN HOLZER | 4.4.2017

Schön war das Lokal im Hofmobiliendepot in der Andreasgasse ja nie. Was einem ab 2004 aber egal sein konnte, denn da kochten Zhang und Deng ihre Sichuan-Küche, diese Symphonie in Schärfe, Aroma und Fett, womit sie in Wien zu den Ersten zählten, die das machten. Vor einem Jahr sperrten sie zu und gingen in Pension, Sichuan kochten mittlerweile schon viele in der Stadt, und ob das hässliche Museumslokal jemals wieder aufmachen würde, schien ohne Tintenfisch in Ingwersauce, Huhn in Sechuan-Gewürzen, marinierten Enteneiern auf Paprika oder der über Kampfer und Tee geräucherten Ente auch irgendwie nicht so wichtig.

Außer für Samir Masic und Dusko Novakovic, die vor zehn Jahren nämlich das extra gutbürgerliche Beim Novak nur drei Häuser weiter in der Richtergasse übernommen hatten und deren Pachtvertrag nun gerade abzulaufen droht. Die ehemaligen Drei-Husaren-Köche reichten also ihr Konzept ein, bekamen im Herbst den Zuschlag und machten vor vier Wochen auf.

Sie sorgten auch dafür, dass das Lokal nicht mehr so hässlich ist: Die Wände wurden grau, die Tische bekamen Naturholzoberfläche, eine Menge weißer Pseudo-Eames-Sessel tummeln sich da, schwarze Designerlampen baumeln von der Decke, eine Art Bibliothek wurde als gar nicht ungemütlicher Extraraum gestaltet, einen Wintergarten gibt’s auch und im Hof des Hofmobiliendepots sogar einen der charmantesten Gastgärten der Stadt. Und ein paar alte, gold gerahmte Spiegel aus dem Museum kamen ebenfalls dazu und passen sogar ganz gut.

Aber wie kocht man nach Zhang und Deng? Am besten ganz anders, und das machen sie auch. Okay, die Karte wirkt derzeit noch etwas konfus, Wiener Küche, dann Unvermeidlichkeiten wie Pulled Pork und Burger, Curry, Spaghetti, drei verschiedene Frühstücke, ein bisschen Fisch, dann noch ein paar Fleischgerichte mit der vagen Bezeichnung „Vom Land“, ein zweigängiges Mittagsmenü um 8,90 und abends einen etwas anspruchsvolleren Dreigänger um 28 Euro. Was ein fantastischer Preis ist, aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass diese Karte im Wunsch, universell zu sein, jegliches Profil vermissen lässt.

Auch die Vorspeise des Menüs klang etwas chaotisch, aber doch interessant: gebackener Karfiol, Radieschen, Babyspinat, griechisches Joghurt und gebratener Dotter – sah spektakulär aus, sehr frühlingshaft, und war dann gar nicht schlecht. Auch die Zitronengras-Chili-Suppe war gut, zitronengrasig frisch, auch wenn Chili nicht festzustellen war (€ 4,50), die zwei Scheiben vom gebratenen Lammrücken mit gehobelten Zucchini und Petersilschäumchen sogar exzellent (Hauptspeise des Abendmenüs) und der knusprig gebratene Oktopus mit weißen Bohnen, Rucola, Salatherzen und viel zu viel Jungzwiebeln butterweich und überhaupt großartig (€ 12,–). Etwas mehr Fokussiertheit braucht’s noch.

Resümee:

Ein neues Lokal in einem Museum mit alten Möbeln. Gekocht wird zwar kreuz und quer durchs Angebot, dafür aber recht gut.


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