Koreanisch Lokalkritik

Arikei

Foto: Heribert Corn

Foto: Daniela Sobek

Foto: Daniela Sobek


Koreanische Küche z.B: Beef Bulgogi, Jabchae Glass Noodles, Chicken Stew, Mandu (koreanische Teigtaschen). Kindersessel. 1x im Monat Afterworx.

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Adresse:
Adresse:
Werdertorgasse 8
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/99 05 00 58
E-Mail:
E-Mail:
eat@arikei.at
Website:
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www.arikei.at
www.facebook.com/arikei.at/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 11.30–14.30 (Fei geschlossen) derzeit geschlossen
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex, Diners, JCB
Küche:
Küche:
Koreanisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Nichtraucherlokal

Schnell einmal Korea

Das legendäre EN wurde koreanisch, ganz anders und auch sehr gut
FLORIAN HOLZER | 9.4.2019

Über die Sache mit dem Arisu spricht Soo Yeon Lee nicht gerne. Vor sieben Jahren hatte sie im Korea Kulturhaus am Irissee im Donaupark mit Freunden ihr kleines Lokal aufgemacht, hier versucht, koreanische Kulinarik mit moderner westlicher Genusskultur zu verquicken. Irgendwie gab’s aber Divergenzen, jedenfalls existiert dort heute – leider – kein koreanisches Restaurant. Dafür fragte Frau Mhi Hee Lee an, ob sie nicht ihr Restaurant EN übernehmen wolle, nach 18 Jahren wollten sie und ihr Mann, einer der besten Sushi-Macher Wiens, in Pension gehen.

Soo Yeon Lee zögerte und nahm es schließlich doch. Und machte ein wirklich hübsches Tageslokal daraus, in dem sich die alten, schönen Holzbalken des EN gut mit dem modernen Mobiliar vertragen. Die Muster hinter den Glaskästen seien von alten koreanischen Textilien inspiriert, sagt sie, sehr schön, sehr dezent.

Aber ins Arikei soll man nicht nur gehen, weil es gut aussieht, sondern auch, weil es hier sehr gut schmeckt. Und weil es wahnsinnig schnell geht. Und weil es dafür ganz schön wenig Geld kostet. Die Abläufe sind etwas ungewöhnlich, man wählt nämlich gleich einmal vorne bei der Theke, was man essen will – der geringe Umfang der Karte, vier Vorspeisen und sechs Hauptspeisen, macht das leicht – bekommt eine Bestellnummer und kann sich einen Tisch aussuchen. Von der koreanischen Tradition, alles gleichzeitig auf den Tisch zu stellen, hat man sich den heimischen Essgewohnheiten zuliebe verabschiedet, was fast schade ist, nachdem die Hauptspeisen aber mit einer Reihe Beilagen, Salaten und kleiner Happen serviert werden, bleibt der Eindruck der Üppigkeit zumindest ein bisschen bestehen.

Die Mandus – Koreas Antwort auf Gyoza und Jiaozi – waren schon im Arisu großartig und sind es auch hier, zart, köstlich gefüllt und knusprig gebraten, es gibt sie sowohl mit „normalem“ Gemüse als auch mit Kimchi-Füllung (€ 4,50), die in hauchdünnen Backteig gehüllten Tofu-Blöcke mit herrlicher Essig-Soja-Knoblauch-Maisstärke-Marinade sollte man aber auch keinesfalls versäumen (€ 4,50).

Wobei die in einer kleinen Version zu den Hauptspeisen eh auch noch einmal kommen, macht aber nichts, kann man ohne weiteres zweimal essen. Außerdem sind da dann noch ein angenehmer kleiner Sprossensalat, ein in seiner Schärfe durchaus erträgliches Rettich-Kimchi, ein eher westlich angelegter grüner Salat mit Sesammarinade und violetter „Heukmi“-Reis. Die Wahl zwischen klassischem Beef Bulgogi und Spicy Pork Bulgogi fällt schwer, beides großartig, das Bauchfleisch geht mit dem Knoblauch, den Zwiebeln und dem Chili aber halt wirklich außerordentlich super. Chicken-Stew und die Rinderbrühe sind rasch aus, die – wahlweise mit Rindfleisch oder Tofu – gefüllte Aubergine fällt da leider ein bisschen ab.

Aber egal, tolles, neues, gutes Essen, nach dessen Genuss man halt ein bisschen nach Knoblauch riecht.

Resümee:

Koreanische Küche, die zwar schnell bestellt und rasch serviert wird, deswegen aber noch lange nicht Fast Food ist.


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