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Die Halle

© Katharina Gossow

Foto: Katharina Gossow


2020 von Isabel und Gregor Corbaci neu übernommenes Lokal im MuseumsQuartier; Interieur von Gregor Eichinger, Küchenchef ist Sebastian Rothbauer. Tägl. wechselndes TT (€ 9,50); Pinsa, Barsnacks, Pasta, Bowls; Sa, So 10–16 Brunch. Terrasse für 100, Gastgarten für 75 Pers. Behinderten-WCs.

Adresse:
Adresse:
Museumsplatz 1 (MuseumsQuartier)
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
01/522 53 27
E-Mail:
E-Mail:
office@diehalle.at
Website:
Website:
www.diehalle.at
facebook.com/hallemq
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo, Mi–Sa 10–24, Di 12–24, So 10–18, April bis Oktober: Terrasse im Haupthof tägl. geöffnet
derzeit geschlossen
Parken:
Parken:
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Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Szene
Sonstiges:
Sonstiges:
Brunch, Essen am Sonntag, Essen im Museum/Theater, Gastgarten, Terrasse

Die spanische Terrasse

Das Restaurant Halle, das älteste MQ-Lokal, kocht wieder

FLORIAN HOLZER | 4.8.2020

Als Motto-Chef Bernd Schlacher im Frühling 2001 sein Lokal in der soeben fertig gestellten Kunsthalle im Museumsquartier eröffnete, war noch alles offen. Die zahlreichen Baustellen im Museumsquartier sowieso, aber auch die Frage, wie sich dieses riesige Kulturareal in Zukunft entwickeln werde. Jeder hatte eine Meinung: viel zu viele Kompromisse, zu wenig revolutionäres Grundkonzept und überhaupt Gastronomie, völlig unwichtig, außerdem sei es zu heiß dort, die Konkurrenz untereinander zu groß, das wird nicht funktionieren.

Nun ja: Die Halle funktionierte bis vergangenen Herbst prächtig. Die „heiße“ Terrasse zwischen Kunsthalle und Mumok wurde definitiv zum Hot Spot, hier, direkt an Wiens Spanischer Treppe, zählte es, zu sehen und sich beim Brunch sehen zu lassen. Von der Wahrnehmung jener, die wegen des Museumsquartiers herkamen und nicht wegen der Museen, war diese Terrasse das Herz der Anlage.

Vergangenen Herbst wurde der Pachtvertrag neu ausgeschrieben und zum Zug kamen überraschenderweise zwei junge Leute, die zwar noch nie ein eigenes Lokal geführt, aber doch recht viel damit zu tun hatten: Isabel und Gregor Corbaci, Tochter und Sohn von Attila Corbaci, einer legendären Figur der Wiener Szene, angefangen von Ossi Wieners Berliner Exil über die Gründung des Café Engländer bis hin zu seinem Corbaci im Architekturzentrum, das er seit neun Jahren führt. Sie sei in all diesen Lokalen aufgewachsen, sagt die Tourismusmanagerin Isabel Corbaci, er habe sich dort sein Studium verdient, sagt der Jurist Gregor Corbaci.

Und weil die Motto-Fußstapfen natürlich groß waren, holten sie sich Hilfe: fürs Interieur Gregor Eichinger, der sein 19 Jahre altes Design etwas adaptierte, im Barbereich eine Theke an die Panoramascheibe platzierte, von der man gut auf den Hof schauen kann, für die Küche die Foodbloggerin Eva Fischer, die gemeinsam mit den Corbacis und dem Küchenchef Sebastian Rothbauer eine schöne kleine Karte entwickelte, bei der Früchte, Blüten, Salate und mediterran interpretierte Wiener Klassiker ihren Platz haben. Und natürlich Frühstück. Derzeit nur am Wochenende, ab Herbst dann täglich, ein wirklich feines Sortiment und durchaus mit dem Anspruch, dass es das nicht schon überall anders auch gibt. Der „No Avocado“-Toast zum Beispiel, ein Sauerteigbrot mit Erbsenpüree statt der wassersüchtigen Fettfrucht, genauso grün, mit crispy Dukkah, knusprigem Speck und verlorenem Ei wirklich sehr gut (€ 7,90). Turkish Eggs mit Joghurt und Paprikaöl klangen super, ich nahm aber Corn Fritters, eine Art frittierte Maispuffer mit Babyspinat und einer Creme aus Joghurt, Schnittlauch und gepickeltem Zwiebel, kann man auch mit pochiertem Ei haben, auch sehr gut (€ 8,90). Hält das wieder 19 Jahre? Kann schon sein.

Resümee: Das älteste und beständigste Lokal im Museumsquartier wurde neu übernommen und hat ein gutes Programm.


Die Halle, 7., Museumspl. 1, Tel. 01/522 53 27, Mo−Fr 11−24, Sa, So 10−24 Uhr (Brunch Sa, So 10−16 Uhr), www.diehalle.at



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