Imbisse Lokalkritik

John Döner

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

© Florence Stoiber

Foto: Florence Stoiber

© John Döner

Foto: John Döner


Döner, Dürum und Bowls mit Bio-Zutaten zum Mitnehmen oder Essen vor Ort, alle Varianten auch vegetarisch erhältlich. Sitzplätze im Lokal für 22, im Sommer kleiner Schanigarten.

Adresse:
Adresse:
Marc-Aurel-Straße 7
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
0676/644 84 28
E-Mail:
E-Mail:
office@John-doener.at
Website:
Website:
www.john-doener.at
facebook.com/John-Doener-113817660180141
instagram.com/john_doener
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Do 11.30–21, Fr, Sa 11.30–22 jetzt geöffnet (bis 22:00 Uhr)
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€ (Hauptspeisen bis € 10)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Imbisse
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen zum Mitnehmen, Gastgarten

Junge Döner tanzen anders

Zwei Marketing-Manager legen ihren Bio-Döner in der City ganz neu an

FLORIAN HOLZER | 1.3.2022

Die Idee, etwas mit Döner zu machen, kam den beiden Freunden Manuel Aibler und Christoph Speiser schon auf der Uni.

Wie im Produktmarketing-Studium gelernt, analysierten sie die Marktlage und stellten fest: Es gibt im ganzen Land keinen Bio-Döner.

Nach dem Abschluss gingen die zwei erst einmal „normal“ arbeiten, in den Marketingabteilungen des Rewe-Konzerns, und nützten ihre Urlaubstage, um ein Bio-Döner-Catering aufzuziehen.

Dann ab ins kalte Unternehmerwasser, sie überlegten sich einen Namen, „Junge Döner tanzen anders“ war der Plan, allerdings fürchteten sie die Verfolgung durch die Falco-Privatstiftung.

Abgesehen davon, dass sich der Name schlecht hätte „internationalisieren“ lassen, wie Christoph Speiser sagt, und das ist das optimistische Ziel von „John Döner“, wie das Unternehmen nun heißt.

Was in Zeiten, in denen Lokale jüngerer Wiener eher harmlose Feen-Namen wie Yola, Flora, Yohan und Joma tragen, schon wieder leiwand ist.

Die Eröffnung in einem früheren Veranstaltungslokal verzögerte sich aus Ursachen wie Corona, fehlenden Genehmigungen und einem Brand. Vor zwei Wochen war’s dann aber so weit, und was John Döner seither bietet, ist wirklich beachtlich.

Döner von der Kärntner Bio-Hühnerkeule, okay, Döner von der Lachsforelle, interessant, Döner vom am Drehgrill gerösteten Gemüse, sehr interessant!

Gleich vorab: Lachsforelle am ­Döner zuzubereiten ist eher schwierig. Der Fisch sei extrem schnell gar, und eigentlich müssten in einer Stunde 20 Leute kommen und den ­„Lachsforellen John“ ordern, was unrealistisch ist, weshalb die Leute von John den gegarten Fisch einstweilen warmhalten. Das Experiment bleibt – trotz Weckerln von Joseph und frischen Gemüses – eher mau (€ 11,90).

Umso toller die Gemüseversion: Scheiben von Roten Rüben, ­Sellerie und Kohlrabi, Süßkartoffelpüree dazwischen, rösten vor sich hin, kann man mit drei ­Saucen-Salat-Kombinationen („fresh“, „classic“ und „oriental“) und entweder im Weckerl, im Dürüm-Wrap oder als Bowl bestellen.

Die vielen Wahlmöglichkeiten sind leider schon wieder verwirrend, in der Version „oriental“ (mit Zucchini, Melanzani, Ayran und Kreuzkümmel) und mit Dürüm war das Gemüse jedenfalls toll (€ 8,90).

Und noch zwei Dinge sind für einen Döner-Grill ungewöhnlich: John Döner bietet auch eine Art Döner-Menü mit Weinbegleitung an. Wenn man zu acht ist, kann ein kleiner Döner-Tischgrill beliebiger Bestückung geordert und selbst besäbelt werden. Seltsam, aber so steht es geschrieben.

Resümee:

Bio, nachhaltig, mit Fisch oder Röstgemüse, mit Weinbegleitung oder live direkt am Tisch gedrehgrillt – John erfindet den Döner neu.



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