Orientalisch Lokalkritik

O.S.B. – Oriental Sandwich Bar

© O.S.B - Oriental Sandwich Bar

© O.S.B - Oriental Sandwich Bar

© O.S.B - Oriental Sandwich Bar


Neuauflage des kleinen Erfolgs-Lokals in der Billrothstraße: Bis auf die Cocktailsauce wird hier alles selbst gemacht: Fladenbrot, fantastisch bröselig-mürber Mandel-Anis-Kuchen, Dattel-Zimt Kekse, Falafel; gefüllte Pita (Vollkorn- oder Weißmehl, € 7,80 bis € 12,80), Oriental Pasta (Koshari), Füllungen auch mit Reis und Salat als Menü (€ 10,80 bis € 15,80); Take-away. Schwarztee mit Nanaminze; 8 Sitzplätze innen, im Sommer draußen Sitzmöglichkeiten für 6 Pers.

Anzeige

Adresse:
Adresse:
Rotenturmstraße 27
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
01/399 68 89
E-Mail:
E-Mail:
office@orientalsandwichbar.at
Website:
Website:
www.orientalsandwichbar.at
www.facebook.com/orientalsandwichbar
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
täglich 11–24
Küche:
Küche:
Orientalisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen zum Mitnehmen, Nichtraucherlokal, Schanigarten

Unser täglich gefülltes Brot

Es muss nicht immer Leberkäse sein. Zwei neue, tolle City-Imbisse
FLORIAN HOLZER | 10.10.2017

Es ist tatsächlich nicht mehr sehr leicht, in Wien mit einem Imbiss-Lokal aufzufallen. Es gibt schließlich schon Hunderte, und so viele Variationsmöglichkeiten scheint gefülltes Brot dann ja auch nicht zu haben. Oder eben doch.

Die O.S.B. zum Beispiel, Oriental Sandwich Bar, eröffnete im Herbst 2014 in einer winzigen Nische in der Billrothstraße und begeisterte dort mit sagenhaft köstlichen gefüllten Pitas. Die deshalb so gut waren, weil Frau Salwa Ghobrial da alles selbst machte, jede Sauce, jedes Falafel, sogar das Brot. Bald nach der Eröffnung gab Sohn Mina Yaney bekannt, dass die Sandwich-Bar in die Rotenturmstraße übersiedeln werde, was jetzt, fast drei Jahre später, dann auch endlich gelang.

Das Prinzip des kleinen Lokals mit der großen Vitrine wurde beibehalten, aber halt viel schöner als im 19. Bezirk – orientalische Fliesen an der Wand, die Vitrine aus gefrästem Mahagoni und vor allem eine golden funkelnde Entlüftungsanlage mit transparenter Mechanik und eingravierten orientalischen Mustern. Dazu klingt Satchmo, Mina und sein Bruder Bischoy bereiten sieben verschiedene Gerichte zu, die man entweder auf einem Teller oder in ein knusprig aufgebackenes Fladenbrot haben kann. Grilled Chicken Bits zum Beispiel, gebratene Hühnerfilet-Stücke mit Salat, Paprika, Tomate, Zwiebel und einer Sauce nach Wahl – Sesam, Joghurt-Minze, Hummus oder Knoblauch – brauchen zwar ein bisschen, sind aber sehr gut (€ 8,90). Und was „Crushed Lamb-Beef“ heißt, ist eine Art Cevapcici, selbst faschiert und vielleicht deshalb so unglaublich luftig-locker (€ 9,20).

Auf der anderen Seite der Innenstadt, am Albertina-Platz, eröffnete vorige Woche Josef Weghaupt seine mittlerweile vierte Joseph-Bäckerei und bietet hier jetzt den Bagel an, an dem sich in Wien schon ein paar die Zähne ausbissen: Smørres Feinbäckerei, Bagel Station und Shulz sind Geschichte, im The Roast wird jetzt thailändisch gekocht, im früheren Bagel-Kompetenzzentrum POS firmiert der Kringel unter „ferner liefen“ und im Frank’s stellte man die Produktion nach null Publikumsresonanz wieder ein.

Joseph tut sich den Bagel trotzdem an, in drei verschiedenen Teigversionen (Sauerteig, Waldstaude-Roggen, Malzkorn), nach original Rezeptur zuerst gekocht, dann gebacken, frisch gefüllt. Und die sind wirklich super, also wahrscheinlich die besten Bagels, die es in Wien je gab. Vor allem die Version mit Creamcheese, hausgebeiztem Lachs, Kapern, Ochsenherz-Tomate und Zwiebel hat Klasse (€ 10,40), der mit Thum-Beinschinken leidet leider etwas unter völlig dominanten Rahmgurken (€ 8,60).

Klar, um den Preis kann man beim Reinthaler ums Eck ein echtes Essen samt Getränk auch schon bekommen. Aber wenn man gutes, gefülltes Brot will, gibt’s jedenfalls zwei Adressen mehr.

Resümee:

Einmal fantastisch orientalisch gefüllte Pita, einmal sehr original-newyorkerisch gebackener Bagel. Gehend gut zu essen wird immer leichter.


Anzeige

Diese Lokale könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige