Szene Lokalkritik

Monte Ofelio Filmbar

Foto: Heribert Corn


Lokal im Filmmuseum im Sinne einer italienischen Aperitivo-Bar. Kaffee, Drinks, ital. Snacks. Schanigarten.

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Adresse:
Adresse:
Augustinerstraße 1
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/521 55 73
Website:
Website:
www.filmmuseum.at/besucherinformationen/filmbar
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
täglich 12–24 jetzt geöffnet (bis 24:00 Uhr)
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Szene
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Gastgarten

Monte Ofilmio

Die Bar des Filmmuseums hat neue Betreiber mit sehr viel Italianità
FLORIAN HOLZER | 7.5.2019

Was der Platz vor der Albertina ist: eine Startrampe für Fiaker, Fixpunkt von Schulausflügen und generell touristisches Aufmarschgebiet. Einen einzigen Ort gab es, der fremdenverkehrstechnisch völlig unbedeutend schien: nämlich die versteckt gelegene, wunderbar düstere Bar des Filmmuseums, die in ihren ersten Jahren nur sporadisch offen hatte, nach ihrer Erweiterung und Ergänzung um zwei schwarzlederne Fetischkojen im Jahr 2008 aber zu einem wirklich guten Ort wurde.

Vor zwei Wochen bekam dieser hochgradig konzentrierte Ort nun neue Betreiber: Luca und Dario Formisano, die im September 2016 ein kleines Feinkostgeschäft namens Monte Ofelio in der Oberen Augartenstraße aufmachten und damit einen Kulminationsort für italienische Lebensfreude schufen, wie es ihn bisher in Wien noch nicht gegeben hatte. Jeder und jede hier ist fröhlich und italienisch, auch Wiener.

Und wie äußert sich diese Italianità auf die Filmbar im Filmmuseum? Grundlegend. Zuerst einmal, indem gute Musik gespielt wird, vor allem aber durch die beiden Damen, die hier hinter der Budel stehen, Martina Ingegno, bisher schon Managerin des Monte Ofelio, und Isabella Lombardo, eine der besten Barkeeperinnen der Stadt, beide gleichermaßen mit Ausstrahlung und Handfertigkeit bei der Zubereitung von Americano, Negroni, Negroni Spagliato und anderen mehr oder weniger bitteren Cocktails gesegnet. Und apropos bitter: Eine neue Kaffeemaschine gibt es auch, einen Klassiker fernab augenblicklicher Barista-Feuchtträume, aber die Milchschäumer-Leistung habe ihn überzeugt, meint Luca Formisano. Wobei man den Espresso der Marke Caffè Verrè vielleicht eh besser pur und ohne Milch trinken sollte – er ist gigantisch! Und wenn man ihn „al banco“, an der Theke, trinkt, kostet er außerdem nur 1,50 Euro. Und wenn man lieber Kaffee ohne Kaffee trinkt, zum Beispiel, weil man ein kleines Kind ist, gibt’s Milchschaum mit Kakaopulver, das heißt dann „Baby Cappuccino“. Und wenn man kein kleines Kind ist, kann man auch gleich einen sagenhaften Cocktail namens „Red Berry“ nachschieben, den Isabella Lombardo aus Muskattrauben, Apfel, Hernalser Ingwerlikör und noch so einigem zusammenmixt, woran ich mich jetzt aber nicht mehr erinnern kann.

Solange der Toaster noch nicht installiert ist, mit dem die Filmbar-Damen dann ausgemusterte Brote von der gegenüberliegenden Joseph Bäckerei zu puristischen Italo-Snacks mit Prosciutto und Parmesan machen werden, gibt’s einstweilen nur Chips und Taralli.

Das sind wunderbar mürbe, irrsinnig trockene Teigkringel aus Süditalien, von denen man die Finger nicht lassen kann, die einen aber halt auch sehr, sehr durstig machen. Auf einen Cynar Spritz zum Beispiel, dem Coca-Cola italophiler Bohemiens. „Und das ist auch so gedacht“, sagt Luca Formisano.

Resümee:

Eine gute alte Filmbar, die neu übernommen und damit zu einer der ersten Cocktail- und Espresso-Adressen in der City wurde.


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