Weinhandlungen Lokalkritik

Central European Wine Art

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Vinothek und Weinbar mit Schwerpunkt Osteuropa. Platte mit geräuchertem Rückenspeck und Bauchspeck vom Mangalitza-Schwein mit ungarischem Sauerteigbrot, ungarischer Käse mit Trüffelhonig; 4gg Menü nach Vorbestellung (€ 29,–); Weine aus Osteuropa wie Weine der Sorten Hárslevelü und Furmint aus Tokaj oder Sekt aus Transsylvanien. Regelmäßige Verkostungen und Weinabendessen (Termine s. Homepage). Onlineshop.

Adresse:
Adresse:
Rudolfsplatz 7/2
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
0677/64 16 98 99
E-Mail:
E-Mail:
info@cewart.at
Website:
Website:
www.cewart.at
facebook.com/central.european.wine.art
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 15–21 öffnet um 15:00 Uhr
Aufgrund der aktuellen COVID-Richtlinien gilt derzeit für die Gastronomie die 2G-Regel sowie eine allgemeine Sperrstunde um 22 Uhr. Bitte beachten Sie, dass die aktuellen Öffnungszeiten ggf. abweichen können.
Lokaltyp:
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Weinhandlungen

Mr. Spock meint: faszinierend!

In einer neuen Vinothek bekommt man osteuropäische Vulkan-Weine zu trinken

FLORIAN HOLZER | 24.8.2021

Ádám Bencze kommt aus der Südslowakei, hat in diversen grandiosen Restaurants in ganz Europa gearbeitet, zuletzt etwa im legendären Geranium in Kopenhagen, und eröffnete vor vier Jahren mit zwei Kollegen das Bistro Roots in der Schönbrunner Straße. Dort wurde nicht nur ziemlich gutes Essen aus dem gekocht, was Wiener Gärtnereien und Fischzüchter lieferten, auch weinmäßig tauchte man in eine für die meisten bis dahin kaum bekannte Welt ein: Kreszenzen aus Ungarn, Tschechien und der Slowakei nämlich.

Damit kennt sich Ádám Bencze aus, seitdem er für das Prager Gourmetrestaurant La Degustation zwei Jahre lang nach genau diesen Weinen suchte: Autochthone Rebsorten, meistens uralte Weinstöcke auf oftmals vulkanischen Böden, oberste Verarbeitungsqualität, biologischer Anbau und meistens auch noch winzige Betriebe, bei denen die Winzer noch jeden Rebstock persönlich kennen. Kurz gesagt: Genau die Weine, die wir heute trinken wollen.

Nachdem es mit dem Roots wegen Meinungsverschiedenheiten voriges Jahr aber leider vorbei war, beschloss Ádám, dennoch in Wien zu bleiben, „Wien ist gastronomisch eine extrem interessante Stadt, einerseits konservativ, andererseits sehr offen für Neues, wenn es gut ist“.

Er übernahm einen kleinen Kosmetiksalon am Rudolfsplatz und machte daraus eine Art Hybrid aus Vinothek und Weinbar, in der man ein bisschen was essen kann.

Etwa eine Platte mit geräuchertem Rückenspeck, Ádám Bencze nennt ihn den „englischen“, und auf der Zunge schmelzenden Bauchspeck nach ungarischer Machart, beide von einem Mangalitza-Züchter aus Györ, dazu saftiges, ebenfalls ungarisches Sauerteigbrot (€ 5,–, Brot € 3,–). Oder ungarische Käse, sehr würzig, sehr interessant, werden mit Trüffelhonig gereicht (€ 5,–). Ravioli macht Ádám selbst und hobelt, wenn sie wie jetzt Saison haben, ordentlich ungarische Sommertrüffel drüber, und gegen Vorbestellung kocht er sogar ein viergängiges Menü (€ 29,–).

Aber das wirklich tolle in dem kleinen Laden sind die Weine. Sekt aus Transsylvanien zum Beispiel, straff und so gut wie ein kleiner Champagner, allerdings zum Preis einer besseren Flasche Prosecco. Oder die unglaublichen Weine der Sorten Hárslevelü („Lindenblättriger“) und Furmint aus Tokaj, feurig, mineralisch, knochentrocken, herrlich. Oder dieser Pinot Noir von der slowakisch-ungarischen Grenze, nur 100 Kilometer östlich des Neusiedlersees, und von einer Delikatesse und Distinktion, wie man sie außerhalb Frankreichs selten findet, wow.

Und dann natürlich all die Rebsorten, von denen man noch nie gehört hat, muss man alles kennen lernen, ist quasi vor der Türe und immer nur Veltliner ist ja auch fad.

Resümee:

Wenn man sich vorgenommen hat, täglich neue Erfahrungen zu machen, kann man hier mit Hárslevelü- und Kardaka-Weinen beginnen.