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Restaurant Konstantin Filippou

Foto: Gerhard Wasserbauer

Foto: Gerhard Wasserbauer


Konstantin Filippou ist der gourmetmäßige Aufsteiger der Stadt, 2015 von Gault Millau zum Koch des Jahres gekührt, sein junges Restaurant hat den Anspruch in der küchenmäßigen Oberliga mitzuspielen. Es gibt ein 6gg Menü (ab € 129,–), was dann kommt, ist alles nur großartig, z.B. Zander mit Haselnuss, Dashi und Trüffel oder Rehrücken mit Cochayuyo, Baummorcheln und Txotgitxu. Zu Mittag kocht Filippou auch ein Menü mit "normalem" Essen, das sich durchaus auch sehen lassen kann. (Businesslunch 3–5gg ab € 37,–). Man sitzt an massiven schwarzen Naturholztischen auf eleganten Sesseln, die ein bisschen an nordische Luxusyachten aus den 1930er-Jahren erinnern. Mittags Schanigarten mit Terrasse für 40 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Dominikanerbastei 17
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
01/512 22 29
E-Mail:
E-Mail:
reservation@konstantinfilippou.com
Website:
Website:
www.konstantinfilippou.com
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 12–15 und 18.30–24, warme Küche 12–14 bis 18.30 und 22.30
jetzt geöffnet (bis 24:00 Uhr)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Luxus
Sonstiges:
Sonstiges:
Luxus, Mittagsmenü, Nichtraucherlokal, Rollstuhlgerecht, Schanigarten

Wir essen in der Küche, Vol. 2

Konstantin Filippou kocht jetzt unter seinem Namen
FLORIAN HOLZER | 2.4.2013

Konstantin Filippou hat eine tiefe Stimme. Und die hört man, wenn er spricht beziehungsweise seine Order gibt; die Küche ist schließlich nur durch eine Fensterwand vom Gastraum seines neuen Restaurants getrennt. Teile der Küche – die Station, an der die amuse gueules und die kalten Vorspeisen gebastelt werden – wurden überhaupt ins Restaurant verlegt.

Wobei das jetzt noch der unwesentlichste Punkt an diesem neuen Restaurant wäre. Viel außergewöhnlicher ist da wohl, dass sich ein junger Koch auf die Beine stellt und ein Lokal macht, das schon eher den Anspruch hat, in der küchenmäßigen Oberliga mitzuspielen. Und zwar ohne Investorengruppe, Hotel oder reiche Familie im Hintergrund, auf eigenes Risiko, was sich in Österreich eigentlich kaum mehr ein Küchenchef traut.

Dass es überhaupt wer wagt, sich heute noch der grande cuisine zu widmen, mit ihrem enormen Personalaufwand, ihrem beachtlichen Wareneinsatz und den beträchtlichen Nebenkosten (allein der Weinkeller!), ist ebenso erstaunlich. Größeres Publikum und breitere Zustimmung hätte er sicher mit etwas „Unkompliziertem“. Nur ist Konstantin Filippou halt nicht der Typ, der ein „lässig-urbanes Neo-Bistro“ mit irgendwelchen fetzigen Designersandwiches machen will. Dazu kochte der junge Grazer schon bei zu vielen Kochgöttern dieser Welt (u.a. Juan Mari Arzak und Gordon Ramsay), dazu sind sein Ehrgeiz und sein Können einfach zu groß.

Das klingt jetzt alles ein bisschen pathetisch, ich weiß, mich hat das Essen bei dem Mann aber halt auch wirklich sehr beeindruckt. Es gibt zwei Menüs, die in sich eine stilistische Einheit bieten, man wählt daraus vier (€ 56,–) oder sechs (€ 75,–) Gänge, sitzt an massiven Naturholztischen, die sich Filippou in der Buckligen Welt machen ließ, auf eleganten Sesseln, die ein bisschen an nordische Luxusyachten aus den 30ern erinnern, und kriegt ein massives Messer aus Paris auf einen kleinen Steinsockel gelegt.

Was dann kommt, ist alles nur großartig, die Austern mit Gurke und die Räucherforelle mit Reiscreme, der Schweinebauch mit rohem Eidotter und Aal, diese unglaubliche pochierte Makrele, ebenso zart wie schön anzusehen, der Bonito mit Erdnuss und Brioche-Croutons im Krustentierfond und überhaupt der Doppelgang mit Schnecke, Rindermark und Roter Rübe. Hells Bells.

Und: Zu Mittag kocht Filippou auch ein Menü mit „normalem“ Essen, das sich aber durchaus auch sehen lassen kann, die beste Vichyssoise der Stadt, zum Beispiel, gebratene Lachsforelle mit Roten Rüben, Krencreme und Basilikumsauce, herrlich intensives Bœuf bourguignon mit ein bisschen Jakobsmuschel-Kinkerlitz und Topfennockerl mit Salzmandeleis. Das ist alles sehr gut und kommt zusammen auf 25 Euro. Günstig genug, um nächste Woche wieder das große Menü essen zu können.

Resümee:

Ein junger Grazer mit griechischen Wurzeln macht sich auf, Wiens Gourmetrestaurantszene ein bisschen zu bereichern.

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