Würstelstände Vegetarisch, vegan Empfohlen Lokalkritik

Eh Wurst

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

© Eh Wurst

Foto: Eh Wurst

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Veganer Würstelstand. Vegane Würstel wie Bosna (aus Kräuterseitlingen), Curry Wurst (auf Seitan-Basis), Hot Dog, Bratwurst mit Sauerkraut, Leberkäsesemmel mit Leberkäse auf Sojabasis vom Ottakringer Traditionsfleischer Gissinger, Pommes; Bier vom Fass, Limonaden, Wein. Schanigarten für 8 Pers.

Adresse:
Adresse:
Neustiftgasse 81
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
01/346 03 45
E-Mail:
E-Mail:
info@ehwurst.at
Website:
Website:
www.ehwurst.at
facebook.com/ehwurst
instagram.com/ehwurst
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 12–21 öffnet um 12:00 Uhr
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€ (Hauptspeisen bis € 10)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Würstelstände
Küche:
Küche:
Vegetarisch, vegan
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen zum Mitnehmen, Gastgarten

Alles hat ein Ende ...

… auch die Wurst. Zumindest die aus Fleisch. Aber die Nachfolger sind nicht schlecht

FLORIAN HOLZER | 16.8.2022

Vegane Würste zu essen, vegane Burger zu braten, modifizierte Sojastückchen so anzumalen und zu würzen, dass sie wie eine Hühnerkeule aussehen, fand ich ja immer ziemlich lächerlich. Weil warum? Vegetarischer, veganer oder pescetarischer Ernährungsweise stehen so unendlich viele großartige Rezepturen aus aller Welt zur Verfügung, okay, aus Österreich eher weniger, aus dem mediterranen, orientalischen oder indischen Raum dafür umso mehr. Und es geht wenig über eine perfekte Peperonata mit ein bisschen Knoblauch, Soba mit Seidentofu, Koriander und Sesamöl oder Karotten aus dem Rohr.

Aber hin und wieder muss es halt Wurst sein. Weil Wurst irgendwie glücklich macht, keine Ahnung, mich zumindest. Weil diese Mischung aus Raucharoma, Pökelsalz, Brät, Fleisch und Saitling einfach eine endgültige Mischung zu sein scheint. Nicht umsonst hat sich das Prinzip Wurst auf der ganzen Welt durchgesetzt.

Und weil vielleicht nicht nur Veganer und Vegetarier ab und zu Lust auf dieses Mundgefühl haben, sondern weil es ja auch nicht schlecht wäre, wenn nicht für jede Wurst ein Schwein zuerst ein elendes Leben in der eigenen Scheiße führen und dann maschinell umgebracht werden müsste, sehe ich das mit der veganen Wurst mittlerweile anders.

Feinste Schinken, gut gereiftes Steak, Lammkeule, Ochsenschlepp werden sich nie vegan ersetzen lassen, müssen es auch nicht. Aber bei Wurst, der man oft weder Art noch Qualität des Fleisches oder die fleischliche Herkunft überhaupt anerkennt – warum nicht? Abgesehen davon, dass die Hersteller da in den letzten drei Jahren wirklich unglaubliche Fortschritte gemacht haben.

Ende des langen Prologs. Raphael Rosdobutko ist DJ und Eventmanager, hatte während der Lockdowns also viel Zeit zum Nachdenken und beschloss, ein zweites Standbein zu entwickeln. Eins, das ihm Spaß bereiten solle, noch dazu.

Also eine vegane Würstelbar namens Eh Wurst. Er recherchierte online, was es da so gebe, ließ sich bemustern, „vieles davon war sehr schlecht“. Einiges aber auch erstaunlich gut. Leberkäse auf Sojabasis vom Ottakringer Traditionsfleischer Gissinger zum Beispiel: perfekte Farbe, perfekte Würzung, Geschmack und ­Mundgefühl täuschend ähnlich, in irgendwelchen ­Bahnhofscafés ­hatte ich schon schlechtere (€ 4,90). Die Bratwurst für die Bosna wird in der Brigittenau aus Kräuterseitlingen und Austernpilzen gemacht, wirklich verblüffend aber die bayerischen Bockwürste auf Seitan-Basis, aus denen im Eh Wurst Currywurst gemacht wird – saftig, würzig, wurstig, zum Verwechseln (€ 5,20).

Man muss vegane Wurst nicht essen. Aber man kann sie essen, weil sie mittlerweile sehr okay ist.

Resümee:

Eine vegane Würstelbar ganz ohne dogmatisch-religiösen Ansatz, dafür aber mit Veggie-Würsten, die echt nach Wurst schmecken.



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