Bars Lokalkritik

Albert

© Katharina Gossow

Foto: Katharina Gossow


Lounge-Bar mit Restaurantbereich, umfangreiches Weinangebot, Raucherbereich, Sa Frühstück bis 14.30.

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Adresse:
Adresse:
Albertgasse 39
1080 Wien
Telefon:
Telefon:
01/956 71 14
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 11.30–2 öffnet um 11:30 Uhr
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Sonstiges:
Sonstiges:
Frühstück, Raucherbereich

Die Albert-Halle

Eine der ersten Bar-Lounges Wiens hat einen kürzeren Namen und neuen Besitzer

FLORIAN HOLZER | 4.6.2019

Als das Albertgasse 39 2004 aufmachte, war das alles sehr neu. Ein Lokal, das eine Bar war, aber trotzdem hell; ein Lokal, das eine Bar war, in der man aber trotzdem feines Essen bekam; ein Lokal, das eine Bar war, in der man trotzdem nicht Dean-Martin-Songs spielte. Sowas kannte man nur aus dem Fernsehen, sowas war neu in der Stadt. Was dem Lokal allerdings auch nicht half, die wirklich tolle Location wechselte häufig den Besitzer und brachte denen wenig Glück.

Das hielt Mario Bernatovic allerdings nicht davon ab, es trotzdem zu versuchen. Bernatovic war vor 20 Jahren einer der „jungen wilden“ Köche der Stadt, kochte im Weibel 3, im Ilija, im Motto am Fluss, im Kussmaul am Spittelberg und dann seit Anfang 2017 im Kussmaul in der Bäckerstraße, das ehemalige Albertgasse 39 ist sein erstes eigenes Lokal.

Er erhielt es zu einem akzeptablen Preis und vom Karma muss man sich ja nicht gleich fertig machen lassen. Der Parkettboden der ehemaligen Tischlerei blieb erhalten, zentraler Punkt blieb auch im neuen Albert die Bar, linker Hand wird die große Wand für Fußballübertragungen genutzt, rechter Hand mit samten gepolsterten Sitzbänken der „gemütliche“ Teil, einen mit Glas abgetrennten Nichtraucherbereich gibt’s auch.

Tolle Atmosphäre nach wie vor, angenehme Musik und zum ersten Mal seit Bestehen des Lokals mit einem echt eindrucksvollen Weinangebot: An die 150 verschiedene Positionen hat Bernatovic da zusammengetragen, nicht nur Natural Wines, aber viele, ein gewisses Faible für moderne Schwarz-Weiß-Etiketten ist jedenfalls nicht zu übersehen.

Und weil Bernatovic einerseits ein paar Weine selbst importiert (aus Kroatien) und andererseits sehr modern kalkuliert, kann man hier schon ab etwa 20 Euro eine ordentliche Flasche Wein bekommen. Und auch etwas dazu essen. Ein recht umfangreiches Frühstück zum Beispiel, das es am Samstag und Sonntag bis 14.30 gibt, oder abends Sachen, die man schon aus dem Kussmaul kennt, die Bernatovic hier aber ein bisschen downgegradet hat.

Das Stunden-Ei auf Erdäpfelcreme mit Blattspinat und frittierter Petersilwurzel gibt’s hier mit Perigord-Trüffel statt mit weißer Trüffel aus Alba, trotzdem sehr gut und sehr geil (€ 11,–), der knusprig geflämmte grüne Spargel mit Kerbel-Beurre-blanc und Yuzu-Gel gibt auch ganz schön Gas, da freut man sich, dass es einen Malvazia auch glasweise gibt (€ 10,90). Oktopusarme werden in spezieller Mehlmischung zu extra-knusprigen Oktopuspoppers frittiert, dazu schwarze Tintenfisch-Mayo und Erbsen-Speck-Püree (€ 17,–) und die Chickenwings, die von Knorpeln befreit, dann in Hühnersuppe gekocht, dann frittiert und mit selbst gemachter Hoisin-Sauce übergossen werden, zählen wahrscheinlich zu den besten Hühnerflügerln der Stadt, muss man sagen (€ 8,90). Könnte funktionieren diesmal.

Resümee:

Eine Lounge-Bar, in der es schon einige probiert haben, diesmal aber mit wirklich gutem Essen und wirklich gutem Wein.


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