Italienisch Lokalkritik

La Fornace

Authentische italienische Speisen; Antipasti, Pasta, Pizza etc. saisonale Monatskarte; 2 2gg MM € 7,80.

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Adresse:
Adresse:
Ziegelofengasse 15
1050 Wien
Telefon:
Telefon:
01/941 66 94
Website:
Website:
www.lafornace.at
www.facebook.com/lafornacewien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 11.30–14.30 und 18–23, Sa 18–23 (Fei geschlossen) öffnet um 18:00 Uhr
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Küche:
Küche:
Italienisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen zum Mitnehmen, Mittagsmenü

Aserbaidschanisch bei Nacht

Der Kaukasus hat derzeit ziemliche Medienpräsenz. Hier die ersten Lokale

FLORIAN HOLZER | 17.2.2014

Aromatische Assoziation. Ein durch soziale Prägung präzise funktionierendes Empfinden, man hört das Wort „Südfrankreich“ und denkt an Cassoulet, man hört das Wort „Amsterdam“ und denkt an Brathering mit kaltem Bier, man hört das Wort „Venedig“ und denkt an die Hühnersalat-Sandwiches in Harry’s Bar ...

Ich hab das Experiment gemacht und an das Wort „Aserbaidschan“ gedacht, ganz, ganz fest. Es kam aber nichts, keine geschmackliche Assoziation. Sehr frustrierend.

Das passiert mir jetzt nicht mehr, denn vorige Woche war ich im kürzlich eröffneten Baku Lights, Wiens erstem Restaurant mit aserbaidschanischer Küche – die jener der anderen Kaukasusländer durchaus ähnlich sei, sagt Herr Asker Askerov, Restaurantmanager, was man ihm gerne glaubt. Ob das Baku Lights auch so aussieht wie die meisten Restaurants in kaukasischen Ländern, ist schwer zu beurteilen. Sollte es so sein, dann nennen wir solche Lokale fortan „kaukasisch“: Fliesenboden, schlammgrüne Wände, eine Bar mit akkurat geordneten Wodka- und Whiskyflaschen, weiß gedeckte Tische, kleine Vase mit Rose in der Mitte eines jeden, kleine Landschaftsbilder, naive Kunst, ein gleißendes Durcheinander diverser Beleuchtungsoptionen, Loungebereiche mit weißen Lederfauteuils – der sich im Lauf des Abends übrigens noch recht gut füllte, im Restaurant hingegen blieb ich der einzige Gast.

Mit dem Wunsch, sich auf die Empfehlung des Hauses zu verlassen, stößt man hier nicht unbedingt auf Verständnis; okay, dann also die Suppe mit dem lustigsten Namen, Düshbere, einen Salat namens Olivje, von dem ein anderer Manager meinte, dass er mir schmecken würde, und Bastirma vom Grill, weil Bastirma ja immer irgendwie gut ist. Der Olivje-Salat war dann das, was bei uns als „russischer Salat“ läuft, also wirklich, so mit Dosenkarotten und Dosenerbsen, außerhalb des Kaffeehauses schon lange nicht mehr gegessen, originell (€ 4,50). Die Suppe auch sehr interessant: fast farblos, aber deutlicher Lammgeschmack, darin schwimmend hunderte Teigtascherln in Backerbsengröße, winzige Lammfleischknöderln mit Nudelteigflankerln rundherum (€ 4,90).

Das war der Zeitpunkt, an dem mir einer der Manager ein Fläschchen mit Baku-Wodka auf den Tisch stellte, eine süße Spirituose mit Goldflankerln drin. Ich wollte dazugehören und trank. Das Bastirma hatte ich irgendwie anders erwartet, irgendwie würziger, es war nämlich einfach ein Kalbfleischspieß mit einem Schälchen mit rotem Gewürz, Zwiebel und Dille sowie einem Gupf recht feinen Rote-Rüben-Erdäpfel-Bohnen-Salates. Aber wenn aserbaidschanisches Bastirma so ist, dann ist es eben so (€ 7,90). Den doch recht süßen Weißwein von der Halbinsel Abscheron kann ich nicht empfehlen, der Rote „Aserbaidschan“ war okay.

Ich hab jetzt jedenfalls einen Aserbaidschan-Geschmack im Kopf.

Resümee:

Wer sich anhand der unvermeidlichen Sotschi-Berichterstattung fragte, wie man im Kaukasus eigentlich isst – hier erfährt man’s.

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