Weinhandlungen Bistros Lokalkritik

Piccola Trieste

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

© Piccola Trieste

Foto: Piccola Trieste

© Piccola Trieste

Foto: Piccola Trieste


Italienisches Bistro und Vinothek; kleine Speisen und Spezialitäten aus der Region um Triest.

Adresse:
Adresse:
Jakobergasse 4
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
0660/394 63 45
E-Mail:
E-Mail:
piccolatrieste@gmail.com
Website:
Website:
facebook.com/Piccola-Trieste-110155007512849/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 16–22 öffnet um 16:00 Uhr
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bistros, Weinhandlungen

Piccolo Heimathafen

Die Betreiber der Trattoria Triestina sind zurück, klein und ohne Pasta, aber oho

FLORIAN HOLZER | 6.10.2020

Vor vier Jahren kamen Veronica Vremec und Peter Ivancich von Triest nach Wien, um hier ein Lokal zu betreiben. Sie konnten das, denn Peters Familie führte nördlich von Miramare lange ein legendäres Fischlokal. Die beiden übernahmen das Café Rezeption an einem der hübschesten Plätze im Karmeliterviertel, legten eine tiefgründig verwurzelte Triestiner Küche vor, erfuhren von ihren Gästen, dass sie „beim Italiener“ aber lieber Fisch statt des gesottenen Fleischs und der Kutteln hätten, schärften die Linie rasch nach und waren im Nu ein Lokal, in dem es nahezu unmöglich war, einen Tisch zu bekommen. Dann zerfransten sie sich aber mit dem Verpächter, sie ergriffen die Chance, bei einem großen Lokal in den Skyline Offices in der Spitte­lau mitzumachen, dann kam Corona, sie erkannten, dass sie mit den dortigen Partnern qualitativ auf keinen grünen Zweig kommen würden, und sprangen ab (was sich dort Trattoria Triestina nennt, ist eine mittelgewichtige Pizzeria).

Alles also nicht so toll gelaufen. Beim Spazierengehen entdeckte Veronica Vremec in der Umgebung des Gartenbaukinos eine seit Jahren aufgelassene Weinbar, die nach einem Nachfolger suchte, „das Konzept ist hier aber different“, erklärt Peter Ivancich in seinem Italo-Deutsch-Englisch-Esperanto: keine Pasta, nichts Gebratenes, maximal aufgewärmte Gerichte, dafür aber kleine und umso würzigere Köstlichkeiten, die gut zu einem Glas Wein aus dem italienisch-slowenischen Grenzland passen.

Das fängt schon einmal bei einem Paradeissalat an, wo man sich denkt, aber hallo, das ist jetzt aber einmal wirklich ein Paradeissalat, mit Olivenöl, Oregano, etwas Rosmarin und in Olivenöl getunktem, knusprigem Weißbrot, super. Bruschette macht Ivancich warm, lässt ein bisschen Gorgonzola darauf schmelzen und toppt mit grob geschnittener Mortadella oder Prosciutto Cotto, und spätestens dann ist man gedanklich in Triest angekommen (€ 5,50). Eine extra magere „Salami Prosciutto“ wird dünn aufgeschnitten und mit Rucola, Parmesan, einem Spritzer Zitrone und reichlich Olivenöl bedeckt, „was Leichtes“ (Olivenöl gilt in Italien nicht als Fett, sondern als Seele), wunderbar (€ 12,–). Dem Umstand, hier keinen Fisch braten zu können, begegnet der Triestiner, indem er butterzarte Alici in lauwarmer Marinade aus Rotwein und Olivenöl serviert (€ 12,–) oder rohen Thunfisch und Garnelen in Zitrone mariniert (€ 12,–). Absolut grandios aber das Gulasch aus Borlotti-Bohnen, Tropea-Zwiebeln, Oregano, Salbei und reichlich Parmesan, Glück zum Löffeln (€ 12,–). Einmal im Monat gibt’s auch Kutteln und Baccalà mantecato, Makrelen und Branzini in Savor kommen auch bald, die Zapfanlage fürs Peroni soll demnächst stehen. Sagen wir so: Leichter wird das hier mit den Plätzen auch nicht.

Resümee:

Einfach eine Weinbar mit ein paar kleinen Happen dazu – allerdings halt mit dem Spirit des wunderbaren Triest ausgestattet.


Piccola Trieste, 1., Jakobergasse 4, Tel. 0660/394 63 45, Mo–Sa 17–22 Uhr



12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe 6 Monate FALTER um 3,20 € pro Woche
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!