Restaurants, Gaststätten Orientalisch Israelisch Lokalkritik

Makom

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Israelische Küche wie Shakshuka, Falafel, Hummus, gebratenes Huhn und im Ofen gerösteter Karfiol; israelisches Bier; Speisen auch zum Mitnehmen. Schanigarten für 50 Pers.

Adresse:
Adresse:
Schottenfeldgasse 18
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
01/431 50 33
E-Mail:
E-Mail:
shalom@makom.wien
Website:
Website:
makom.wien
facebook.com/Makom-Wien-101059628835012/
instagram.com/makom.wien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 9–22, Sa, So 8–23 jetzt geöffnet (schließt um 23:00 Uhr)
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Küche:
Küche:
Israelisch, Orientalisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen zum Mitnehmen, Gastgarten

Das Tel-Aviv-Prinzip

Schon wieder ein fröhliches, gemüsiges, hübsches israelisches Lokal

FLORIAN HOLZER | 18.5.2021

Nein, die Besprechung des neuen Makom hat nichts damit zu tun, dass in Israel gerade gewaltsame Konflikte stattfinden. Weil am Weltgeschehen orientierte Beisl-Kritik, das bräuchten wir gerade noch. Das Makom wird hier vorgestellt, weil es brandneu ist, weil es in den vergangenen Wochen recht erfolgreich neo-israelisches Essen verschickt hatte und weil es – wenn alles gut geht – mit heutigem Tag eröffnet.

Für mich als Boomer war Israel in meiner Jugend ein exotisches, junges Land, von dem ich nichts außer dem wusste, was der israelische Satiriker Ephraim Kishon in seinen Büchern beschrieb. Und wenn bei Kishon von Essen in Tel Aviv die Rede war, dann ging es eigentlich immer um Steaks und um Wassermelonen. Von Shak­shuka oder Hamshuka war da nie zu lesen, Sabich auch nicht wirklich, wobei durchaus anzunehmen ist, dass sich die hippe, bunte Tel-Aviv-Streetfood-Party-Küche in dieser Form erst nach den 70ern und frühen 80ern entwickelte, als Kishons Bücher erschienen.

Aber zurück ins Wiener Heute: Das Makom wird von den Leuten betrieben, die in der Währingerstraße schon mit einem Bagel-Shop auf sich aufmerksam machten, sie selbst kämen zwar nicht aus Israel, einer der Geschäftspartner und Teile der Küchenmannschaft aber schon. Platz fand das Makom – hebräisch für „ein Ort“ – im ehemaligen Chillax in der Schottenfeldgasse, das edel-shabby Loftdesign blieb weitgehend unverändert, zumindest war das während des Take-away-Betriebs vorige Woche noch so.

Bei der Auswahl der Gerichte ging man auf Nummer sicher und wählte gewissermaßen die Schnittmenge der bisher schon erfolgreichen Tel-Aviv-Lokale, also die Paradeis-Paprika-Zwiebel-Sauce Shakshuka, Falafel, Humus, gebratenes Huhn und natürlich den im Ofen gerösteten Karfiol, Avocado, Nüsse und Granatapfel dürfen natürlich nicht fehlen.

Ein Salat mit dem Namen „Itzhak und sein Broccoli“, bestehend aus Roter Rübe, Brokkoliröschen, Blattsalaten, Mandeln, Pinienkernen und Granatapfel, sah nicht nur gut aus, sondern war selbst für Brokkoli-Gegner durchaus wohlschmeckend, an der Marinade kann man vielleicht noch arbeiten (€ 8,90). „Die Farbe der Hoffnung“, eine Kreation aus Blattspinat, Erbsen, Avocado und grünen Oliven, war allerdings außer grün gar nichts (€ 10,50). „Onkel Cohens Shak­shuka“, Shakshuka mit faschiertem Rindfleisch, war nicht schlecht, ich frag mich nur, warum bei Shakshuka stets pochiertes Ei versprochen wird, dann aber immer nur Spiegelei kommt (€ 11,50) – da ist halt schon ein ziemlicher Unterschied.

Man kann den Makom-Machern nur wünschen, dass die Anziehungskraft reicht, um die Hipster die entscheidenden Meter von der Mahü in die Schottenfeldgasse zu locken. Wird schon klappen.

Resümee:

Der nächste Versuch, die kulinarische Lebensfreude Tel Avivs in Wien auf den Boden zu bringen. Nicht der schlechteste.



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