Bars Lokalkritik

Sputnik Bar

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Cocktailbar von den Betreibern der Grellen Forelle. Die Cocktails mixen Laura Peez und Simon Oberschick, z.B. „Pussy Riot“ oder „Bloody Mascha“ (eine Bloody-Mary-Version mit Kren und Roter Rübe); Wodkas aus Frankreich, Japan und Österreich.

Adresse:
Adresse:
Börsegasse 13-15
1010 Wien
Website:
Website:
instagram.com/sputnik.bar.wien
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mi–Sa 18–1 jetzt geöffnet (bis 1:00 Uhr)
Parken:
Parken:
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Lokaltyp:
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Bars

Khorosheye nachalo

„Guter Start“ für eine neue Bar: In der Sputnik werden Cocktailklassiker russifiziert

FLORIAN HOLZER | 30.8.2022

Klar, Russland hat gerade nicht den besten Ruf. Was die Großartigkeit russischer Kunst oder der Errungenschaften russischer Technologie nicht mindert. Sputnik, zum Beispiel, 1957 der erste Satellit, den die Menschheit ins All schoss, wo er drei Monate piepsend die Erde umrundete und in den USA damit Panik auslöste.

Sputnik ist somit zweifellos ein guter Titel für so manches Projekt, also auch für eine Bar. Und eine solche wollten sich die Macher des Clubs Grelle Forelle jetzt leisten. Nicht als Diversifikationsstrategie im Falle des nächsten Lockdowns, wie man erfährt, sondern eher, weil sich Schadi Tayyah, Arthur Resetschnig und Stephan Maurer dem Vernehmen nach für ihren eigenen Club irgendwie schon ein bisschen zu alt fühlen und ganz gern auch etwas hätten, wo man einfach sitzen und einen guten Drink genießen kann.

Und nachdem der Betreiber der East Coast Bar 2001 ungefähr ebenso dachte, sich nach 20 Jahren aus dem Bar-Business aber zurückzog, passten die Feng-Shuis da offenbar zusammen. Wobei sich in 20 Jahren barmäßig natürlich wahnsinnig viel geändert hat: Das Publikum wurde dramatisch jünger, sogenannte „Signature-Cocktails“, also Eigenkreationen, traten auf den Plan, die Zutatenliste für diese wurde um alles bereichert, was irgendwie schmeckt und eine Message transportiert, vor allem, wenn es fermentiert ist …

Da hat die Sputnik natürlich einiges zu bieten, zuallererst fällt aber das Design auf: die genietete Metallbar, die Hocker im Düsendesign, die geschwungenen Sitzgruppen mit hohen, schwarzen Lederwulststützen, die Neonleuchttische, alles sehr schön Mid-Century, mit dezenter Raumfahrtassoziation, ohne aber peinlich zu sein.

Gleiches gelingt den Barkeepern Laura Peez und Simon Oberschick mit den Cocktails, wobei hier mehr Russland denn Weltraum als Referenz herangezogen wird. Beim spektakulären „Turboprovod“, bei „Pussy Riot“ oder „Bloody Mascha“, einer Bloody-Mary-Version mit Kren und Roter Rübe. Auch „Smoke on the Wodka“ ist sehr super: Laura Peez räuchert dafür das Cocktailglas mittels Zirbenbrett und Bunsenbrenner, dann kommt eine Mischung aus Wodka, Zitrone, Preiselbeer und Fichtennadel-Likör rein, großartig (€ 13,–). Noch um einen Dreh wilder der „Shashlik Highball“: Whisky Soda, bei dem ein bisschen Schokolikör, eine koreanische Würzsauce und ein Spießchen mit drei Scheiben ge­dörrten Schweinefleischs die Whisky-Aromen interessanterweise unterstützen. Interessant! (€ 15,–) Und wer sich Sanktionssorgen macht: Die Wodkas stammen aus Frankreich, Japan und Österreich.

Resümee:

Eine neue, coole Bar, die ihr russisch-raumfahrttechnisches Grundthema sowohl optisch als auch drinkmäßig gut umsetzt.



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