Restaurants, Gaststätten Vegetarisch, vegan Lokalkritik

Pure am Praterstern

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Vegetarisches Lokal am neugestalteten Praterstern. Frühstück ab 8, z.B. Haferporridge mit Kardamom und karamellisierter Birne (€ 8,80); vegetarische Spezialitäten wie Couscous-Salat mit Gurken, Babyspinat, Kressen und gebratenem Portobello mit Zitronen-Joghurt (€ 11,80) oder veganes Erdäpfelgulasch mit Pilzen und Soja-Wurst (€ 16,80). 2 Gasträume, Lounge und Imbissladen. Gastgarten unter einem 80-jährigen Götterbaum.

Adresse:
Adresse:
Praterstern
1020 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/88 50 23 80
E-Mail:
E-Mail:
office@pure-restaurant.at
Website:
Website:
www.pure-restaurant.at
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
täglich 8–22.30, Küche bis 21.30
jetzt geöffnet (bis 22:30 Uhr)
Parken:
Parken:
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Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Küche:
Küche:
Vegetarisch, vegan
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen zum Mitnehmen, Gastgarten

Kichererbse statt Kiberer

Mit der Neugestaltung des Pratersterns kam auch ein neues Veggie-Lokal

FLORIAN HOLZER | 13.9.2022

Eigentlich hätte das vegetarische Lokal am neugestalteten Praterstern schon vor einem Jahr aufmachen sollen. Da war der neugestaltete Praterstern aber noch nicht fertig neugestaltet. Wer weiß, ob es der Versuch war, sich vom schlechten Verzögerungs-Karma zu lösen, oder ob die Restaurantgruppe „Yamm!“ die Nachdenkpause zur Einsicht nutzte: Der geplante Name „Habs Gut“ für das Lokal war ein bisschen gebacken. Jetzt ist es jedenfalls fertig und heißt Pure am Praterstern.

Das Projekt ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert: Nicht nur, weil sich der Pavillon an dem Platz befindet, wo zuvor die Polizeiwachstube stand. Sondern schon auch, weil es überaus wagemutig erscheint, zwischen einem hässlichen Bahnhof und einem vierspurigen Autorennbahn-Rundkurs ein vegetarisches Restaurant der doch eher gehobenen Preisklasse zu platzieren. Das ist ein recht starker Kontrast.

Tatsächlich ist das Ensemble aber gut gelungen. Rund um eine atriumartige Bar kreisen zwei Gasträume, die Küche, eine Lounge und ein Imbissladen. Die Farben sind hell und natürlich, Holz, Vorhänge, Stein und Panoramafenster zählen auch zum Inventar. Und der Gastgarten unter dem 80-jährigen Götterbaum hat trotz Autorennen etwas Beruhigendes.

Besonders spannend ist aber natürlich, wie ein so aufwändig angelegtes Veggie-Lokal seine Küche anlegt. Und da muss man sagen: Hut ab. Ab acht Uhr Früh gibt’s Frühstück, Highlight ist die „Goldene Milch“, Haferporridge mit Kardamom und karamellisierter Birne (€ 8,80). Die Weckerln im Imbissladen sind frisch und ansprechend und was aus der Küche kommt, ist aktuell das Beste im Prater-Rund: Kichererbsen-Chips zum Beispiel, eine hauchdünne Mischung aus indischen Papadams und italienischer Farinata, sehr gut (€ 4,20).

Bei der Petersilienschaumsuppe wird leider der gleiche Fehler wie immer gemacht: zu viel Obers, zu wenig Gemüse. Von den fermentierten Petersilstängeln war außerdem wenig zu spüren, und wenn man in der Speisekarte nachschauen muss, was der darin schwimmende Knödel eigentlich ist (Dinkel-Grießnockerl), stimmt’s auch irgendwie nicht (€ 5,80).

So viel besser dann der Couscous-Salat mit Gurken, Babyspinat, Kressen und gebratenem Portobello mit Zitronen-Joghurt – wow, sehr gut (€ 11,80). Und auch das vegane Erdäpfelgulasch – schwierige Übung! – aus Karotten, Pilzen, ein bisschen Soja-Wurst, Erdäpfeln und einer Umami-strotzenden Sauce aus Zwiebeln und geräuchertem Paprika war wirklich gut und authentisch (€ 16,80).

Leicht wird das hier sicher nicht. Aber interessiert uns, was leicht ist? Eben. Ambition und nicht zuletzt das echt gute Essen sprechen jedenfalls dafür.

Resümee:

Ein vegetarisches Restaurant an einem Ort, an dem man am wenigsten damit rechnen würde. Und mit wirklich gutem Essen.



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