Imbisse Lokalkritik

Rauch Juice Bar Neubaugasse

© Rauch Juice Bar

Foto: Rauch Juice Bar


Frischfruchtsaft-Lokal des österreichischen Eisteemarktführers, in dem Obst und Gemüse à la minute versaftet werden. Man wählt aus 15 Säften/Smoothies und 6 Shakes aus, z.B. "Vitaminator" (Kiwi, Ingwer, Apfel, Erdbeere, klein € 4,25/groß € 4,95) – ziemlich lässig oder "Schlaumeier" selber mixbar mit 4 Zutaten. Ständig wechselnde Specials; Snacks, z.B. Sandwiches; Afro Kaffee. Heavy Juicer Card (Aufladung € 50,– 10%, € 100,– 15% Rabatt).

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Adresse:
Adresse:
Neubaugasse 13
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/912 26 10
E-Mail:
E-Mail:
juicebar@rauch.cc
Website:
Website:
www.rauchjuicebar.cc
www.facebook.com/rauchjuicebar/
www.facebook.com/RauchJuiceBar
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 8–19, Sa 9–19, So 11–19 (Fei geschlossen) derzeit geschlossen
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Imbisse
Sonstiges:
Sonstiges:
Fair-Trade-Produkte

Der saftige V-Mann

Ein Vorarlberger Saft-Konzern eröffnete ein Frischfruchtsaft-Lokal

FLORIAN HOLZER | 5.2.2013

Man könnte die Vorstellung neuer Imbisslokale jetzt wahrscheinlich das ganze Jahr über durchziehen. Machen wir aber nicht, keine Sorge, nur dieses eine Mal noch, weil aus mehreren Gründen interessant:

Zuerst einmal, weil der Vorarlberger Fruchtsaftabfüller (heimischer Marktführer in Sachen Eistee mit Niederlassungen in ganz Europa) Rauch jetzt etwas macht, was er sonst nicht macht, nämlich Obst- und Gemüsesäfte frisch zuzubereiten; und weil er das mit einem Pilotprojekt in Wien tut, in der Neubaugasse – jung, kinderreich, bio, grün, kleinstrukturiert –, was ja auch irgendwie ein Statement ist.

Rauch besiedelte ein altes, schönes Handschuh- und Taschengeschäft mit ins Auge stechender, grüner Fassade, man ließ sogar die alten riesigen Lettern nachbauen, um da jetzt groß und golden RAUCH anzubringen. Holzboden, Industriebeleuchtung und ein verglaster Kobel, in dem Obst und Gemüse gekühlt werden, vermitteln Kontor-Charakter, im hinteren Bereich geht’s dann eher loungemäßig zu.

Aber Action ist schon Thema, indem die Drinks nämlich live, vor aller Augen und Ohren zubereitet werden. Soll heißen, man wählt da an der Budel erst einmal aus 14 Säften/Smoothies und aus sechs Shakes aus, was übrigens gar nicht so leicht ist, weil die Namen der Getränke wirklich extra-deppert sind, „Hartbeat“, „Popeye“ (ah, mit Spinat!), „Soft Skin“, „Kick Start“ und dergleichen, und man sich da jetzt nicht sofort was drunter vorstellen kann.

Also „Happy Hangover“ – mit Roter Rübe, Limette, Basilikum und Apfel wegen der vielen roten Polyphenole und Anthozyane fürs Blut – und ein Sandwich namens „California“. Dann kommen die Früchte und das Gemüse in den Mixer, Entsafter oder Auspresser, je nachdem, und das knirscht und grammelt und klingt nicht unbedingt schön. Wenn’s dann fertig ist, ruft eine junge Vorarlbergerin laut den Namen des bestellten Getränks in den Raum, noch einmal schwierig, weil man den Fantasienamen ja längst vergessen hat und der im Alemannischen mitunter auch ganz anders klingt ...

Klappt dann aber eh, Happy Hangover war wirklich sehr rot, allerdings auch sehr gut, muss man sagen (€ 3,85). Das getoastete Sandwich kann man dafür komplett vergessen, Autobahnraststättenniveau (€ 4,85). Und mit dem Shake „Berry Rendezvous“ wollte ich auch nicht so recht froh werden, vor allem weil die malvenfarbene, träge Masse nicht durch den Trinkhalm wollte, nur kalt schmeckte und im Magen einen eisigen Klumpen bildete (€ 3,85). Als Trost oder Bonus oder warum auch immer gab’s dann noch ein Becherl „Vitaminator“ (Kiwi, Ingwer, Apfel, Erdbeer), das wieder ziemlich lässig war, mit Chili vielleicht noch lässiger.

Der Kaffee stammt übrigens von der Red-Bull-Tochter „Afro Kaffee“, ist recht okay. Bei den Snacks herrscht aber noch effektiver Handlungsbedarf.

Resümee:

Österreichs Eisteemarktführer eröffnete eine Bar, in der Obst und Gemüse à la minute versaftet und irritierend benannt werden.

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