Luxus Lokalkritik

Die Küche

© Die Küche

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Das "einfache" Restaurant im Palais Hansen Kempinski bietet eine interessantere Karte als in Hotelrestaurants üblich, nicht ganz so exklusiv wie im Hauptrestaurant Edvard, dafür bewegen sich die Preise im erträglichen Rahmen; Mo–Fr bis 10.30 Frühstücks-Buffet (€ 42,–), Sa, So und Fei 7–11 Frühstück (€ 42,–), 11–14 Brunch (€ 48,–), dafür kein Lunch an diesen Tagen. Thema der Küche sind internationale und leichte Speisen (HS € 16,– bis € 38,–); internationale und regionale Weinkarte, Weinkeller; Kinderspeisen, -sessel, Wickeltisch. WLAN. Das Restaurant besteht aus dem sogenannten "Wohnzimmer" hinter arabesken Raumteilern, dem „Rondell“ mit runden Tischen und dem "Wintergarten" in einem überdachten Innenhof mit bepflanzten Seitenwänden.

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Adresse:
Adresse:
Schottenring 24 (im Palais Hansen Kempinski Vienna)
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
01/236 10 00-8080
E-Mail:
E-Mail:
restaurants.vienna@kempinski.com
Website:
Website:
www.kempinski.com
www.facebook.com/palaishansenkempinskivienna
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 6.30–10.30 und 12–14 und 18–22, Sa, So, Fei 7–14 und 18–22
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex, Diners, JCB
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Luxus
Küche:
Küche:
International
Sonstiges:
Sonstiges:
Brunch, Essen am Sonntag, Essen mit Kindern, Frühstück, Nichtraucherlokal, WLAN

Wir essen in der Küche

Ein neues Luxushotel, zwei neue Hotel-Restaurants, eins sogar etwas anders
FLORIAN HOLZER | 19.3.2013

Ohne da jetzt in Arbeitsleidschilderung abdriften zu wollen, aber: Es war schon mal leichter, ein Lokal zu besuchen. Dass die deutsche Luxushotelkette Kempinski (betreibt knapp 60 Fünfsternhotels in der ganzen Welt, darunter zwölf „Leading Hotels of the World“) das Palais Hansen zu ihrer ersten Filiale in Wien machen würde, war seit ein paar Jahren bekannt, die Informationen über die gastronomische Versorgung wurden aber rigoros knapp gehalten.

Seit etwas mehr als einem Monat stand jedenfalls fest, dass es ein Restaurant namens Die Küche und ein Luxusrestaurant Edvard gibt, die Eröffnungen verzögerten sich aber, beziehungsweise hat Die Küche eigentlich schon seit ein paar Wochen offen, bewirtet wurden aber nur geladene Gäste, Gäste von Presseveranstaltungen und solche, die nicht rechtzeitig abgewimmelt werden konnten. Ich zählte zu keiner dieser Gruppen, obwohl ich alles versucht habe, ich schwöre!

Vorige Woche war’s dann endlich so weit. Im Foyer des Hansen-Palastes wurde noch geschraubt, das Die Küche erreicht man über eine kleine Treppe, hinter der sich dann ein Patio aus weißen Säulen, Arkaden und arabesken Raumteilern eröffnet, bewacht von einem kleinen Podest, an dem man von einer Mitarbeiterin empfangen wird.

Das Restaurant, das morgens als Frühstücksraum dient, besteht aus dem sogenannten „Wohnzimmer“ hinter den Raumteilern, dem „Wintergarten“ in einem überdachten Innenhof mit bepflanzten Seitenwänden, und der „Küche“, die mit Regalen verziert ist, zwei Tischpulte besitzt, an denen theoretisch auch gekocht werden könnte, und einen Blick auf eine hübsche, gelb beleuchtete Grillstation ermöglicht, wo allerdings eher wenig passiert. Alles ein bisschen Dubai, alles nicht gerade niedrigschwellig, aber okay.

Die Karte liest sich interessanter als in Hotel-Restaurants üblich, die Preise bewegen sich im erträglichen Rahmen, Thema ist eine modernisierte Wiener Küche, angenehmerweise ohne peinliche Anbiederung und Klischeereiterei. Gut, die eingewienerte Variante des Caesar Salad – ein kleines Salathäuptel im Ganzen serviert, bei Tisch mit Dressing übergossen und Anchovis belegt – ist eher kinky und funktioniert auch nicht wirklich (€ 9,50).

Und was als „Geflügel Potpourri“ noch recht vielversprechend klingt, ist dann halt doch eine eh gute Hühnersuppe mit einem Grießnockerl. Und immerhin Hühnerherz und -leber. Wobei offenbleibt, ob das nur offensichtliche Wiener Gäste so bekommen (€ 6,50).

Gebratener Tafelspitz mit Kalbsnierndln und Bries ist immerhin echt nicht Hotelstandard, man kompensiert diese Extravaganz aber mit typischem Hotel-Restaurant-Chichi: Servieren in der funkelnden Pfanne, Vorlegen, Extrageschirr für Dies, Das, Sauce und Erdäpfel – hätte ohne das Theater mehr Sex, find ich.

Resümee:

Das „einfache“ Restaurant im neuen Kempinski bietet nicht gerade die Neuerfindung des Rades, aber auch nicht die übliche Hotel-Restaurant-Ödnis.


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