Restaurants, Gaststätten Lokalkritik

Mittendrin

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

© Aleksandra Pawloff

Foto: Aleksandra Pawloff

© Aleksandra Pawloff

Foto: Aleksandra Pawloff


Cafe, Bar und Restaurant. Orientalisch-österreichische, preiswerte Speisen; 2 MM ab 11.30, vegetarisch und mit Fleisch (auch zum Mitnehmen), vegetarische und vegane Gerichte à la carte, Desserts; offenes Bier von Trumer und Ottakringer, Kaffee von Hausbrandt. Kreativ gestalteter Gastraum; Kindersessel, Wickeltisch. Extraräume gegen Spende zu benützen (für max. 50 Pers.). Catering auf Anfrage. Schanigarten für 50 Pers. Behinderten-WC. Teil des Vinzirast Sozialprojekts, bei dem obdachlose Menschen zusammen mit Studierenden leben, arbeiten und lernen, das Lokal wird von Bewohner*innen und ehrenamtlichen Helfer*innen unter der Leitung des Küchenchefs Shahab Jahanbekloo geführt.

Adresse:
Adresse:
Währinger Straße 19 (Ecke Lackierergasse 10)
1090 Wien
Telefon:
Telefon:
01/235 07 72-14
E-Mail:
E-Mail:
lokal-mittendrin@vinzirast.at
Website:
Website:
www.vinzirast.at/lokal-mittendrin
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 10–23, Sa 18–24 (Fei geschlossen), Küche bis 23, im Sommer abends geschlossen (aktuelle Öffnungszeiten s. Homepage)
jetzt geöffnet (bis 23:00 Uhr)
Aufgrund der aktuellen COVID-Richtlinien gilt derzeit für die Gastronomie die 2G-Regel sowie eine allgemeine Sperrstunde um 22 Uhr. Bitte beachten Sie, dass die aktuellen Öffnungszeiten ggf. abweichen können.
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€ (Hauptspeisen bis € 10)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex, Diners, JCB
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Sonstiges:
Sonstiges:
Bioprodukte, Essen zum Mitnehmen, Gastgarten, Mittagsmenü, Rollstuhlgerecht, WLAN
Zusatzinfos:
Zusatzinfos:
Festnetz-Telefon
235 07 72-16
Büro

Mitten im Neunten

Die Vinzirast hat jetzt ein neues Projekt, zu dem auch ein Lokal gehört

FLORIAN HOLZER | 11.6.2013

Die Leute sind Heilige. Die 2003 von Cecily Corti gegründete Vinzenzgemeinschaft St. Stephan unterhält Projekte, in denen Obdachlose Zuflucht finden, die anderswo nicht mehr aufgenommen werden. Etwa weil sie einen Hund haben. Eines der Projekte soll alkoholkranken Obdachlosen einen begleiteten Wiedereinstieg ins gesellschaftliche Leben ermöglichen, Respekt und Schaffung von Selbstwertgefühl sind die zentralen Elemente. Die Vinzirast-Leute arbeiten ehrenamtlich, finanziert wird das Ganze durch Spenden und Sponsoren.

Es ist schon seltsam, wenn man die eigenen, banalen Prioritäten dem gegenüberstellt. Und die Ausrede, dass halt nicht jeder zum Heiligen geboren ist, ist ohnehin nur absurd ...

Aber zum Thema: Das jüngste Projekt von Vinzirast nennt sich Mittendrin, machte kürzlich in einem Biedermeierhaus gegenüber dem französischen Kulturinstitut auf und bietet Wohnmöglichkeiten sowohl für Obdachlose als auch für Studenten, wovon man sich ein gegenseitiges Lernen und ein Schaffen von Gemeinschaft verspricht.

Ein Teil des Ganzen ist ein großräumiges Lokal im Erdgeschoß, das mit Vinzirast jetzt zwar insofern nur bedingt etwas zu tun hat, als es als eigenes Profitcenter geführt wird, den Bewohnern des Wohnprojektes aber auch eine unmittelbare Jobmöglichkeit bieten soll.

Bemerkenswert schon einmal vorab: Das Mittendrin sieht definitiv nicht so aus, wie Lokale mit sozialem Hintergrund normalerweise aussehen, nämlich schon eher ein bisserl unsexy. Im Gegenteil, das Architekturbüro Gaupenraub hat da mit ein paar einfachen Mitteln sehr intensiv für Atmosphäre gesorgt: gegossener Boden, mit Kaffeesäcken verkleidete Sitzbänke, eine massive Bar aus eindrucksvoll dicken und alten Holzbalken sowie eine Decken- und Wandverkleidung aus den – mitunter exotisch bunt bedruckten – Sprießerln von Obststeigen. Sehr gut gelungen, preiswert und einfach.

Bei der kulinarischen Ausstattung ist die Prämisse ähnlich, nämlich auch „preiswert und einfach“, nur ist das hier halt ein bisschen schwieriger. Man versuchte die Aufgabe zu lösen, indem man ein Mensakonzept fährt, also zwei Menüs, vegetarisch und konventionell, in großen Mengen leicht zu machen. Etwa Zucchinicremesuppe und Hühnerragout mit Waldpilzen um 6,50 Euro. Klingt nicht schlecht, nur schmeckte die Zucchinicremesuppe halt leider auch wie in der Mensa – nach Packerlsuppe, aber nicht nach Zucchini. Die Schwarzbrotcroutons dafür knusprig und gut. Das Hühnerragout war okay, so etwas bekommt man auf der Mensa nur mit Glück, warum man Zuchtpilze als Waldpilze bezeichnet, bleibt allerdings rätselhaft. Das Bier ist von Ottakringer, der Kaffee von Hausbrandt.

Darf man bei so einem zweifellos guten Projekt trotzdem sagen, dass das Essen besser sein könnte? Ich glaube schon.

Resümee:

Neues Sozialprojekt mit einem hübschen Lokal, in dem man um zumindest sehr wenig Geld essen kann.