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Nykke

© Nykke

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Lokal am WU-Campus, das sich asiatisch-pazifisch gibt und auf Currys spezialisiert hat. Außerdem: Frühstück, Salate, Suppen, Waffeln, asiatische Nudelgerichte, Pad Thai Chicken. 3 Tagesgerichte (ab € 4,80) der Kategorien Suppe, Wok und Curry. Alle Speisen auch zum Mitnehmen. Catering. Lokal kann gemietet werden (bis 90 Pers.; mit Garten bis 190 Pers.).

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Adresse:
Adresse:
Welthandelsplatz 1/Gebäude D4/Top 1
1020 Wien
Telefon:
Telefon:
01/729 79 00
E-Mail:
E-Mail:
hei@nykke.at
Website:
Website:
www.nykke.at
www.facebook.com/nykkevienna
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 11–20, Sa 11–18 (Fei geschlossen), Öffnungszeiten während der Sommerferien: Mo–Fr 11–18, Sa, So, Fei geschlossen
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, JCB
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Szene
Küche:
Küche:
Asiatisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen zum Mitnehmen, Frühstück, Gastgarten, Nichtraucherlokal

Dänen lygen nicht

Die neue WU ist vor Studienbetrieb eines schon: ein Beisl-Konglomerat
FLORIAN HOLZER | 30.9.2013

Ohne es zu wissen, sei an dieser Stelle jetzt einmal vermutet, dass man sich seitens der universitären Leitungen in Wien bisher nicht sehr den Kopf über kulinarisches Entertainment zerbrochen hat. Grundversorgung, ja, also Mensa mit einer gewissen Kohlenhydratausgabekapazität/Stunde, Wasserspender und Ärztezimmer mit Zuckerlösungsinfusionen, so was in der Art. Aber kulinarisch sinnvolle Pausengestaltung, Motivationssteigerung, Förderung sozialer Interaktion, Gestaltung urbanen Verhaltens? Eher nein. Eher gar nicht.

Das passierte da jetzt in der neuen WU ganz offensichtlich anders. Jedes der Lego-bunten Gebäude ist mit mindestens einem Café ausgestattet, deren Betrieb ausgeschrieben wurde, bei denen (voraussichtlich, hoffentlich) nach Konzepten entschieden wurde. Klar, schließlich kann das ehemalige Messegelände nicht gerade als urbanes Ballungszentrum bezeichnet werden, gastronomisch ist da nicht so besonders viel, das Schweizerhaus hat während des Wintersemesters nicht offen und in den Animierlokalen der Ausstellungsstraße wollen die WU-Studenten-Eltern ihre Kinder wohl nicht so gerne sehen.

Im Nykke hingegen schon: Hell, weiß, ein wenig Holz, ein paar Pflanzen, hübsche Wandbemalung mit Vögelchen und Blümchen, wirkt es wie ein skandinavisches Mädchencafé. Wobei das ein klassischer Fall von Zielgruppenorientiertheit sei, sagt Betreiber Christoph Bauer, ehemaliger WU-Student, Besitzer eines Cateringunternehmens, einer Betriebsverpflegungungsfirma und Compagnon beim Lokal Campus schräg gegenüber.

„Nordisch, skandinavisch liegt voll im Trend“, Nordküche werde mit bewusster Ernährung, Frische, bio assoziiert, daher auch ganz viel ø, y und å in der Speisekarte, die sich sonst nicht übermäßig mit skandinavischen Sachen aufhält, „das würde die Leute sonst vielleicht verschrecken“, meint Bauer, man wolle mit der Zeit aber immer skandinavischer werden.

Also eher typisch kontemporäres Szeneprogramm: Frühstück, Salate, Suppen, Waffeln, „høt døg“ und immerhin neun smørrebrøds, die aber auch eher mit heimischen Akzenten – Backhendl auf Erdäpfelsalat, Rührei mit Speck – spielen. Das Brot mit Hering, Roter Rübe und Apfel war noch recht authentisch, schön gemacht und gut, etwas süß vielleicht, und der Hering erinnerte frappant an einen aufgerollten Rollmops (€ 4,50), auch das Brot mit Roastbeef und gebratenen Pilzen sehr okay, vor allem die Pilze (€ 4,80).

Außerdem gibt’s vier Tagesgerichte („dags bøwls“) der Kategorie Suppe, Pasta, Wok oder Curry, nicht schlecht, günstig, wunderbar, aber halt nicht viel anders als die anderen. Auf die Schärfung des Profils in Richtung nordisch kann man derzeit jedenfalls noch hoffen – ich komm wieder, wenn das Rentier gebraten und die Surströmming-Dose geöffnet wird.

Resümee:

Das vorerst neueste der neuen Lokale am WU-Campus gibt sich skandinavisch, ist aber in Wirklichkeit ein braves Studentenlokal.

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