Restaurants, Gaststätten Lokalkritik

The Guesthouse Vienna – Brasserie & Bakery

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6.30–18 hervorragendes Frühstück (ab € 10,–); Brasseriegerichte aus regionalen Zutaten und zeitgemäße traditionelle Wiener, sowie internationale Küche von Benjamin Wlach (Mo–Fr Businesslunch 2gg € 19,50); umfangreiche Abendkarte; vor Ort frisch gebackenes Brot und Gebäck in Kooperation mit Holzofenbäcker Gragger, hausgemachte Köstlichkeiten aus der Patisserie, z.B. Croissants (auch im Straßenverkauf), zu Weihnachten und an Silvester 4gg Menü (Reservierung erforderlich); Bio-Fruchtsäfte, Naber Kaffee (Spezialröstung), Ottakringer Bio Pur vom Fass, Weine mit Schwerpunkt Österreich und Frankreich. Kinderkarte, 2 Kindersessel, Malsachen. Tageszeitungen, Zeitschriften, Bücher. Schöne Brasserie mit Oswald-Haerdtl-Stühlen und Serge-Mouille-Lampen für ca. 90 Pers., große Fenstertüren, die im Sommer geöffnet werden können. Schanigarten für 45 Pers. Behinderten-WC.

Adresse:
Adresse:
Führichgasse 10 (im Hotel The Guest House Vienna)
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
01/512 13 20-15
E-Mail:
E-Mail:
brasserie@theguesthouse.at
Website:
Website:
www.theguesthouse.at
facebook.com/TheGuesthouseVienna
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
täglich 6.30–23 jetzt geöffnet (bis 23:00 Uhr)
Parken:
Parken:
Finde freie Parkplätze in Garagen über die PAYUCA Smart Parking App in der Nähe des Lokals! Jetzt downloaden: iOS | Android
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€€ (Hauptspeisen € 15-25)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen mit Kindern, Essen vor 8, Frühstück, Gastgarten, Gästezimmer, Rollstuhlgerecht

Warum man ins Hotel sollte

Schon wieder ein kleines Boutique-Hotel. Aber endlich mit lässigem Lokal

FLORIAN HOLZER | 4.11.2013

Sowohl hier als auch an vielen anderen Orten wurde schon öfter die Frage gestellt, wieso es denn sein kann, dass Wien zwar einerseits ein Tourismusmagnet der ärgeren Kategorie ist und dass derzeit mehr Luxushotels aufsperren als Würstelstände, dass andererseits diese Hotels alle miteinander Restaurants haben, in denen einem die Füße einschlafen und die dementsprechend leer sind. Eine Antwort darauf könnte sein, dass in Hotelkonzernen von weit entfernten Zentralen aus entschieden wird und man in Konzernzentralen der Meinung ist, dass Wiens Gastronomieszene ja wohl auch so funktionieren wird wie die aller anderen osteuropäischen Städte. Was aber halt ein Blödsinn ist, weshalb in diese teuer aufgemascherlten Hütten mit ihren austauschbaren Küchen weder ein Hotelgast geht noch ein Einheimischer – der erst recht nicht.

Manfred Stallmajer ist Direktor des soeben eröffneten The Guesthouse gegenüber der Albertina, war viele Jahre lang Direktor des Triest, macht seit fünfeinhalb Jahren das Café Drechsler und weiß über Wiens Sensibilitäten daher einigermaßen gut Bescheid. So baute er für das kleine Hotel ein verhältnismäßig großes Lokal, das er nicht von irgendwem gestalten ließ, sondern vom Büro Conran, das dafür alte Oswald-Haerdtl-Sessel wieder bauen ließ, Carl-Auböck-Lampen installierte und eine wunderbar zeitlose Atmosphäre schuf, in der man einfach gerne ist und sein kann; und in dem – ganz wichtiger Punkt – Frühstück serviert wird, an Hotelgäste und wen auch immer, kein Buffet, kein Tischerlrücken, keine Umbauten, ein Restaurant, in dem man (hervorragend) frühstücken kann und zu Mittag erstklassige Tagesgerichte bekommt; und in dem man auch abends essen kann, dass es eine Freude ist, ohne depperte Hotelrestaurantklischees wie eh gute Beef tatars und eh knusprige Clubsandwiches und eh an New Yorker Hotels erinnernde Caesar Salads. Schnarch.

Sicher auch nicht schlecht, dass er sich mit Stefan Grassl einen Küchenchef holte, der nicht nur (wie in den meisten Hotelrestaurants) die Welt der Hotelgastronomie kennt, sondern auch schon einmal im wirklichen Leben gekocht hat, hier konkret im Weißen Tiger. Dem somit Wohlgeschmack und die Freude von Gästen mindestens so wichtig ist wie Dienstpläne und Wareneinsatz. Guesthouse-Salat, ein absolut exzellenter Salat mit gehobelten Champignons, geräuchertem Gouda, Kräutern und knusprigen Brot-Chips (€ 12,–), Marmite, eine hinreißende, ziemlich stark mit Safran gewürzte Bohnen-Gemüse-Suppe mit Pilzlaberl und schmelzendem Petersilpesto-Gelee (€ 7,–) oder ein geschmortes Rinderbackerl mit knuspriger Polenta, das echt keine Fragen offen ließ (€ 18,50). Sehr, sehr, sehr gut. Und alles, was gebacken wird, jedes Weckerl, jedes Brot, stammt aus der hauseigenen Bäckerei. Die Croissants sind göttlich. Schämt euch, Hotelkonzernzentralen.

Resümee:

Eines der ganz wenigen Hotelrestaurants, in das man nicht nur essen gehen kann, sondern auch essen gehen sollte.



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